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Landsberg

16.01.2019

Warum der Platz vor dem Klinikum nach einem früheren Politiker benannt wird

Der Platz am Eingang des Klinikums wird nach dem früheren SPD-Stadtrat Karl Mohrenweis benannt.
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Der Platz am Eingang des Klinikums wird nach dem früheren SPD-Stadtrat Karl Mohrenweis benannt.
Bild: Thorsten Jordan

Es gibt nicht mehr viele, die sich heute noch an ihn erinnern. Aber ein früherer SPD-Politiker hatte entscheidenden Anteil daran, dass das Landsberger Klinikum am Rand der Stadt ist.

Das Landsberger Klinikum liegt an der Bgm.-Dr.-Hartmann-Straße. Der Name der Straße erinnert an einen Mann, der als einer der Väter des heutigen Klinikums gilt: den damaligen Zweiten Bürgermeister von Landsberg und Krankenhausreferenten im Stadtrat, Dr. Siegfried Hartmann. Dass 1968 ein neues Krankenhaus auf einem großzügigen Areal am Stadtrand neu errichtet und nicht auf beschränktem Platz an der Lechstraße mitten in der Stadt blieb, ist aber vor allem der Hartnäckigkeit eines anderen Kommunalpolitikers zu verdanken: dem SPD-Stadtrat Karl Mohrenweis (1911-1991). An ihn soll nun erinnert werden, indem der Platz vor dem Haupteingang des Klinikums nach ihm benannt wird.

An der Adresse ändert sich nichts

Eine neue Adresse bekommt das Klinikum deswegen aber nicht. Der Karl-Mohrenweis-Platz wird auch kein offizieller Straßenname, sagt die Sprecherin des Klinikums, Gisela Stadler.

Der Vorschlag, am Platz vor dem Haupteingang an Mohrenweis zu erinnern, stammt vom früheren Verwaltungsleiter und Geschäftsführer des Krankenhauses und späteren Landrat Walter Eichner. Im Vorfeld des 50-jährigen Bestehens des Klinikums, das 1968 als städtisches Krankenhaus eingeweiht wurde, war Eichner in den von ihm gesichteten Unterlagen immer wieder auf den Namen Mohrenweis gestoßen. Dieser war der wichtigste Wortführer für einen Neubau des Krankenhauses am Rande der Stadt.

Mohrenweis war ein Wortführer bei diesem Thema

Die Mehrheit im Stadtrat konnte Mohrenweis zunächst aber nicht überzeugen. Die Mehrheit – darunter auch Bürgermeister Siegfried Hartmann – sprach sich stattdessen dafür aus, das bestehende Krankenhaus an der Lechstraße zu erweitern. Am Ende überzeugten aber die Argumente für einen Neubau. Eichner spricht von einer „Sternstunde der kommunalpolitischen Diskussion“, bei der die einen sich dann doch von den besseren Argumenten überzeugen ließen, ohne dass die anderen in Siegerlaune verfielen.

Der Platz wird am 13. Februar eingeweiht

Ohne den Weitblick von Karl Mohrenweis hätte sich die Gesundheitsversorgung im Raum Landsberg vielleicht ganz anders entwickelt, sagt Eichner. Ein Krankenhaus an der Lechstraße hätte nicht für die Stadt und den Landkreis gereicht. Der Landkreis hätte selbst ein Krankenhaus bauen müssen. Zwei Standorte wären aber Dauer wohl nicht mehr sinnvoll gewesen, irgendwann hätte eines der beiden geschlossen werden müssen...

Karl Mohrenweis wurde 1911 geboren. Der gelernte Schreiner war schon in jungen Jahren in der Gewerkschaft aktiv. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär, 1953 wurde er zum DGB-Kreisvorsitzenden gewählt. Im Jahr zuvor, 1952, wurde Mohrenweis erstmals in den Stadtrat gewählt, dem er bis 1978 angehörte. Für seine Verdienste erhielt er 1972 den Goldenen Ehrenring der Stadt. Zur Platzbenennung findet am 13. Februar eine kleine Feierstunde am Haupteingang des Klinikums statt.

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