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Landsberg

15.07.2016

Straftaten unter Alkoholeinfluss bereiten Sorge

Der Griff zum Alkohol hat meist Folgen.
Bild: Ralf Lienert

Bei Körperverletzungen sinken auch bei Heranwachsenden die Hemmungen

Mal ein T-Shirt im Laden mitgehen lassen, Schwarzfahren oder die Wände des Schulgebäudes beschmieren – die Möglichkeiten, straffällig zu werden sind vielfältig. Und so ist auch die Dunkelziffer bei der Jugendkriminalität hoch. In Umfragen unter Schülern geben meist über 80 Prozent der Befragten zu, strafbare Taten begangen zu haben. In erster Linie werden Schlägereien, Ruhestörung, Schwarzfahren, Fahren ohne Führerschein, Diebstahl und Sachbeschädigung genannt. Über die Jugendkriminalität im Landkreis berichtete jetzt Polizeichef Alfred Geyer in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses.

Jugendliche und Heranwachsende (bis 21 Jahre) weisen von allen Altersgruppen die höchste Kriminalitätsbelastung auf. Im Landkreis sind sie laut Geyer an einem Viertel der Straftaten beteiligt, bei einem Bevölkerungsanteil von gerade mal 14 Prozent. Dass diese Altersgruppe bei den Straftaten „überrepräsentiert“ ist, sei aber kein Phänomen unserer Zeit. „Die Jugendlichen sind nicht schlimmer als früher, sondern anders. Darauf müssen wir reagieren“, sagte der Leiter der Landsberger Polizeiinspektion.

In Bayern ging die Zahl der Straftaten von Jugendlichen in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich zurück. Im Landkreis Landsberg sei diese Entwicklung erst seit 2014 zu beobachten. Als Gründe für den Rückgang werden die höhere Bildung der Jugendlichen genannt, aber auch eine vermehrte Missbilligung von Kriminalität in dieser Altersgruppe. Doch welche Straftaten werden eigentlich begangen? Wie Geyer in der Sitzung sagte, stehen Diebstahl, Körperverletzung und Sachbeschädigung an der Spitze.

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Was den Landsberger Polizisten Sorge bereitet, seien die Straftaten unter Alkoholeinfluss und der Anstieg der Rauchgiftkonsumenten, vor allem jener die Cannabisprodukte nutzen. Bei der Gruppe der Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) hatten zudem die Hälfte der Gewalttäter vor ihrer Tat Alkohol getrunken. Dagegen könne im Landkreis beobachtet werden, dass das Komasaufen immer weniger Anklang unter den Jugendlichen findet. Brennpunkte, also Orte, an denen Jugendliche häufig Straftaten verüben, gibt es laut Polizei nicht im Landkreis.

Der Anstieg der Drogendelikte macht sich auch bei der Jugendgerichtshilfe des Amts für Jugend und Familie bemerkbar. Das sagte Thomas Kolland vom Jugendamt in der Sitzung. Ganz generell sei die Zahl der Gerichtsverhandlungen von Jugendlichen jedoch rückläufig.

Ein weiteres Thema der Sitzung des Jugendhilfeausschusses war die Jugendarbeitslosigkeit. Zahlen und Daten lieferte Oliver Wackenhut, seit zwei Wochen Vertreter der im Mutterschutz weilenden Geschäftsführerin des Landsberger Jobcenters Dr. Aline Kühne. Tendenziell steige die Jugendarbeitslosigkeit, sagte Wackenmut. Das habe einen einfachen Grund: die anerkannten Flüchtlinge finden keine Anstellungen auf dem Arbeitsmarkt.

Im Juni waren im Landkreis 265 Personen von Jugendarbeitslosigkeit betroffen, darunter im Sommer traditionell auch Schulabgänger oder junge Erwachsene, die ihre Ausbildung beendet haben und nicht übernommen wurden. Bei den Flüchtlingen blieb vor allem eine Zahl den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses in Erinnerung. Drei der 520 anerkannten Flüchtlinge können laut Wackenmut ein abgeschlossenes Studium oder eine Berufsausbildung nachweisen. Ob die auch in Deutschland anerkannt sind, müsse noch geprüft werden.

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