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Kaufering

25.09.2018

Tipps holen bei der Ausbildungsmesse

Bei der Ausbildungsmesse in Kaufering präsentieren sich am Donnerstag und Freitag wieder rund 120 Aussteller rund 200 Berufe. Unser Bild wurde bei der Ausbildungsmesse 2016 aufgenommen.
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Am Donnerstag und Freitag präsentieren in Kaufering 120 Aussteller rund 200 Berufe bei der Ausbildungsmesse. Die Messepaten erzählen dabei, welche Laufbahn sie eingeschlagen haben.

Es gibt kaum noch eine Branche, die nicht über den Mangel an Fachkräften klagt. Beruflichen Nachwuchs zu finden, wird für immer mehr Arbeitgeber eine Herausforderung, nicht nur in sozialen Berufen oder im Handwerk, sondern auch in der Industrie oder in der Dienstleistungsbranche und im öffentlichen Dienst. Am Donnerstag und Freitag, 27. und 28. September, haben sie wieder Gelegenheit dazu. Zum neunten Mal findet in zwei Hallen und einem Zelt auf dem Sportgelände in Kaufering die Ausbildungsmesse Landsberg statt.

Eine Börse für Praktika

Wie sehr sich das Problem in den vergangenen knapp zehn Jahren verschärft hat, macht Christina Olzowy vom veranstaltenden Verein für Berufsorientierung (eine Gruppe um den Unternehmer Markus Wasserle) in einem Satz deutlich: „Damals haben wir noch telefonisch Akquise bei den Firmen betrieben, heuer haben wir so viele Anfragen bekommen, dass wir nicht alle unterbringen konnten.“ 120 Firmen, Behörden und Institutionen sind als Aussteller auf dem Kauferinger Sportgelände dabei – von der Alexander Moksel GmbH in Buchloe bis zur Zimmerer- und Holzbauinnung. Sie stellen rund 200 Berufe vor: aus Handwerk und Industrie, dem Sozialbereich, Dienstleistungen, öffentlichem Dienst bis hin zur Seelsorge. Für manche ist die Ausbildungsmesse eine Gelegenheit, Auszubildende zu finden, vor allem aber sei sie eine Börse für Schülerpraktika – aus denen sich später vielleicht auch einmal Ausbildungsverhältnisse ergeben, erklärt Olzowy.

Erweiterung nicht gewünscht

Eine räumliche Erweiterung, um der zusätzlichen Nachfrage gerecht zu werden, wäre zwar grundsätzlich denkbar, sagt Olzowy, sei aber eigentlich nicht gewünscht. Denn dann werde die Veranstaltung für die Besucher unübersichtlich. An zwei Tagen ist die Ausbildungsmesse geöffnet. Am Donnerstag geht es um 17.30 Uhr los. Der erste Tag richtet sich vor allem an berufstätige Interessenten, zum Beispiel Eltern, die sich für und mit ihren Kindern einen Überblick über die verschiedenen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten verschaffen wollen. Dort umsehen können sich aber auch Schüler und junge Leute, die nicht über die Schulen angemeldet sind. Am Donnerstag ist auch für ein Rahmenprogramm mit Musik, Show, Akrobatik und Sport gesorgt – unter anderem mit den Kauferinger Floorballern, den Landsberger Cheerleadern, Tanzgruppen und einer Taekwondo-Schule.

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Tags darauf werden zwischen 8 und 13 Uhr aus dem ganzen Landkreis und aus dem Raum Buchloe und Mindelheim vor allem mehr als 2000 Schüler zur Messe strömen. Die meisten Schulen geben dafür unterrichtsfrei, damit sich die jungen Leute dort umschauen können, erklärt Olzowy. Am Freitag stehen auch zahlreiche Vorträge auf dem Programm: Einige größere Firmen stellen dabei ihre Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten vor, es gibt Informationen angefangen von der richtigen Bewerbung bis hin zur Gründung eines eigenen Unternehmens.

Die Chancen nutzen

„Karriere mit Lehre“ lautet das Motto der diesjährigen Veranstaltung. Die Organisatoren wollen damit zum Ausdruck bringen, dass auch eine Lehre viele berufliche Perspektiven bietet – insbesondere, wenn man sie mit einem Studium verbindet, sei es parallel zur Ausbildung oder im Anschluss. Wie man solche Chancen nutzen kann, wollen die diesjährigen Messepaten verdeutlichen – auch bei einer Gesprächsrunde am Donnerstagabend nach der Eröffnung. Alexander Schneider ist einer von ihnen. Nach der Mittelschule machte er bei der Firma Amberg ab 2009 eine Bauzeichnerlehre, ging dann auf die Fachoberschule, holte sein Abitur nach und erhielt für seine Bachelorarbeit, die er im Rahmen seines Bauingenieurstudiums an der Hochschule Augsburg verfasste, den Bayerischen Hochschulpreis des Bayerischen Baugewerbes. Oder Jakob Wilhelm: Nach der Realschule lernte er ab 2008 bei der Firma Brenner in Entraching Land- und Baumaschinenmechaniker, heute ist er dort verantwortlich für die komplette Organisation, Auftragsannahme, Abwicklung, Koordination und Personalmanagement.

Oder Warvan Bakthiyr: 1997 flüchtete er als Vierjähriger mit seiner Familie aus dem Irak, nach der Schule machte er eine Gebäudereinigerlehre bei der Firma Wasserle, inzwischen ist er Meister und Technischer Leiter. Oder Annika Salminger: Nach dem Fachabitur an der Technik-FOS in Landsberg begann sie bei der Firma Riedle eine Zimmererlehre und macht jetzt ein duales – also berufsbegleitendes – Studium als Bauingenieurin.

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