Newsticker
RKI meldet 13.202 Neuinfektionen und 982 neue Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. So geht es den Gemüsehändlern in Landsberg

Landsberg

06.05.2020

So geht es den Gemüsehändlern in Landsberg

Der Stand von Levent Akbulut an der Stadtpfarrkirche in Landsberg.
Bild: Thorsten Jordan

Plus In Krisenzeiten kaufen viele im Supermarkt ein. Das merken auch die kleinen Gemüseläden in der Landsberger Altstadt.

„Wir bitten unsere Kunden, einen Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten.“ So oder ähnlich steht es derzeit an den Türen und Kassen vieler Lebensmittelgeschäfte. Während Klopapier kein Ablaufdatum hat, also unendlich gehortet werden kann, sollte Obst und Gemüse doch zumindest alle paar Tage frisch gekauft werden. Essen und Trinken steht in der Prioritätenliste der menschlichen Grundbedürfnisse ganz oben. Und wie sieht es bei den kleinen Händlern in der Landsberger Altstadt aus? Denjenigen, die jeden Morgen selbst zum Großmarkt nach München fahren und nicht von großen Logistikunternehmen beliefert werden?

Früh morgens, der blaue Himmel verspricht einen weiteren Sonnentag, kommt Levent Akbulut kaum dazu, seine Kisten auszuladen und seinen mobilen Stand in der Ludwigstraße zu bestücken, denn schon wollen die ersten Kunden einkaufen. Seit dem 1. April steht Levent wieder draußen vor der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Die Saison dauert bis in den November hinein, dann zieht er über die Wintermonate ein paar hundert Meter weiter in seinen Laden in der Schulgasse. Jeden morgen steht er um 3 Uhr auf, ist um 4 Uhr in der Großmarkthalle München, um rechtzeitig in Landsberg einen neuen Schwung frischer Kräuter, Obst, Gemüse und, nicht zu vergessen, seine täglich frischen Blumensträuße aufzubauen. Dieses Jahr hat er wegen der Corona-Krise einen kleinen Parcours aufgebaut, damit die Leute auf der einen Seite herein- und auf der anderen herausgehen können. Wie ein kleiner bunter Garten wirkt sein Geschäft jetzt.

Levent Akbulut bezieht seine Ware vom Großmarkt in München.
Bild: Thorsten Jordan

Die Kunden stehen – wie auch auf dem Markt am Hauptplatz nebenan – vorbildlich an. „Heute Vormittag hat sich die Schlange bei mir bis zur VR-Bank gezogen“, so Levent, aber niemand habe sich beschwert. Auch nicht über die coronabedingt höheren Preise, die vor allem für Spargel und Erdbeeren zurzeit gelten. Seit sechs Jahren ist Levent Akbulut jede Sommersaison in Landsberg, vor zwei Jahren hat er sein Wintergeschäft eröffnet und ist mit seiner Familie nach Landsberg gezogen. „Mittlerweile spricht sich die Qualität meiner Waren rum“, sagt er, „auch viele Leute von außerhalb kommen extra vorbei.“ So viel los wie in diesen Tagen, das hat er allerdings selten erlebt.

Asia Markt in Vorderanger: Rabia Beena räumt frische Ware ein.
Bild: Thorsten Jordan

Ganz anders sieht es bei Rabia und Mujibullah Beena im Vorderen Anger aus. Auch dort liegt das Obst vielfältig und frisch draußen vor dem Laden. Doch drinnen ist es leer. Nur eine Nachbarin wählt aus der Kiste mit brasilianischem Ingwer das schönste Stück heraus. „Zurzeit haben wir nur wenige Kunden“, sagt Rabia, die hinter einer selbst gebastelten Plexiglasscheibe, mit Mundschutz und Handschuhen ausgestattet, die Kunden auf Abstand bedient. „Es fehlen diejenigen von außerhalb, die bei einem kleinen Spaziergang noch bei uns eingekauft haben.“ Die Leute fahren jetzt eher in die großen Supermärkte, wo sie alles auf einmal erledigen können, so ihre Vermutung. Es sei gerade nicht einfach für die Familie, aber sie sei „total dankbar, dass wir zumindest öffnen dürfen“, sagt Rabia Beena.

Auch Levent Akbulut sagt, dass das Geschäft innerhalb seines Ladengeschäfts in der Schulgasse lang nicht so gut laufe wie der Außenverkauf. Dazu kommt das frühsommerliche Wetter, man mag sich den Markt bei den aktuellen Ausgangsbeschränkungen derzeit nicht bei Regen vorstellen, dann werden die Kunden wohl nur noch in die Supermärkte strömen.

Diese neuen Lockerungen gelten in den nächsten Tagen: Kitas, Biergärten, Pflegeheime: Das ändert sich an den Corona-Beschränkungen in Bayern

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren