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Landsberg

15.06.2019

Mit mehr als drei Promille hinterm Steuer

Mit über drei Promille wurde ein Autofahrer Ende 2018 in Kaufering erwischt. Jetzt musste er sich vor Gericht verantworten.
Bild: Uli Deck/dpa (Symbolbild)

Ein 38-Jähriger muss sich nicht nur wegen Trunkenheit im Straßenverkehr vor dem Amtsgericht Landsberg verantworten. Auf dem Polizeirevier tickte er auch aus.

Mit 3,10 Promille hat die Polizei am 1. Dezember 2018 einen 38-jährigen Autofahrer an der Lechstaustufe 18 bei Kaufering gestellt. Zuvor war er in Schlangenlinien durch Kaufering gefahren. Jetzt musste sich der Mann vor dem Amtsgericht Landsberg wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr verantworten. Das war aber nicht der einzige Vorwurf, der ihm zur Last gelegt wurde. Denn bei seiner Festnahme wurde er auch ausfallend und griff auch noch Polizisten an.

Der Angeklagte lässt seinen Anwalt reden

Über seinen Anwalt Chasklovicz Laib entschuldigte der Mann sein Verhalten als „alkoholbedingt“. Allerdings könne er sich an nichts erinnern, hieß es. Die junge Polizistin in Ausbildung, die am Tatabend zivil unterwegs war, wusste hingegen genau, wie alles angefangen hatte: Nach ihren Worten befanden sich zunächst zwei Personen in dem Pkw. Einer von ihnen sei der Angeklagte gewesen. Bei einem Fahrerwechsel habe er sich ans Steuer gesetzt. Die Beamtin habe das Auto – wie sich in der Hauptverhandlung herausstellte, war es ein uralter Jaguar – eine Zeit lang im Blick behalten und dann die Kollegen in der Inspektion Landsberg informiert.

Die Polizisten mussten den Mann fixieren

Als die Beamten an der Lechstaustufe ankamen, trafen sie den gesuchten 38-Jährigen an. Er stand neben dem Auto. Eine „Alkoholfahne“ soll ihn umgeben haben. Und ein Schäferhund soll auch da gewesen sein, sagten die Beamten vor Gericht aus. Der Mann habe jedoch schon verstanden, was sie von ihm wollten. Allerdings soll er sich gar nicht kooperativ verhalten haben – weder vor Ort noch später in der Dienststelle der Polizei. So habe er an der Staustufe zum Beispiel auf die Fragen „Warum er hier ist, was er hier macht?“ keine Antwort gegeben haben. Er habe auch offengelassen, wo der Autoschlüssel geblieben sei. Nicht nur das: Er habe die Polizisten mit derben Ausdrücken beleidigt.

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So fällt die Strafe aus

Auf der Dienststelle habe er sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, dass eine verständigte Notärztin eine Blutabnahme vornimmt. Gutes Zureden, so die Beamten im Zeugenstand, habe überhaupt nichts geholfen. So habe man den Mann schließlich auf einer Bank und auf dem Boden fixiert, und ihm Handschellen angelegt, um seine Atemalkoholkonzentration feststellen zu können.

Es war, wie vor Gericht bekannt wurde, nicht die erste Trunkenheitsfahrt des Angeklagten. Insgesamt hat der 38-Jährige acht Einträge im Bundeszentralregister (BZR) der Straftaten. Von einem „Vollrausch“ seines Mandaten sprach der Verteidiger in seinem Plädoyer. Seines Erachtens reiche deshalb eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 20 Euro und ein Entzug des Führerscheins für 15 Monate aus. Staatsanwältin Andrea Hobert forderte acht Monate Haft, für fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt, und außerdem 100 Stunden Sozialarbeit sowie einen Führerscheinentzug für 18 Monate. Richter Alexander Eberle verurteilte den Mann zu sieben Monaten Haft. Die wird für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem wird ihm die Fahrerlaubnis für 18 Monate entzogen. Hinzu kommen 120 Sozialstunden, die binnen sieben Monaten abgeleistet werden müssen.

Übrigens: Der Mann, der zunächst das Auto des Angeklagten gesteuert hatte, und an der Lechstaustufe 18 nicht mehr dabei war, ist in einem eigenen Verfahren bereits verurteilt worden. (eh)

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