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Diessen/Bonn

21.01.2018

Nun sollen die erst einmal reden

Selfie auf dem Parteitag: (von links) Hanni Baur mit den Genossen Enrico Corongiu und Abuzar Erdogan aus Garmisch-Partenkirchen und Rosenheim.
Bild: Hanni Baur

Die Dießenerin Hanni Baur war beim SPD-Parteitag in Bonn. Dort stimmte sie als Delegierte über Koalitionsgespräche mit ab.

Die SPD wird Koalitionsverhandlungen mit der Union aufnehmen. Dafür stimmten auf dem Sonderparteitag in Bonn 362 Delegierte. 279 votierten dagegen, bei einer Enthaltung. Aus dem Landkreis als Delegierte mit dabei: Hanni Baur aus Dießen. Sie war eine der 362 Ja-Stimmen und setzt nun ihre Hoffnungen auf die Koalitionsgespräche.

Ein anstrengendes Wochenende mit eigentlich zwei wichtigen und wegweisenden Entscheidungen liegen hinter Hanni Baur. Schließlich stand bereits am Freitag in Nürnberg eine Versammlung der bayerischen Delegierten zur Vorbesprechung des bundesweiten Sonderparteitags der Sozialdemokraten an.

Zwei Herzen in ihrer Brust

Und die Leiterin der SPD-Regionalgeschäftsstelle in Weilheim ging mit einem guten Gefühl aus der Vorbesprechung: „Wir wurden vom Landesverband autorisiert, frei nach unserer Überzeugung und ohne Fraktionszwang zu entscheiden.“ Zu entscheiden war ja, ob die SPD-Vorstandsriege um Martin Schulz tatsächlich Koalitionsverhandlungen mit den Unionsparteien CDU und CSU zur Regierungsbildung aufnehmen sollen. Hanni Baur selbst gibt zu, dass zwei Herzen in ihrer Brust schlugen. Zunächst war da mal das Gefühl der großen Verärgerung – vor allem über das Verhalten und die Aussagen von CSU-Politikern, wie die des aus der Region stammenden Fraktionschefs Alexander Dobrindt, der von einem „Zwergenaufstand“ innerhalb der SPD gesprochen habe. Andererseits ist sie der Überzeugung: „Es ist jetzt Zeit, dass Deutschland endlich eine Regierung erhält.“

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Sie jedenfalls fuhr nach Bonn mit der Absicht, sich die Argumente ihrer Vorsitzenden genau anzuhören und dann letztlich ihrem Gewissen folgend zu entscheiden. Vom Auftritt des Parteivorsitzenden Martin Schulz war sie durchaus angetan, wie sie überhaupt einen sachlichen und fairen Umgang der unterschiedlichen Meinungsträger wahrnahm: „Jeder konnte seine Meinung äußern, die anderen haben aufmerksam zugehört.“ Nur die flammende Rede des Juso-Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert habe kurzzeitig etwas mehr Emotionen in den Saal gebracht.

Die Mitglieder sollen entscheiden

Warum sie, die sie unentschlossen war, nun für die Aufnahme der Koalitionsverhandlungen gestimmt habe? „Die Mitglieder sollen am Ende alle über das Ergebnis aus diesen Verhandlungen entscheiden können, nicht nur wir Delegierte.“ Die Verhandlungsführer sollen nun sprechen und die Ergebnisse dann der gesamten SPD zur Abstimmung präsentieren. Noch einmal zurück zu Martin Schulz. Dessen erstes Statement gestern, er müsse jetzt als Erstes die Partei wieder zusammenführen, ist für Hanni Baur nachvollziehbar: „Das ist absolut wichtig, schließlich gehen gerade wir in Bayern heuer auch in eine Landtagswahl.“

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