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Landsberg

04.07.2020

Landsberg: Deutliche Kritik an Richtlinien für Kulturförderung

Das Theater-Projekt der Landsberger Stelzer „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ wurde 2019 gefördert. Das Foto zeigt Wolfgang Hauck.
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Plus Wolfgang Hauck gibt im Vorfeld Empfehlungen zu den Förderrichtlinien. Doch die sind im Landsberger Kulturausschuss kein Thema.

Seit dem Jahr 2019 hat die Stadt Landsberg eine neue Kulturförderrichtlinie. Im vergangenen Jahr wurden darüber zehn kulturelle Projekte finanziell unterstützt. Insgesamt stellte die Stadt 33.700 Euro zur Verfügung. In der ersten Sitzung des neuen Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses wurde über Änderungen der Richtlinien diskutiert. Dazu hatte auch Wolfgang Hauck (die Kunstbaustelle, die Stelzer) im Vorfeld Vorschläge gemacht. Doch die werden in der Sitzung gar nicht erwähnt.

Wolfgang Hauck hatte den Mitgliedern des Ausschusses im Vorfeld Informationen und Empfehlungen an die Hand geben. Diese Informationen habe er Anfang Mai mündlich und Ende Mai in einem Positionspapier als Übersicht auch Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) mitgeteilt. Darüber hinaus habe er die Details in einem Gespräch mit Zweitem Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne) und Drittem Bürgermeister Felix Bredschneijder ( SPD) erläutert. „Claudia Flörke, Kulturbüro, und die Kulturreferenten Tom Bohn und Axel Flörke, hatte ich dazu auch informiert, dass man sinnvolle Änderungen einarbeitet könnte, um sie in der Sitzung zu behandeln.“ Seine Vorschläge würden auf seiner langjährigen Tätigkeit im Bereich der Kulturberatung beruhen. „Ich habe über zwölf Jahre die Kulturförderungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene begleitet“, sagt Hauck.

Ein Punkt ist ihm besonders wichtig: Wenn eine Stadt wie Landsberg derzeit nur ein „Defizit“ fördere und „nur nach Abschluss“ zahle, drücke das kein Vertrauen und Wertschätzung für die eigenen Projekte und Akteure aus. Dabei sei diese Erstförderung der Stadt die Eintrittskarte in andere Förderungen.

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Über die Förderhöhe diskutieren

Hauck nennt ein Beispiel: Um den Förderbetrag von 2500 Euro zu erhalten, bedeute das, man müsste 5000 Euro aus anderen Mitteln aufbringen, um überhaupt in diese vergleichsweise kleine Förderung zu kommen. Auch die Förderhöhe sollte nochmals diskutiert werden. Wolfgang Hauck schlägt mindestens 3000 Euro vor, die in diesem kleinen Format der einfachen Vergabe möglich sein sollten.

Die Empfehlungen von Wolfgang Hauck wurden in der Sitzung mit keinem Wort erwähnt. Claudia Flörke stellte zunächst die 2019 geförderten Projekte vor. Davon hätten zwei Projekte mehr als die vorgesehenen 2500 Euro erhalten – unter anderem das Theater „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ der Landsberger Stelzer, deren Leiter Wolfgang Hauck ist. Für das Jahr 2020 hätten sich bereits acht Projekte um eine Förderung beworben. Für drei Projekte seien Beträge schon ausbezahlt worden.

Was ist neu in den vom Kulturausschuss beschlossenen Änderungen? Anträge für eine Förderung über 2500 Euro können künftig bis zum 15. Oktober (bisher 15. Juni) eines Jahres gestellt werden. Ansonsten gab es keine wesentlichen Änderungen. Der Fördertopf bleibt bei 30.000 Euro. Wie Wolfgang Hauck sagt, war bei einem runden Tisch der Kulturschaffenden eine Erhöhung auf 60.000 Euro ins Gespräch gebracht worden. Dass seine Empfehlungen gar nicht erwähnt wurden, bezeichnet Hauck als „Armutszeugnis“. Die nun weiterhin geltende Förderrichtlinie treffe vor allem jene Künstler, die Geld vorschießen müssten.

Wolfgang Hauck setzt sich auch für ein anderes Kulturprojekt ein: Bauprojekt Papierbach: Der Streit um den Kulturbau geht weiter

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