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Landsberg

07.11.2017

Wächst das Seniorenheim in Vilgertshofen?

Die steigende Nachfrage nach Kurzzeitpflegesätzen kann im Landkreis Landsberg derzeit nicht mehr befriedigt werden.
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolbild)

In Sachen Kurzzeitpflege herrscht im Landkreis Landsberg derzeit Notstand. Das soll sich jetzt ändern.

Die Not auf der Suche nach Kurzzeitpflegeplätzen im Landkreis ist groß. Unlängst waren in der Stadt Landsberg zwölf Plätze weggefallen (Sozialzentrum St. Martin), die Nachfrage muss seither von den zehn Pflegeheimen im Landkreis und darüber hinaus gedeckt werden. Das soll keine Dauerlösung sein, da von Verwaltungsseite her langfristig mit einer Zunahme des Bedarfs von bis zu 72 Betten ausgegangen wird. Jetzt werden Überlegungen einer eigenständigen Förderung durch den Landkreis zunächst zurückgestellt, weil der Staat mit einer Änderung des Pflegesatzschlüssels reagierte. Allerdings, und das gab Landrat Thomas Eichinger in der gestrigen Sitzung des Senioren- und sozialopolitischen Ausschusses bekannt, gebe es Überlegungen, das kreiseigene Seniorenheim in Vilgertshofen durch den Ankauf eines benachbarten Gebäudes zu erweitern und so neue Kurzzeitpflegeplätze zu schaffen.

So sieht der neue Pflegeschlüssel aus

Eigentlich wollte man etwas Gutes tun, berichtete Thomas Eichinger, und startete im Rahmen der Erstellung eines seniorenpolitischen Gesamtkonzepts eine Umfrage unter den Einrichtungsträgern des Landkreises. Nachgefragt wurde die Bereitschaft, entsprechend Betten für die Kurzzeitpflege zur Verfügung zu stellen und in welcher Höhe die Kosten pro Tag angesiedelt wären. Dabei kam die Koordinierungsstelle zu dem Resultat, dass 13 Zimmer zur Verfügung stünden.

Dann kam der Beschluss der Landespflegesatzkommission (LPK) am 12. Oktober, der eine neue Regelung ab dem 1. Januar 2018 vorsieht. So werden die Berechnungstage im Bereich der Kurzzeitpflege von 355 auf 315 reduziert und der Personalschlüssel auf 1:16,5 angepasst. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Einrichtungen abhängig von ihrer Größe mindestens zwei Plätze fest für eingestreute Kurzzeitpflegeplätze vorhalten. Barbara Klappert (CSU) sprach den Nachteil des Beschlusses sofort an: „Durch die Regel gehen aber Dauerpflegeplätze verloren, die wir ebenfalls dringend benötigen.“

Das ehemalige Pilgerheim rückt in den Blickpunkt

Dies bestätigte Thomas Eichinger. Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten seien Dauerpflegeplätze wünschenswert, zumal die beiden Kreisseniorenheime ausgelastet seien. In Vilgertshofen könnte es dabei künftig eine Erweiterung der Einrichtung geben. Der Landkreis hat offenbar die Möglichkeit, ein angrenzendes kirchliches Gebäude (ehemaliges Pilgerheim) zu erwerben. Dort könnten dann zusätzliche Pflegeplätze - auch in Kurzzeit - geschaffen werden. Allerdings stünden die Überlegungen dazu noch in einem frühen Stadium.

Außerdem setzt Eichinger auch auf den „Eintritt von privaten und anderen Trägern in den Markt“. So wird das neue Caritas-Seniorenzentrum Heilig-Geist-Spital nach seiner kurz bevorstehenden Eröffnung ebenso Kurzzeitpflegeplätze anbieten wie die Mobile Pflege Fuchstal. Andreas Graf, Leiter der Wirtschaftsförderung: „Wenn alle dieses neue Angebot der LPK annehmen, rechnen wir mit bis zu 20 Kurzzeitpflegeplätzen im Landkreis.“

Der Landkreis jedenfalls stelle aufgrund des LPK-Beschlusses, so Eichinger, die Überlegungen einer eigenständigen Förderung (prognostizierte Kosten: rund 150.000 Euro pro Jahr) vorerst zurück: „Wir sollten die neue Entwicklung abwarten, aber genau beobachten.“

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