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Kaltenberg

15.05.2019

Ritterturnier: Warum Kaltenberg heuer mehr auf Frauen setzt

Frauen in Kaltenberg: Falle für Prinzessin Gwendolyn (Marion Levavasseur)
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Frauen in Kaltenberg: Falle für Prinzessin Gwendolyn (Marion Levavasseur)
Bild: Thorsten Jordan

Plus Rund 1000 Mitwirkende prägen das Kaltenberger Ritterturnier. Zum 40. Geburtstag des Mittelalterevents sollen mehr Frauen eine tragende Rolle spielen. Was sich sonst noch ändert.

Das Kaltenberger Ritterturnier zählt nicht nur zu den größten Mittelalterevents weltweit, sondern auch zu den großen Konstanten im Landkreis Landsberg. Seit 40 Jahren lockt es bereits mit seinen Geschichten um das Gute und das Böse Besucher zu Tausenden in den nördlichen Landkreis auf das Schloss der Wittelsbacher und ist bei aller Beständigkeit einem ständigen Wandel unterzogen. So dreht sich zwar die Jubiläumsgeschichte um den „Kampf der Brüder“, das Heft des Handelns haben aber erstmals überwiegend Frauen, in Kaltenberg auch Amazonen genannt, in der Hand.

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Rund 1000 Mitwirkende in Show und Rahmenprogramm

225 Mitwirkende in der Arenashow plus die Profi-Stunttruppe aus Paris, Cavalcade, 100 auftretende Künstler auf dem Gelände, elf Lagergruppen, wovon sich einige aus bis zu 60 Mitwirkenden zusammensetzen, und viele andere mehr ergeben die rund 1000 Mitglieder umfassende Kaltenberg-Familie der Wochenenden vom 12. bis zum 28. Juli.

Und dazu kommen heuer etwa 80 Frauen, die laut Heinrich Prinz von Bayern „die Männer zu Statisten werden lassen“ – zumindest temporär. War es in den zurückliegenden Jahren meist die Stuntfrau Marion Levavasseur, die Männer in der Arenashow (laut Drehbuch) meist schlecht aussehen ließ, wird sie in der Stunttruppe von Mario Luraschi in diesem Jubiläumsjahr von weiteren Geschlechtsgenossinnen unterstützt und mit tragenden Rollen im Ränkespiel um Macht und Reichtum, Ehre und Treue ausgestattet. Natürlich wird der Gegenspieler der Schwarze Ritter sein, nach einjähriger Pause und auch auf Wunsch vieler Kaltenberg-Fans wieder von Frédéric Laforêt dargestellt.

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Bühnenbild ist schnell zu variieren

„Es wird in diesem Jahr sehr kostüm-lastig werden“, verrät Prinz Heinrich, nachdem im vergangenen Jahr eher das Bühnenbild im Vordergrund stand. Dabei soll mit einem kleinen Trick von Anfang an auch mehr Geschwindigkeit in die Geschichte kommen, die von Schauspieler Thomas Limpinsel geschrieben wurde und wieder von dessen Kollegen und Hörspielsprecher Johannes Steck vorgetragen wird. Prinz Heinrich: „Durch die opulenten Kostüme sind wir in der Lage, dass die Darsteller selbst zum Bühnenbild werden und dieses dadurch sehr schnell zu variieren ist.“ Er freut sich schon auf diese „Kostümschlacht“, die durch den hohen Frauenanteil unter den Darstellern eine ganz besondere Wirkung erhalte.

Von den Proben her, die bereits begonnen haben, ist die neue Geschichte somit anspruchsvoll. Die Regie hat wie im Vorjahr der Theaterregisseur Alexander May. Er wird dann auch das große neue Arenator in die Geschichte mit einbauen können. In der Vergangenheit eher limitiert und eigentlich hauptsächlich Ein- und Auslass, wird die neue Königsloge breiter und damit besser bespielbar sein. Das Grundgerüst aus Beton steht bereits, jetzt geht es an die Fertigstellung der Kulisse. „Mit dem neuen Tor und dem bereits vor Jahren gebauten Arenadach bekommen wir für die Inszenierung noch mehr Möglichkeiten, eigentlich eine ganz neue Dimension dazu“, freut sich Prinz Heinrich auf dieses Element.

Das Sagen hat ebenfalls eine Frau

Das Sagen bei der Gestaltung des Rahmen-Künstler-Programms und des Marktgeschehens rund um die Turnier-Show hat, und das nicht erst seit heuer, mit Florentine Hoffmann ebenfalls eine Frau. Die persönliche Assistentin von Prinz Heinrich hat mit ihrem Team wieder monatelang die Lande bereist, Augen und Ohren offengehalten und zum Jubiläum interessante Gaukler- und Musiknummern nach Kaltenberg locken können.

So werden nach gelegentlichen Pausen die erklärten Publikumslieblinge unter den Musikgruppen, die einst von Prinz Luitpold höchstpersönlich zu Königen der Spielleute geadelten Corvus Corax, am ersten Wochenende (12. bis 14. Juli) für Stimmung und gute Laune sorgen, acht neue Nummern sich präsentieren, darunter zwei Walkacts, und auf einen Coup ist Prinz Heinrich fast schon stolz: Die Nachfolgeformation der extrem beliebten Truppe Entr’Act, die Compagnie Kervan, wird erstmals auf einer der fünf Live-Bühnen des Mittelaltermarktes zu sehen sein.

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Natürlich bleibt ein Thema auch nach 40 Jahren ein ganz wichtiges: die Sicherheit von Darstellern und Besuchern. Kaltenberg hat den Ruf einer friedlichen und harmonischen Veranstaltung, für den die Familie von Bayern viel investiert. Neben Security, BRK, Polizei und vielen Helfern gilt auch dieses Mal: Keine Waffen am Mann oder der Frau, Schwerter und Armbrüste sind untersagt. Die kleinen Ritter dagegen können Schwerter tragen – aber die dürfen maximal aus Holz sein.

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