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Schondorf

12.02.2020

Wahlkampf in Schondorf: Grüne und CSU beharken sich

Wer zieht als Bürgermeister in Schondorfer Rathaus ein? CSU und Grünen schicken einen Kandidaten ins Rennen.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archivfoto)

Plus Zwei Parteien schicken in Schondorf einen Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Die SPD spielt im Ort gar keine Rolle mehr.

Vor sechs Jahren setzte sich Alexander Herrmann (Grüne) in Schondorf in der Stichwahl gegen Rainer Jünger ( CSU) durch und wurde Bürgermeister. Er möchte weiterhin Rathauschef bleiben. Eine Stichwahl wird es diesmal allerdings nicht geben, weil nur zwei Bewerber für das Amt antreten. Bei den Kommunalwahlen 2014 waren es vier. Hermann wird von Bettina Hölzle (CSU) herausgefordert. Und der Wahlkampf ist durchaus hitzig.

In beiden Lagern scheint eine gewisse Anspannung zu herrschen, wie zwei Fälle in jüngster Zeit zeigen. Es gab Streit wegen aufgestellten Wahlplakate und dem Maibaum. Der Maibaum steht normalerweise an der Ecke Uttinger Straße/Bahnhofstraße gegenüber vom Gasthaus Schondorfer, ist aber derzeit abgebaut. An dem Standort soll nach dem Willen von Maibaumreferent und Gemeinderat Stefan Birkner (CSU) festgehalten werden. Bürgermeister Herrmann hatte ins Gespräch gebracht, den Standort zu überdenken. Auf Nachfrage des LT äußerte er, dass er eine Verlagerung im Zusammenhang mit der Vision eines Dorfplatzes beim Rathaus ins Gespräch gebracht habe, um zu verdeutlichen, was dort möglich sei.

Die CSU stellte zusätzliche Plakate auf

Die Grünen wiederum waren sauer auf die CSU, weil diese sich nicht an Absprachen zur Plakatierung von Wahlwerbung hielt. Die Fraktionen hatten sich vor der Landtagswahl 2018 darauf verständigt, dass nur an den Plakatwänden, die an fünf Standorten in Schondorf stehen, geworben wird. Rechtlich bindend ist das nicht. Die CSU stellte jetzt aber zusätzliche Plakatständer auf. „Amtsinhaber haben einen gewichtigen Vorteil bei einer Wahl – die Bekanntheit“, so Andreas Böttcher vom CSU-Ortsverband. Daher habe seine Partei entschieden, Plakate aufzuhängen. Einen Tag später zogen die Grünen nach.

Wohnraum ist ein großes Thema

Der künftige Rathauschef hat mehrere Aufgaben vor der Brust. Ein großes Thema ist Wohnraum, sowohl was die Bezahlbarkeit als auch Angebote für altersgerechtes Wohnen angeht. Etwa 60 meist ältere Wohnungen hat die Gemeinde Schondorf im Bestand. Diese werden teils sehr günstig vermietet, entsprechen aber nicht mehr den heutigen Standards. Der Gemeinderat ließ anhand eines Mehrfamilienhauses kalkulieren, mit welchen Kosten zu rechnen sei. Alles in allem errechnete das Büro Kosten in Höhe von knapp 950.000 Euro, um das Haus auf heutigen Standard zu bringen. Zum Vergleich gab es noch eine aktuelle Zahl für einen Neubau in gleicher Größe. Der komme auf etwa 1,1 Millionen Euro. Aber man würde heute andere Raumaufteilungen planen und größer bauen, gab der Architekt zu bedenken. Daher würde ein Neubau teurer ausfallen.

Im Raum steht auch eine Erweiterung des Kindergartens, möglicherweise auch um einen Hort. Nötig wird dies wegen des erwarteten Zuzugs am Wohnquartier Prix-Gelände. Angedacht waren auf dem Areal ursprünglich 19 Einfamilienhäuser. Der aktuelle Gemeinderat sprach sich aber dafür aus, dass dort Wohnungen entstehen sollen.

