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Landsberg

12.04.2018

Ellinor Holland Kunstpreis: Diesmal wird es ungewöhnlich

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3 Bilder
Regisseurin Ulla Geiger, eingerahmt von ihren Schauspielerinnen Stephanie von Poser und Stephanie Achatz, ist für den Ellinor Holland Kunstpreis nominiert.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Eine Filmemacherin, Akrobatik an den Aerial-Hoop-Ringen, moderne Klaviermusik und besondere Formate der Malerei sind für den Ellinor Holland Kunstpreis nominiert.

2010 hat das „Landsberger Tagblatt“ erstmals den Ellinor Holland Kunstpreis vergeben. Er ist nach der verstorbenen Verlegerin unserer Zeitung benannt, die neben ihrem sozialen Engagement für die „Kartei der Not“ auch eine große Kunstfreundin war. Davon zeugt auch die Skulptur „Aphrodite“ von dem renommierten Bildhauer Markus Lüpertz, die im Innenhof des Mediengebäudes der Augsburger Allgemeinen steht. Am Samstag, 15. September, wird der Ellinor Holland Kunstpreis zum neunten Mal verliehen. Nominiert sind: die Filmemacherin Ulla Geiger (die das LT heute vorstellt), das Projekt „Randerscheinungen“, der Musiker Markus Philipper, das Projekt des Regionalverbands Bildender Künstler und die Malerin Gabriele Lockstaedt.

Die Veranstaltung im Stadttheater steht heuer unter dem Motto „Ungewöhnlich – in jedem Format“. Und das wird den Landsbergern in verschiedenen Kunstformen vorgestellt: in Film, Theaterperformance, Musik und Malerei. Für den Bereich Film tritt Ulla Geiger an. Die Regisseurin war beim Independent Filmfestival Snowdance im Februar durch ihren sympathischen Auftritt die „Siegerin der Herzen“.

Die späte Liebe zum Film

Ulla Geiger drehte mit über 60 Jahren ihren ersten eigenen Independent Film. „Wir drehen keinen Film“ heißt ihr Projekt mit einem Hauptdarsteller, der eine Kamerafrau sein Leben filmen lässt, um zu verstehen, warum all seine Beziehungen scheitern. Ulla Geiger ist eine wunderbare kleine Geschichte gelungen, die ebenso menschlich wie humorvoll, satirisch und ehrlich ist – ebenso wie seine Produzentin und Regisseurin.

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Die zierliche Münchnerin ist erfrischend direkt und „komplett in ihrem Element“, seit sie ihren ersten Film drehen konnte. „Ich hatte sehr viel Glück, das richtige Team.“ Filmedrehen sei Himmel und Hölle zugleich.

„Ich musste so viel selber machen, auch den Film schneiden, ich kam nicht zum Nachdenken.“ Sie hofft, wenn sie mal die Chance bekommt, wieder zu drehen. „Dann kann ich das relaxter genießen.“ In neun Monaten habe sie den Film abgedreht, auch das ist für sie eine symbolische Zahl. „Ich wollte nie heiraten oder Kinder kriegen und hab’ immer gesagt, wenn ich einen Film mache, ist das wie ein Kind für mich. Und dann brauche ich neun Monate dafür, das ist doch lustig“, sagt sie. Am besten habe ihr beim Dreh gefallen, dass sie alles selber entscheiden konnte. „Ich musste niemanden fragen“, so Geiger, „das hat mir gefallen.“

In einer Welt voller mysteriöser Klänge

Ulla Geigers Film wird in der Landsberger Kunstnacht vor der Preisverleihung ab 17 Uhr im Filmforum im Stadttheater zu sehen sein. Geiger ist sehr oft im Fernsehen zu sehen – allerdings als Schauspielerin, ob in „Fack ju Göhte 3“, „Rosenheim-Cops“, „München Mord“ oder in „Sommer in Orange“ von Marcus H. Rosenmüller. Das Olympia Filmtheater zeigt in der Kunstnacht ebenfalls einen besonderen Film: den Dokumentarfilm-Gewinner von Snowdance „Last Fisherman“. Unter den Nominierten sind außerdem: das Projekt Randerscheinungen und sein audiovisuelles Projekt „Mandragora“. Mit okkult-raunender Musik und tänzerischen Elementen an hoch schwebenden Aerial-Hoop-Ringen will man in eine fremde Welt aus mysteriösen Klängen und wilden Kreaturen entführen.

Sänger und Frontmann ist der Profidarsteller Emanuel Kasprowicz. Die Choreografie an den Ringen liegt in den Händen von Lydia Dittlein vom Moving Art Studio. Regina Kläger, Tine Polzer und Souhaila Amade sind auf der Bühne zu sehen, Regie führt Max von Theben.

Kulturförderpreisträger Markus Philipper bringt sein Klavier ungewöhnlich zum Klingen und Mitglieder des Landsberger Regionalverbandes Bildender Künstler sind eingeladen, sich in ungewöhnlichen Motiven und Formaten zu versuchen. Die Malerin Gabriele Lockstaedt zeichnet sich schon durch ihre ungewöhnlichen Bildformate aus und man darf gespannt sein, wer ihr zum Thema „Ungewöhnlich“ einfällt. Ihre Bilder sind im Altstadtsaal der VR-Bank Landsberg-Ammersee zu sehen. Alle Künstler sind für den Ellinor Holland Kunstpreis nominiert und werden in Porträts im LT vorgestellt.

Ein Überraschungsgast aus einer „Tatort“-Folge ist auch dabei

In der Jury sind Filmregisseur und Snowdance-Chef Tom Bohn, Kulturbürgermeister Axel Flörke und LT-Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger.

Ein Überraschungsgast aus dem „Tatort“ ist ebenfalls am 15. September mit dabei. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert und wird wie immer im Rahmen einer Benefizgala im Landsberger Stadttheater verliehen.

Kunstnacht Karten gibt es ab Juli im Stadttheaterbüro und im Reisebüro Vivell.

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