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Kaufering

21.10.2019

Kaufering will Mittelschüler aus Weil zurückholen

Die Grund- und Mittelschule in Weil: Dort gehen auch etliche Mittelschüler zur Schule, die eigentlich zum Sprengel der Marktgemeinde Kaufering gezählt werden.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Derzeit besuchen 58 Mittelschüler aus der Marktgemeinde die Schule in der Nachbargemeinde Weil. Warum Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger das ändern will.

Thomas Salzberger, der neue Bürgermeister der Marktgemeinde Kaufering, hat im Wahlkampf angekündigt, dass die Schüler des M-Zweigs aus Weil nach Kaufering zurückkehren sollen. Im Schulsprengel der Marktgemeinde leben derzeit 212 Mittelschüler. Davon besucht ein großer Teil die Schule in Weil. Wie die Chancen stehen, dass sich das jetzt ändert.

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Konkret handelt es sich um 58 Kauferinger, 16 Hurlacher und zwölf Iglinger, die den M-Zweig in Weil besuchen, sagt Salzberger auf Anfrage des LT. Dass so viele Schüler nicht im Kauferinger Schulsprengel unterrichtet werden, hat mit der Einführung der Mittelschulen in Bayern im Jahr 2010 zu tun, sagt Kauferings Bürgermeister. „Für Mittelschulen sind seither ein M-Zweig und ein gebundener Ganztag verpflichtend, deshalb ist Kaufering damals einen Schulverband mit Weil eingegangen.“ Weil hatte zu dem Zeitpunkt bereits einen M-Zweig. Aktuell gibt es in den Jahrgangsstufen sieben und acht jeweils eine solche Klasse und in der neunten und zehnten Jahrgangsstufe jeweils zwei Klassen im M-Zweig. Die Gründung der Mittelschulen und das verbindliche Angebot eines M-Zweigs war eine Reaktion des Freistaats Bayern auf fallende Schülerzahlen an den Hauptschulen.

Was ist mit Schülern, die vor dem Abschluss stehen?

Weils Bürgermeister Christian Bolz reagiert auf Nachfrage zurückhaltend auf den Wunsch aus Kaufering. „Ich habe das Anliegen mitbekommen. Es gab dazu aber noch keine intensiveren Gespräche.“ Von zentraler Bedeutung ist aus seiner Sicht, dass die Schulen und die Vertreter im Schulverband bei dem Prozess mitgenommen werden. Auch müsse geklärt werden, ob das Kultusministerium und das Schulamt für einen solchen Schritt ihr Einverständnis geben. Christian Bolz wirft zudem die Frage auf, was mit den Schülern passieren soll, die kurz vor dem Abschluss stehen. „Sollen die dann noch mal die Schule wechseln?“ Es gelte nun erst einmal Vorgespräche zu führen, um mehr Klarheit zu bekommen, so Weils Bürgermeister.

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Die Schule soll eigentlich erweitert werden

Der Vorstoß aus Kaufering erschwert Weil beziehungsweise dem Schulverband auch die weiteren Planungen. Im Raum steht nämlich die Erweiterung der Grund- und Mittelschule in Weil. Bei einem Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Bildungseinrichtung im Mai dieses Jahres hatte Schulleiter Christian Geus das Problem des fehlenden Platzes am Standort in Weil angesprochen. Die Schule platze aus allen Nähten, sagte er damals. Zwei Grund- und zwei Mittelschulklassen sind nach wie vor ausgelagert, für die Ganztagsklassen werde mehr Platz benötigt und die Mensa befinde sich in einem umfunktionierten Klassenzimmer. Zudem stiegen die Schülerzahlen weiter, so Christian Geus.

Bis sich die Situation verbessert, müssten sich die Schüler aber noch etwas gedulden, informierte Bürgermeister Bolz damals auf Nachfrage des LT. „Wir haben mit dem Kindergarten (4,5 Millionen Euro) und dem Feuerwehrhaus aktuell zwei Großprojekte vor der Brust. Die Erweiterung unserer Schule wird aber das bestimmende Thema nach der Kommunalwahl im kommenden Jahr werden“, sagte er im Frühjahr. Vor der Erweiterung soll aber zunächst das Thema Brandschutz an der Schule angegangen werden. Eine Kostenschätzung bezifferte die benötigte Summe vor einigen Jahren bereits auf rund acht Millionen Euro, so der Bürgermeister.

Kindergartenkinder sind derzeit in der Mittelschule untergebracht

Auch in Kaufering muss erst einmal eine Baumaßnahme umgesetzt werden, bevor die Schüler des M-Zweigs möglicherweise zurückkehren. Die Kindertagesstätte Don Bosco wird für 2,9 Millionen Euro generalsaniert. Während dieser Zeit wird der Nachwuchs in der Mittelschule untergebracht. Im September nächsten Jahres sollen Kinder und Erzieher in das erneuerte und erweiterte Haus zurückkehren. Dann werden laut Thomas Salzberger sechs Zimmer (davon ein PC-Raum) und zwei Gruppenräume sowie ein Büro frei, die dann für den M-Zweig zur Verfügung stehen würden. Einzig ein Raum für Fachunterricht – nämlich ein PC-Raum – müsste laut dem Kauferinger Bürgermeister geschaffen werden für die höhere Schülerzahl.

Dass es wegen der steigenden Geburtenzahlen perspektivisch eng wird, glaubt Salzberger nicht. Der Platz, den die Schule nach dem Auszug von Don Bosco wieder zur Verfügung habe, reiche wahrscheinlich aus. „Eventuell müssen die zwei in Kaufering untergebrachten Klassen aus Holzhausen eine andere Unterkunft finden, je nachdem, wie viele Klassen wir zusätzlich bekommen.“

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