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Landsberg

16.07.2019

Im Edeka-Zentrallager wird Tetris zur Realität

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6 Bilder
Hier läuft vieles maschinell - aber nicht alles: Im Hochregal des Zentrallagers von Edeka Südbayern in Landsberg lagert das Trockensortiment.
Bild: Julian Leitenstorfer

4000 Paletten pro Tag: Das Zentrallager von Edeka Südbayern in Landsberg arbeitet vollautomatisiert, doch ganz ohne den Menschen geht es nicht.

Man fühlt sich ein klein wenig wie im Science-Fiction-Film Matrix: Regale so hoch wie Häuser, futuristische Maschinen, die in einem schier irrsinnigen Tempo auf Schienen fahren und Waren aus den fast 30 Meter hohen Regalen nehmen oder dort platzieren. Im Zentrallager von Edeka Südbayern im Landsberger Frauenwald werden jeden Tag Zehntausende Artikel – vom Deo über Nudeln und der Gemüsekiste bis hin zu Zigaretten – angeliefert und weitertransportiert.

Seit mittlerweile fünf Jahren betreibt der Lebensmittelkonzern im Industriegebiet auf dem rund 20 Hektar großen Areal sein Zentrallager, das ein gigantisches Trockensortiment und ein Frischelager (Obst und Gemüse sowie Molkereiprodukte) umfasst.

"Landsberg ist ein Herzstück für Edeka Südbayern"

"Landsberg ist ein wichtiger Standort für uns und ein Herzstück für Edeka Südbayern", sagt Unternehmenssprecher Christian Strauß zu dem gigantischen Warenumschlagplatz, der im Jahr 2014 offiziell seinen Betrieb aufnahm. Im Frauenwald steht das größte der insgesamt fünf Zentrallager (Eching bei München, Gaimersheim, Trostberg, Straubing).

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Landsberg hat nicht nur Lagerfunktion für die regionalen Märkte, sondern dort werden auch die Trockensortimentartikel – rund 16.000 Produkte von der Konserve über Süßwaren bis zu Tabak – für den Bereich Südbayern zentral gelagert. Die rund 1350 Edeka-Märkte in ganz Südbayern erhalten von diesen Umschlagplätzen täglich ihre Waren. Allein in Landsberg gibt es über 65.000 Quadratmeter Lagerflächen.

Auch wenn Vieles vollautomatisch läuft, sorgen insgesamt rund 650 Mitarbeiter in Landsberg für einen reibungslosen Betrieb und eine schnelle Warenverteilung. "Wir arbeiten unter Volllast. Die Lkws sind im Zweischichtbetrieb unterwegs. Wir arbeiten an fünfeinhalb Tagen pro Woche im Drei-Schicht-Betrieb", sagt Patrick Zurheide. Er ist Betriebsleiter in Landsberg und genauso wie Christian Hörner (Geschäftsbereichsleiter Logistik Edeka Südbayern) vom Standort am Lech überzeugt.

Landsberg: Edeka-Zentrallager hat gute Anbindung zur B17

"Wir haben eine perfekte Anbindung zur B17 und sind ruckzuck auf der Autobahn – ohne Anwohner zu belästigen", so Hörner. Etwa 100 Touren würden pro Tag das Zentrallager im Landsberger Westen verlassen und wieder zurückkehren. Das erklärt, warum man rund um die Lechstadt besonders viele Sattelzüge mit der blau-gelben Firmenschrift sieht.

Vielen sind sie von der B17 bekannt: Unzählige Lastzüge verlassen das Zentrallager von Edeka Südbayern jeden Tag.
Bild: Julian Leitenstorfer

In den vergangenen fünf Jahren hat sich am Standort einiges getan. Wie Zurheide und Hörner vorrechnen, sei die Anzahl der Mitarbeiter von 410 auf 560 allein im Lager gesteigert worden. "Hätten wir die Vollautomatisierung nicht, hätten wir 250 Mitarbeiter mehr."

Nichtsdestotrotz kalkuliere man in den nächsten drei Jahren mit bis zu 700 Mitarbeitern und weiteren Lagerflächen. "45 Prozent unserer Leute kommen aus dem Landkreis Landsberg", so Hörner.

Man sei derzeit auf der Suche nach Störungstechnikern, Maschinenführern oder Elektrikern und wolle auch eine Ausbildungsoffensive für den Standort Landsberg starten, um Fachkräfte für Lagerlogistik, Groß- und Einzelhandelskaufleute und Berufskraftfahrer zu gewinnen. Denn die Waren sollen ja auch in die Märkte und damit zum Kunden kommen.

Tausende Produkte liegen für die Edeka-Märkte in Südbayern bereit

Zurück im Hochregallager. Martin Löw hat den Überblick, welche Produkte jeden Tag in Landsberg angeliefert werden. Er ist Abteilungsleiter Logistik und verweist auf bis zu 4000 Paletten pro Tag, die das Zentrallager binnen 24 Stunden mit neuer Ware erreichen.

Allein im Hochregallager, wo rund 16.000 Artikel platziert werden, gibt es neun Fahrgassen für die schnellen Maschinen, die im Eiltempo auf den Schienen hin- und herrollen, Produkte einlagern oder wieder herausholen, um sie versandfertig für einen der Edeka-Märkte in Südbayern zu machen. Hunderte Meter lange Rollbänder ziehen sich durch die gigantischen Hallen, und das auf mehreren Ebenen.

Das Zentrallager beinhaltet ein kilometerlanges Netz an Förderbändern.
Bild: Julian Leitenstorfer

Ständig piepst es und sind kleine blaue Boxen auf ihrer Reise. Aber nicht alles wird vollautomatisch verteilt, denn etliche Artikel müssen von Hand kommissioniert werden, weil sie zu sperrig sind. Am Ende landet alles für den jeweiligen Besteller perfekt geordnet auf einer Palette oder einem Rollwagen – digitaler Technik sei dank.

Was macht nun ein Händler in einem der Hunderten Edeka-Märkte vor Ort, wenn er Nachschub braucht? "Wenn ein Händler bis 11 Uhr aus dem Frischebereich etwas bestellt, hat er es am nächsten Tag", erläutert Christian Hörner. Anders sieht es im Trockenbereich aus. "Wenn er an Tag A bis 20 Uhr bestellt, erfolgt an Tag C bis früh morgens die Lieferung."

Auf dem Weg dorthin hilft im Landsberger Zentrallager vor allem modernste Technik mit Barcodelesern. An 20 Stunden pro Tag läuft die Anlage. In den restlichen vier steht sie still. Denn schließlich muss auch mal gereinigt werden.

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