Ein Ideenwettbewerb für die Ortsmitte

Beschäftigen wird den künftigen Gemeinderat auch die Verkehrssituation in der Uttinger Straße. Geht es nach Herrmann, soll die zentrale Straße durch den Ort so umgestaltet werden, dass Fußgänger, Radfahrer und der motorisierte Verkehr gleichberechtigt sind. Erneut aufs Tableau heben will er die Gestaltung der Ortsmitte rund um den Bahnhof und das Rathaus, auch wenn er dafür im ersten Anlauf keine Mehrheit bekommen habe, so Herrmann. Dem Bürgermeister schwebt ein Ideenwettbewerb vor.

Um die 16 Plätze im Gemeinderat bewerben sich insgesamt 42 Kandidaten. Die Grünen (16 Kandidaten), die CSU (16) und die Freie Wählergemeinschaft (10) wollen möglichst viele Sitze erringen. Nicht mehr vertreten sein wird im künftigen Schondorfer Gemeinderat die SPD. Die Partei holte 2014 noch zwei Sitze, stellte diesmal aber keine eigene Liste auf. Gemeinderat Michael Deininger will den Wiedereinzug über die Liste der Grünen schaffen und Marlene Orban scheidet aus dem Gremium aus. Von 2006 bis 2014 hatten die Sozialdemokraten mit Peter Wittmaack noch den Bürgermeister gestellt.

Die Bürgermeisterkandidaten:

Alexander Herrmann

Bild: Yorck Dertinger
  • Partei/Wählergemeinschaft Bündnis 90 /die Grünen
  • Geburtstag: 22. Dezember 1964
  • Erlernter Beruf Architekt
  • Ausgeübter Beruf Bürgermeister
  • Familie: verheiratet, drei erwachsene Kinder
  • Politischer Werdegang Seit 2014 Bürgermeister
  • Mich interessiert Kommunalpolitik, weil dort die Entscheidungen für meine Heimat getroffen werden.
  • Wenn ich gewählt werde, will ich mich vor allem um diese drei Dinge kümmern Bezahlbares Wohnen für Jung und Alt, die Weiterentwicklung der Kinderbetreuungsangebote und parteiübergreifendes Arbeiten.
  • Meine größte Stärke ist beharrliche Diplomatie.
  • Meine größte Schwäche sind Gummibärchen.

Bettina Hölzle

Bild: Hölzle
  • Partei CSU
  • Geburtstag 31. Juli 1983
  • Erlernter Beruf Diplom-Betriebswirtin (FH)
  • Ausgeübter Beruf Trainerin und Projekt-Managerin
  • Familie Verheiratet, ein Kind
  • Politischer Werdegang Im Vorstand der CSU Schondorf und der Frauenunion Ammersee-West, zuvor aktiv im Kreis- und Bezirksvorstand der CSU, JU und FU München.
  • Mich interessiert Kommunalpolitik, weil mitmachen statt meckern einer meiner Grundsätze ist. Lokal bin ich in der CSU und im Elternbeirat vom Kinderhaus Schondorf aktiv.
  • Wenn ich gewählt werde, will ich mich vor allem um diese drei Dinge kümmern Schondorf braucht mehr Angebote für Familien, Jugendliche und ältere Bürger. Viele Bürger wünschen sich auch mehr Plätze und Treffpunkte zum Verweilen, Spielen und Kennenlernen. Ich werde mich zudem dafür stark machen, dass Schondorf an das Netz des Anruf-Sammel-Taxis angeschlossen wird. Schondorf braucht auch mehr Pflege für unsere Gemeindeliegenschaften, öffentliche Plätze und die Seeanlagen. Mit Konzepten wie zum Beispiel einer Mängelmelde-App, möchte ich Schondorf wieder im alten Glanz erstrahlen lassen.
  • Meine größte Stärke Ich bin jemand, der auf die Menschen zugeht und sich um ihre Sorgen und Bedürfnisse kümmert.
  • Meine größte Schwäche Morgenmuffel vor der ersten Tasse Kaffee.
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