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Dießen

01.03.2019

Eine Sauna direkt am Dießener Strand?

Augsburger Hochschulstudenten haben sich in einem Wettbewerb Gedanken über Saunahäuser gemacht. Das Modell trägt die Bezeichnung „Die Welle“. 
Bild: Stefan Werner/BVS Holzhausen

Gemeinderat Michael Hofmann sieht gute Voraussetzungen für ein Saunahaus am Ufer des Ammersees. Was Studenten der Augsburger Hochschule damit zu tun haben.

Wie wäre es, wenn die Dießener, und nicht nur die, nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter die Atmosphäre des so beliebten Ammersees mehr oder weniger textilfrei und schwitzend erleben könnten? Der Antrag zur Umsetzung dieser Vision ist jedenfalls gestellt, die entsprechende Homepage im Internet reserviert. Wenn es nach dem Wunsch von Gemeinderat Michael Hofmann geht, dann steht irgendwann am Ufer des Ammersees ein Saunahaus mit Blick direkt auf und vielleicht sogar in den See.

Modelle und ein Film

Es war für den Gemeinderat der Bayernpartei beinahe wie ein Fingerzeig des Schicksals, als er von der Wettbewerbspräsentation der Hochschule Augsburg erfuhr, die bis zum Freitag in der Verwaltungsschule in Holzhausen zu sehen war. 14 Master-Studenten der Architektur zeigten dort ihre Modelle sowie jeweils einen Film über den Entstehungsprozess eines Saunahauses. Die fiktive Annahme: Das Saunahaus soll am Ufer des Ammersees im Park der Jugendstilvilla Künstlerhaus Gasteiger entstehen. Abseits von großen Menschenansammlungen, so die Aufgabenstellung von Diplomdesigner Mathias Rathke und Kommunikationsdesigner Stefan Schumacher, soll das Saunahaus einer begrenzten Personenzahl vorübergehend zur Verfügung stehen.

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Für Hofmann war der Zeitpunkt gekommen, um einem Herzenswunsch ein Stück näherzukommen. „Ich bin ein absoluter Sauna-Fan“, erklärt er, bereits seit 2008 schwebt ihm eine Sauna am Ammersee vor. Beispiele ähnlicher Projekte gebe es in aller Welt, auch in Bayern. So stehen Saunahäuser unter anderem am Chiemsee oder auch am Tegernsee. Für diese, wie auch für den Ammersee ist aber die Bayerische Schlösser-, Gärten- und Seenverwaltung verantwortlich, die einen entsprechenden Antrag der Gemeinde genehmigen müsste.

Neuer Chef der Seenverwaltung

Das wäre dann gleich die erste größere Anfrage für deren neuen Chef. Seit gestern steht nämlich Johannes Leicht an der Spitze der Seenverwaltung Ammersee. Der 1985 in Würzburg geborene Diplom-Verwaltungswirt kennt die Verhältnisse vor Ort gut, denn er hat bereits in seiner Anwärterphase Ausbildungsabschnitte bei der Bayerischen Schlösserverwaltung absolviert. Seit Sommer 2014 ist Leicht auf der Herreninsel als Innendienstleister und Stellvertreter des Vorstandes bei der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee tätig. Und am Chiemsee, das weiß Michael Hofmann, sind Saunahäuser nicht Neues mehr.

Daher sieht Hofmann eine gute Chance für das Projekt: „Es gibt am gesamten Ammersee keine Sauna.“ Er sieht eine enorme Bereicherung für Bürger gleichermaßen wie für Gäste. Wie lautete doch die Aufgabenbeschreibung für die Studenten unter anderem: „Durch die exponierte Lage am Ufer des Sees muss das Objekt Fernwirkung erzeugen und sich zugleich im Nahbereich in Größe und Form feinfühlig in die Qualität der Bau- und Parkanlage einfügen.“ Und für Dießen hätte Hofmann auch schon einen Standort im Auge: „Auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes beim Strandbad St. Alban wäre der ideale Ort.“ Auch in Riederau, so will er herausgefunden haben, wären gute Voraussetzungen teilweise sogar schon vorhanden. Natürlich müsste für das Saunahaus ein Betreiber gefunden werden. Das könnte seiner Meinung nach in Form einer Bürger-Gesellschaft geschehen mit Anteilen zu je 1000 Euro, maximal zehn Stück.

Der Bürgermeister ist vorsichtig

Auch Bürgermeister Herbert Kirsch war angetan von den studentischen Arbeiten. Er war mit einigen Gemeinderäten nach Holzhausen gefahren, um sich die Modelle genauer anzusehen. „Das könnte man sich am Ufer des Ammersees gut vorstellen.“ Gleichzeitig tritt er aber auf die Euphoriebremse: „Wir haben sicherlich erst einmal andere Aufgaben zu lösen.“ Damit meint er vor allem die schwierige Haftungsfrage in den gemeindeeigenen Strandbädern St. Alban und Riederau. Seien die erst einmal gelöst, könne man sich mit dem Thema vielleicht intensiver beschäftigen.

Auch Michael Hofmann weiß, dass eine Umsetzung der Idee nicht so schnell zu verwirklichen sein wird. Ihm gehe es aber um eine grundsätzliche Entscheidung für ein solches Projekt. Daher wird der Antrag in der nächsten Gemeinderatssitzung am 25. März auf der Tagesordnung stehen.

Bilder von den Studentenarbeiten hat Hofmann jedenfalls schon mal ins Internet gestellt, die Adresse www.ammersee-sauna.de hat er sich schon vor langer Zeit reservieren lassen. Die Rubriken Service und Preise, Standorte oder auch Stellenangebote sind aber noch leer, und in der Überschrift gibt er sich realistisch: „Ammersee-Sauna, die es noch nicht gibt“, steht dort zu lesen, und: „Wir sind auf dem Weg.“

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