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Gauschießen

23.05.2017

In Scheuring waren zwei Medaillengewinnerinnen von Rio zu Gast

Franz Berghofer (links) und Oliver Balg interviewten Barbara Engleder und Monika Karsch.
Bild: Thorsten Jordan

Monika Karsch und Barbara Engleder beantworteten nicht nur die Frage, wie viel eine Olympische Medaille wiegt. Sie gaben die Jungschützen auch wertvolle Tipps.

Wie schwer ist eine Olympische Medaille? Die Antwort auf diese Frage lieferte Monika Karsch: „500 Gramm und mit Band 511 Gramm.“ Das und noch viel mehr erfuhren die Besucher im Festzelt beim Gauschießen in Scheuring. Mit der gebürtigen Rotterin Monika Karsch und Barbara Engleder aus Triftern hatten die Edelweißschützen zur Halbzeit des Großereignisses für einen weiteren Höhepunkt gesorgt.

Schützenmeister Franz Berghofer und Bundesliga-Schütze Oliver Balg interviewten die beiden – auf einer Leinwand wurden die Auftritte von Engleder und Karsch bei den Olympischen Spielen in Rio gezeigt: Es herrschte fast Olympische Atmosphäre in Scheuring.

Nicht nur für Schützen waren diese auch sehr persönlich geführten Interviews interessant – beide erlaubten auch Einblicke in ihre Gefühlswelt während der Spiele. Monika Karsch lag mit der Sportpistole im Finale bereits 0:6 zurück. „Ich hab’ mir nur gedacht, dass ich mich nicht so abwatschen lassen kann“, erzählte sie. Tatsächlich gelang ihr eine grandiose Aufholjagd, die am Ende aber doch nicht mehr ganz für Gold reichte. „Ich war einfach stolz, dass es doch noch ein richtiges Duell geworden ist“, schilderte sie den Moment und „ich hab‘ mich über Silber gleich total gefreut“, also keine Enttäuschung darüber, die Goldmedaille so knapp verpasst zu haben.

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Was Karsch dabei geleistet hatte, konnten besonders die Schützen unter den Zuschauern nachvollziehen: Ihre Hauptwaffe war nämlich beim Probeschießen kaputt gegangen und sie musste mit der Zweitwaffe antreten. „Natürlich ist es das gleiche Modell, aber eben doch eine andere Waffe.“

Fast ein „Dialektduell“ wurde das Interview von Franz Berghofer („Ich kann nur lechroanerisch reden.“) mit der Niederbayerin Barbara Engleder, die ja bereits bei den Fernsehinterviews während der Spiele für Furore gesorgt hatte. Nie um einen lockeren Spruch verlegen, erzählte sie von ihrem Werdegang und ihren Gedanken während der Wettkämpfe. Nach Platz vier mit dem Luftgewehr stand noch der KK-3-Stellungskampf auf dem Programm. „Nachdem Monika so vorgelegt hatte, habe ich mir gedacht, da kann ich nicht hintenanstehen.“ Für sie waren es die vierten Olympischen Spiele, an denen sie teilgenommen hat und „definitiv meine letzten. Also wenn ich schon aufhöre, warum dann nicht mit einem Kracher?“, waren ihre Gedanken. Und den ließ sie mit der Goldmedaille folgen.

Damit dürfte sie auch ihren Mann wieder besänftigt haben. „Nach dem vierten Platz mit dem Luftgewehr bekam ich viele nette SMS mit Glückwünschen“, erzählt sie, „nur mein Mann hat geschrieben: Super, wieder vier Jahre umsonst“, was für großes Gelächter sorgte.

Auch wenn beide sehr humorvoll ihre Erfahrungen schilderten – es war zu spüren, wie viel Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Einsatz dahinter steckt, um so weit zu kommen. Zusätzliches Krafttraining, lange Trainingsfahrten und ein perfektes Zeitmanagement, um Familie und Sport unter einen Hut zu bringen, sind unerlässlich. Trotzdem hat der Ratschlag der beiden für die Jungschützen mit alledem nichts zu tun: „Man muss Spaß dabei haben und wenn man sich innerhalb der Mannschaft gut versteht, ist das sicherlich auch nicht schlecht.“

Und für die Luftpistolen-Mannschaft der Scheuringer, die sensationell in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist, hat Monika Karsch, einen Tipp parat: „Das ist auch nur ein Wettkampf. Einfach darauf freuen und dann ist es auch nur: raufgehen, runtergehen, in der Mitte halten – und abdrücken.“

Für ein paar Veränderungen hätten die Olympia-Medaillen schon gesorgt, sagen beide. „Ich bin in Regensburg auf der Straße erkannt worden und erhalte heute noch viel Fanpost, die oft ganz liebevoll gestaltet ist“, sagte Karsch. Engleder erklärte: „Ich darf auf so tolle Veranstaltungen wie bei euch.“ Vom Scheuringer Schützenheim und der Resonanz auf das Gauschießen sei sie ganz begeistert. „Und wenn es im ganzen Gau so aussieht, kann ich nur neidisch sein, dass ich nicht hier geboren bin, sondern in Niederbayern.“

Nach dem Interview beantworteten die beiden noch Fragen aus dem Publikum – und erfüllten geduldig die zahlreichen Autogrammwünsche.

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