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Herrsching

16.12.2020

Sieben Corona-Tote in Herrschinger Klinik

Die Herrschinger Schindlbeck-Spezialklinik für Innere Medizin bleibt auf Anordnung des Landratsamts Starnberg bis mindestens 20. Dezember geschlossen. Dort hat es einen Coronaausbruch mit bislang sieben Todesfällen gegeben.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus In der Herrschinger Schindlbeck-Klinik gerät die Corona-Lage außer Kontrolle. Mehrere Patienten stecken sich dort an. Unter den Covid-19-Toten befinden sich auch Patienten aus dem Kreis Landsberg.

Sieben Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 vermeldet die Herrschinger Klinik Dr. Robert Schindlbeck. Unter ihnen sind auch Patienten aus dem Landkreis Landsberg. Seit gut zwei Wochen kämpft die Einrichtung mit einem Virusausbruch. Vergangenen Freitag ordnete das Landratsamt Starnberg die Schließung der Klinik an.

„Bis 20. Dezember bleibt die Klinik in jedem Fall geschlossen“, bestätigt die Pressesprecherin des Landratsamtes Starnberg, Barbara Beck, auf LT-Nachfrage. Im Klartext heißt das, es gilt ein absolutes Besuchsverbot und vor allem ein Aufnahmestopp für Patienten. Auch Covid-19-Patienten dürfen zur Behandlung in Herrsching nicht mehr aufgenommen werden. Wer in der Klinik behandelt wurde und an sich entlassen werden kann, darf nach Becks Aussage das Haus nur nach einem negativen PCR-Test verlassen.

In der Klinik herrscht Aufnahmestopp und absolutes Besuchsverbot

Auf der Homepage der Klinik werden Angehörige und Besucher in zwei knappen Sätzen über die derzeitige Lage informiert. Dort heißt es: „Sehr geehrte Angehörige und Besucher, die Klinik Dr. Robert Schindlbeck ist coronabedingt bis einschließlich 20. Dezember geschlossen. Es besteht absolutes Besuchsverbot und Aufnahmestopp von Patienten. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“

Vermutlich wurde das Virus durch Besucher eines Palliativpatienten in die Klinik gebracht, sagt Stefan Berger. Außerdem kämen Patienten in Frage, die mit einem negativen Testergebnis aufgenommen worden waren. „Wenn Patienten im Inkubationszeitraum in die Klinik kommen, haben wir keine Chance, das zu testen“, so Dr. Thomas Weiler, Geschäftsführer der Starnberger Kliniken. „Theoretisch müssten wir jeden neuen Patienten zunächst in einem Einzelzimmer isolieren und nach fünf Tagen erneut testen – aber dafür haben wir in der jetzigen Situation keine Kapazitäten.“

Plasma-Filteranlagen auf der Isolierstation

In der Spezialklinik für Innere Medizin werde derweil alles unternommen, das Risiko weiterer Infektionen zu verhindern. Besonders die 13 Patienten, die sich derzeit in Behandlung befinden und nicht infiziert sind, gelte es zu schützen. Der Sprecher der Starnberger Kliniken, Stefan Berger, sagt: „Auf der Isolierstation und in weiteren Bereichen wurden Plasma-Filteranlagen installiert.“

Alle Bereiche, die im Klinikgebäude leer stünden, würden einer speziellen Desinfektion und Reinigung unterzogen. Laut Berger sei auch der Einsatz spezieller FFP2-Masken mit häufigerem Wechsel pro Arbeitsschicht angeordnet worden und alle Mitarbeiter müssen zweimal wöchentlich auf das Virus getestet werden.

48 Mitarbeiter befinden sich in Quarantäne

Dennoch ist die Zahl der infizierten Mitarbeiter stark angestiegen. 48 der insgesamt rund 250 Mitarbeiter befinden sich laut Berger in Quarantäne. Sie alle hätten positive Befunde, seien aber nicht auf stationäre Behandlung angewiesen.

Im Februar war das Herrschinger Krankenhaus mit rund 120 Betten vom Landkreis Starnberg in seine Starnberger-Kliniken-Gesellschaft übernommen worden. Wie Stefan Berger zudem mitteilt, waren alle verstorbenen Patienten der Klinik zwischen 60 und 96 Jahre alt, bei den vier zuletzt zu beklagenden Toten handle es sich um eine Frau und drei Männer.

In der Gemeinde Herrsching gibt es aktuell (Stand: Dienstag, 15. Dezember) 197 positiv getestete Fälle, im gesamten Landkreis Starnberg 2328. Im Zusammenhang mit Corona sind nach Angaben des Landratsamtes auf dessen Homepage seit Ausbruch der Pandemie 17 Menschen gestorben. Bei drei Verstorbenen sei die Todesursache allerdings eine andere als Covid-19 gewesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag laut Robert-Koch-Institut bei 177,8.

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