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Landkreis Landsberg

07.02.2019

MVV: Wann werden Bus und Bahn günstiger?

Diese S-Bahn in Geltendorf fährt in Richtung Kaufering. Die Anzeige „Nicht einsteigen“ verrät aber, dass sie nur zum Wenden in diese Richtung fährt. In einigen Jahren könnte es aber durch einen MVV-Beitritt des Landkreises so weit sein, dass es bis nach Kaufering weitergeht.
Bild: Thorsten Jordan

Seit Jahrzehnten wird über einen MVV-Beitritt des Landkreises diskutiert. Jetzt soll darüber konkret verhandelt werden. Der Landkreis hofft dabei auf Gelder des Freistaats.

Wann schlüpft der Landkreis Landsberg in den Münchner Tarif- und Verkehrsverbund (MVV)? Die Frage wird seit mehr als zwei Jahrzehnten immer wieder gestellt. Doch nun könnte man einer Antwort näher kommen. In die Sache ist zuletzt Bewegung gekommen, weil der Freistaat Bayern zusätzliches Geld für die Verkehrsverbünde bereitstellt. Davon, so berichteten jetzt Landrat Thomas Eichinger und der Nahverkehrsbeauftragte im Landratsamt, Dietmar Winkler, solle auch Geld in den Landkreis Landsberg fließen. Lesen Sie dazu auch: MVV-Anschluss: Da ist auch der Staat gefordert

Die Nähe zu München reicht nicht

Der Beitritt zum MVV war vor einigen Tagen auch das Hauptthema in einer Sitzung der Struktur- und Nahverkehrskommission des Kreistags. Daran nahm auch MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch teil. Der Knackpunkt, warum der Landkreis Landsberg trotz der Nähe zu München seit der Gründung des MVV 1972 bis auf die S-Bahn-Endstation Geltendorf außen vor blieb, war lange Zeit das Geld. Der MVV-Tarif ist günstiger als die sonst geltenden Bahn- und Buspreise. Bei einem Beitritt zum MVV gingen den Bus- und Bahnunternehmen Einnahmen verloren. Diesen „Durchtarifierungsverlust“, wie es im Amtsdeutsch heißt, hätte bislang der Landkreis ausgleichen müssen. Wie viel Geld das sein könnte, wurde schon öfter berechnet: In den 90er-Jahren ging man von jährlich einer Million Mark aus, zuletzt von vier bis sieben Millionen Euro, blickt Eichinger zurück.

Wer nicht ruft, wird nicht gehört

Nun gibt es seit Kurzem im Bau- und Verkehrsministerium ein neues Referat 63. Dieses beschäftige sich mit dem Ausbau der Verkehrsverbünde, berichtete der Nahverkehrsbeauftragte Dietmar Winkler, und es gebe auch Finanzmittel in Höhe von 30 Millionen Euro. Dabei gelte, so der Landrat: „Wer nicht ruft, wird nicht gehört.“ Also will man sich vonseiten des Landkreises schon in Kürze mit dem Bau- und Verkehrsministerium zusammensetzen, um zu klären, welche „Hausaufgaben“ der Landkreis für einen Beitritt ins MVV-Tarifgebiet machen müsste. Das Thema kommentiert Gerald Modlinger: MVV: Viele Baustellen beim Verkehr

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Es gibt einiges zu tun

An den Buslinien werde es da einiges zu tun geben, nennen Eichinger und Winkler als Beispiel. Die bessere Anbindung des Kreisgebiets an die Bahnhöfe dürfte dabei ein wichtiger Punkt sein. Außerdem müssten die voraussichtliche Zahl der Fahrgäste und die Einnahmeverluste durch den MVV-Tarif kalkuliert werden, bevor es zum Vertragsabschluss kommen wird. Das könnte dauern: „Unter drei Jahren ist das nicht realistisch“, betont Eichinger. Parallel müsse mit dem Staat auch übers Geld verhandelt werden. Dabei wolle er darstellen, warum der MVV-Tarif im Raum Landsberg so wichtig ist, sagt Eichinger: Im ländlichen Raum sei das Leben noch bezahlbar. Damit die Menschen aber im Landkreis Landsberg wohnen und in München arbeiten können, müssten sie auch eine preisgünstige Verkehrsanbindung haben.

Kein drittes Gleis

Tritt der Landkreis in ein paar Jahren tatsächlich dem MVV bei, bringt das zwar günstigere Bus- und Bahnpreise, aber auf der Schiene noch kein größeres Verkehrsangebot. Dafür müsste die Bahninfrastruktur ausgebaut werden. Eine Express-S-Bahn könnte zwar 2020/21 starten, sagt Dietmar Winkler. In Volllast könne sie erst fahren, wenn in acht oder neun Jahren in München die zweite Stammstrecke zur Verfügung steht. Ein drittes Gleis bis Buchloe sei ein weiteres Thema, merkt Eichinger an.

Eine direkte Zugverbindung?

Direkte Zugverbindungen von Landsberg und vom Ammersee nach München? Auch darüber wird immer wieder gesprochen. Eine wichtige Voraussetzung wäre, die Strecken dorthin zu elektrifizieren, denn langfristig werde man wohl nicht dieselbetrieben in die Stadt hineinfahren, sagt Eichinger. Gebe es eine Oberleitung nach Landsberg und an den Ammersee, dann könnte man die Züge in einem Flügelkonzept nach München bringen. In Kaufering und Geltendorf könnten die einzelnen Zugteile zusammengehängt werden, so wie es jetzt auch schon im Oberland der Fall sei, erklärt Dietmar Winkler.

Auch neue beziehungsweise wieder zu eröffnende Bahnhalte könnten später einmal auf die Tagesordnung kommen. Manche Bürgermeister hätten da schon ihr Interesse geäußert, erwähnt der Landrat, etwa in Hurlach, wo die Lechfeldbahn vorbeiführt.

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