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Utting/Holzhausen

03.06.2019

Polizei-Bootshaus: Die Gemeinde Utting bleibt beim Nein

Der Uttinger Gemeinderat ist auch weiterhin gegen das geplante Bootshaus der Wasserschutzpolizei in der Holzhausener Bucht.

So ist der aktuelle Stand bei den Planungen für das Bootshaus der Polizei in Holzhausen. Aus Utting kommt weiter ein Nein.

Der Uttinger Gemeinderat hat sich erneut gegen den Bau eines Polizei-Bootshauses in der Holzhausener Bucht ausgesprochen. Neben dem Bauvorhaben lehnt der Gemeinderat auch Eingriffe in die Natur ab, die aufgrund der Errichtung des Bootshauses an diesem Standort wohl erfolgen würden und die zu Beeinträchtigungen oder Reduktion geschützter Arten führten.

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„Wir haben uns bei jeder Stufe des Verfahrens zu Wort gemeldet und sollten das auch jetzt tun“, sagte Florian Münzer (GAL) und fügte an: „Das ist kein Votum gegen die Wasserschutzpolizei, sondern gegen das Vorhaben.“ Margit Gottschalk (CSU/Bürgerliste) schloss sich dieser Meinung an: „Der Ort ist nach wie vor indiskutabel.“ Für das Bootshaus sprach sich Helmut Schiller (SPD) aus. Er erhofft sich dadurch den Erhalt des Dampfersteges. Dieser werde von der Schifffahrt wenig genutzt und könnte daher eines Tages als überflüssig angesehen werden. Dem Beschluss lag ein Antrag des Vereins „Unser Dorf“ zugrunde. In dem Antrag bezieht sich der Verein auf die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Landsberg vom 22. März.

In den Behörden wird noch geprüft

Der Verein geht davon aus, dass das Genehmigungsverfahren mit allen Unterlagen der Regierung von Oberbayern zur „Zustimmung“ vorliegt. Auf Nachfrage des Landsberger Tagblatts ließ Pressesprecherin Verena Gros verlauten: „Die für den Bau des Bootshauses erforderliche naturschutzfachliche und -rechtliche Prüfung wie auch die wasserrechtliche Prüfung der Unteren Naturschutz- und Wasserbehörde des Landratsamts Landsberg sind noch nicht abgeschlossen.“ Aussagen über den dafür noch erforderlichen Zeitraum sowie das voraussichtliche Ergebnis seien daher aktuell nicht möglich. Eine offizielle Stellungnahme liege der Regierung von Oberbayern bislang nicht vor.

Polizei-Bootshaus: Die Gemeinde Utting bleibt beim Nein

Dies bestätigte Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes Landsberg. Interner Status sei, dass die Wasserrechtsbehörde alle relevanten Stellungnahmen einhole, etwa bei der Wasserwirtschaft, der Fischerei und dem Naturschutz. Diese Unterlagen würden nach Prüfung an die Regierung von Oberbayern übermittelt. Noch sei die Prüfung aber nicht abgeschlossen. Seitens der Unteren Naturschutzbehörde bestehen zwar Bedenken gegen das Bauvorhaben, sie gibt jedoch in einer Stellungnahme, die dem LT vorliegt, grünes Licht, wenn Kompensationsmaßnahmen durchgeführt und eine Ersatzzahlung von rund 14.000 Euro geleistet würden.

Die Prüfung hat ergeben: Es leben keine besonders geschützten Vögel dort

Die Zahlung wird vorgegeben, da „die zu erwartenden Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes nicht vollständig vermieden, minimiert oder ausgeglichen werden können.“ Ersatzmaßnahmen sollen im Landschaftsschutzgebiet Ammersee-West vorgenommen werden. Dort soll eine artenarme Wiese extensiviert werden. Es ist eine Strauchhecke mit einer Fläche von 400 Quadratmetern vorgesehen. Außerdem sollen zwei Bojen innerhalb des Bojenfeldes zwischen Dampfersteg Utting und dem Steg des Augsburger Segelclubs verlagert werden. Ziel ist es, dem Armleuchteralgenvorkommen neue Siedlungsflächen zu geben.

In ihrem Fazit geht die Untere Naturschutzbehörde also von „erheblichen Beeinträchtigungen für den Naturhaushalt“ durch die Errichtung und Nutzung des Bootshauses aus. Es sei mit Auswirkungen auf das Landschaftsbild durch den Bootsbetrieb zu rechnen.

Der Gemeinderat lehnt das Projekt mit deutlicher Mehrheit ab

Bei der Prüfung der Auswirkungen auf Wasservögel kam man zu dem Schluss, dass dort kein Ruhegebiet für die Tiere besteht, die besonders geschützt sind, wie etwa Schwalben- und Reiherarten sowie Rohrweihen. Zugvögel könnten im Winter auf andere Zonen ausweichen. Es handele sich nicht um ein Wasservogelruhezonengebiet. Durch die bereits bestehende Nutzung bestünden keine ungestörten Uferbereiche. Der Erhalt geschützter Seeuferbereiche sei durch die Lage des Bootshauses sichergestellt, so die Stellungnahme.

Nichtsdestotrotz bleibt eine 11:3-Mehrheit des Uttinger Gemeinderats bei ihrer ablehnenden Haltung.

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