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Erpfting

27.05.2020

Ein Sportunfall brachte ihn zum Ehrenamt

Tobias Hanglberger ist unser „Stiller Held“ des Monats Mai. Der 22-Jährige aus Erpfting ist nicht nur beim Roten Kreuz, sondern auch bei der Feuerwehr ehrenamtlich aktiv.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Tobias Hanglberger aus Erpfting ist seit einigen Jahren in verschiedenen Funktionen beim Roten Kreuz aktiv. Aber auch bei anderen Verbänden engagiert er sich. Unser Stiller Held im Monat Mai.

Sie versehen ihre Tätigkeiten, ohne großes Aufheben davon zu machen. Sie helfen, unterstützen, begleiten und gehen voran. Es sind die ehrenamtlichen Bürger, ohne die das Gemeinwohl nicht funktionieren würde. Wir, das sind der Landkreis, die Sparkasse Landsberg-Dießen und das Landsberger Tagblatt, sagen „Danke“ und stellen monatlich einen dieser „Stillen Helden“ im Porträt vor. Heute: Tobias Hanglberger aus Erpfting.

„Ich bin keiner, der feiern geht“, sagt Tobias Hanglberger aus Erpfting. Der 22-Jährige ist ehrenamtlich beim BRK Landsberg aktiv, bei der Feuerwehr Erpfting und beim Amt für Jugend und Familie am Landratsamt. Bei Hanglberger fließt also so viel Zeit ins Ehrenamt, dass für Partys keine Zeit bleibt. Und er vermisst sie auch nicht, denn Freunde und Gemeinschaft findet er bei den anderen Ehrenamtlichen. Er ist der Stille Held des Monats Mai.

Wie kommt man zu so vielen Ehrenämtern? Bei Hanglberger hat alles mit den Schwedenfreizeiten, organisiert vom Amt für Jugend und Familie, begonnen, an denen er als Jugendlicher stets teilgenommen hat. Seit 2015 ist er nicht mehr Teilnehmer, sondern Helfer und begleitet Freizeiten, Kanadierfahrten oder auch das beliebte Zirkuszeltlager in Kaufering. Auch bei den Kinderkulturtagen ist er unterstützend dabei.

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Der erste Kontakt wurde bei einem Erste-Hilfe-Kurs geknüpft

Den ersten Kontakt mit dem BRK hatte er über einen Erste-Hilfe-Kurs, der für den Führerschein notwendig ist. „Das hat Spaß gemacht, und die Kursleiterin hat mich auch angesprochen, ob ich beim BRK mitmachen will“, erinnert sich Tobias Hanglberger. Entschließen konnte er sich jedoch nicht dazu, denn er steckte mitten in der Ausbildung und vergaß die ganze Sache wieder. Bis zu einem Sportunfall. „Als ich vom Sanitätsteam versorgt wurde, erinnerte ich mich an das Angebot und stieg beim BRK ein“, erzählt Hanglberger. Schon im gleichen Jahr, 2014, durfte er als Ersthelfer das Sanitätsteam bei den Ritterspielen in Kaltenberg unterstützen.

Seitdem hat er viel Zeit in seine Ausbildung beim BRK investiert. Etwa 90 Stunden dauert schon die Ausbildung zum Fachdienstsanitäter, Lehrgänge, zum Beispiel für Behandlung und Betreuung oder zum Gruppenführer, wurden absolviert und sogar den Lkw-Führerschein hat der junge Helfer schon in der Tasche. So war er bereits 2015 gut gerüstet, um beim großen Flüchtlingsansturm zu helfen. „In diesem Jahr habe ich die meisten ehrenamtlichen Stunden absolviert, in Summe ohne Ausbildungen 499“, hat Hanglberger ermittelt. Er hat Notunterkünfte, zum Beispiel in der Lechturnhalle, in Freilassing und München eingerichtet und wieder abgebaut und hat Zugbegleitungen, sogar bis nach Berlin, durchgeführt.

Bei vielen großen Events war Hanglberger bereits eingesetzt

Die Bahn hat 2015 Sonderzüge eingesetzt, um Flüchtlinge von den Grenzübergängen deutschlandweit zu verteilen. Sanitäterteams vom BRK waren mit im Zug, um medizinisch zu versorgen, aber auch die Verpflegung geordnet zu verteilen. Solche Einsätze bedeuten: wenig Schlaf und auf ein gemütliches Wochenende zu Hause verzichten. Sanitätsdienste leistete Hanglberger auch bei Kaltenberger Großveranstaltungen sowie beim Ruethenfest. Zeitweise hat er auch die Autos des BRK gewartet.

Sein Arbeitgeber und seine Eltern unterstützen ihn

Dass er so viel Zeit, auch während der Arbeitszeit, ins Ehrenamt stecken kann, ermöglicht ihm auch die Toleranz und Gleitzeitregelung seines Arbeitgebers Dittel. Dort wurde Hanglberger zum Elektroniker für Geräte und Systeme ausgebildet und danach übernommen. Wird er zu einem Einsatz gerufen, muss er sich bei seinem Chef nicht abmelden, nur einem Kollegen Bescheid sagen. „Mein Arbeitgeber unterstützt das Ehrenamt“, freut sich Tobias Hanglberger, der über die Begabtenförderung der IHK ein Stipendium bekommen hat. Über dieses konnte er bereits verschiedene Weiterbildungen absolvieren und wird 2020 in Teilzeit den Meisterkurs belegen.

Unterstützt wird sein ehrenamtliches Engagement auch von seinen Eltern. Der junge Mann hat nämlich kein Auto, darf das seiner Eltern, bei denen er noch wohnt, aber – wann immer möglich – ausleihen. Zur Absprache dient ein Familienkalender. In den wird auch eingetragen, wann Hanglberger zwischendurch einmal zu Hause ist: „Man hat ja auch einmal etwas zu bereden“, schmunzelt der junge Helfer.

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