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Ausblick

22.10.2016

Kein Freund von langen Übergangslösungen

Hans Meiser (ÖdP) hat klare Vorstellungen, was sich die Stadt leisten sollte und auch leisten kann.
Bild: Thorsten Jordan

Stefan Meiser (ÖdP) ist vom wachsenden Bedarf der Kinderbetreuung überzeugt, will aber Prioritäten festlegen

Stefan Meiser (ÖdP) ist im Stadtrat so etwas wie der Mann mit dem Rechenschieber und der Lupe. Beruflich hat er in der bischöflichen Finanzkammer der Diözese Augsburg tagtäglich mit Zahlen zu tun, im Stadtrat engagiert er sich als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses und hat dort vornehmlich – mit Zahlen zu tun. Mit dem ÖdP-Stadtrat schließen wir unseren LT-Ausblick mit den Zielen der einzelnen Fraktionen für die kommenden Monate ab.

Stefan Meiser ist als einziger ÖdP-Stadtrat – trotz Ausschussgemeinschaft mit der BAL – zwangsläufig ein Einzelkämpfer. Umso mehr hat er klare Vorstellungen davon, was sich Landsberg seiner Meinung leisten sollte und auch leisten kann. Dazu gehört auch ein Hotel der Kategorie Drei-Sterne-plus. War er bislang noch nicht sicher genug, ob sich das Gelände auf dem Schlossberg als Standort eignet, hat sich dieser durch die Planwerk-Studie zur Bevölkerungs- und damit Schulentwicklung wohl erübrigt.

Landsberg wird einen Schülerzuwachs erleben („Bis zu 30 Prozent“), die Grundschullandschaft „enorm umgekrempelt.“ Der gravierende Sprung sei bis 2023 zu erwarten. Es existiere also bereits ein gewisser Handlungsdruck, denn Schulneubauten wollen geplant sein, und das meist über einen längeren Zeitraum von vier bis fünf Jahren. Mit einem Vorschlag hat sich Stefan Meiser daher angefreundet: „Die Gutachter haben ja ebenfalls die Schlossbergschule als geeigneten Standort für eine neue Grundschule identifiziert.“ Er ist wie die Grünen-Fraktion auch überzeugt, dass ein Neubau am Stadtrand nicht optimal wäre: „Die Grundschulen gehören einfach in die Stadt.“

Kein Freund von langen Übergangslösungen

Allerdings sieht auch er eine Folge, die grundsätzlich eine neue Diskussion mit sich bringen wird: Wenn nämlich die Schullandschaft neu geordnet werde, bringe das, wie ebenfalls von Planwerk empfohlen, eine Sprengeländerung mit sich. Das werde nicht einfach werden und daher ist er überzeugt: „Wir werden die Bevölkerung mitnehmen und müssen uns auch die dafür notwendige Zeit nehmen.“ Allerdings sollten die Schritte jetzt vom Schulamt angestoßen werden.

Thematisch auf dem Weg bleibt die ÖdP in Sachen Kindertageseinrichtungen. Stefan Meiser sieht, dass vor dem Planwerk-Gutachten immer nur kurzfristiger Bedarf gedeckt werden konnte. Die jüngst beschlossene Übergangslösung, am Kinderhaus Römerauterrasse in Container-Bauweise zusätzlichen Platz zu schaffen, sieht er mit gemischten Gefühlen: „Container haben die Angewohnheit, sich festzusetzen“ – will heißen, dass aus Übergangs- schon immer wieder mal Dauerlösungen wurden. Das gelte es zu vermeiden, zumal er die pädagogischen Bedenken wohl vernommen habe, die ab einer Größenordnung von sechs bis acht Kindergartengruppen laut werden. Da er weiß, wie sehr das Bauamt mit Projekten eingedeckt ist, Kindertagesstätten aber auch zwei bis drei Jahre benötigen, bis sie verwirklicht sind, fordert er, Projekt-Prioritäten festzulegen: „Wir müssen daher im nächsten Haushalt bereits einen zeitlichen Ablauf skizzieren, wann neue Einrichtungen erstellt werden.“

Die Stiftung endlich zeitgemäß gestalten

Kein Steckenpferd, aber eine große und wichtige Herausforderung sah Stefan Meiser jüngst in der Heilig-Geist-Spital-Stiftung und dem Umgang mit ihr (Landsberger Tagblatt berichtete). Er ist der Meinung, dass der Rechtsstatus der seit Jahrhunderten bestehenden Stiftung nicht eindeutig geklärt ist. „Das müssen wir jetzt hinkriegen, um die Stiftung künftig zeitgemäß zu gestalten.“ Er möchte dazu auch den Rat der Sozialverbände und der Kirchen einholen, um einen möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens diesbezüglich zu erarbeiten.

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