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Fuchstal/Rott

16.04.2015

Wenn Klettern Teil des Unterrichts wird

In die Höhe steigen, den festen Boden hinter sich lassen und auf den Partner vertrauen: Das alles gehört zum Klettern dazu. Mittelschüler in Fuchstal und Rott sollen künftig unter anderem durch diesen Sport Selbstvertrauen gewinnen und soziale Kompetenzen fördern.
Bild: Alexander Kaya

Die Mittelschulen in Fuchstal und Rott wurden für einen Modellversuch ausgewählt. Durch gezielte Kurse sollen versteckte Talente entdeckt und gefördert werden.

Im September beginnt nicht nur das neue Schuljahr, sondern für den Verbund „Mittelschule Fuchstal-Rott“ gleichzeitig auch ein vierjähriger Schulversuch der Stiftung Bildungspakt Bayern. „Talente finden und fördern an der Mittelschule“ („Taff“) lautet der Titel des Modells, das ab kommenden Schuljahr an den Schulen für die Jahrgangsstufen 6 bis 9 erprobt werden soll. Der bayerische Bildungsminister Ludwig Spaenle hat es in der vergangenen Woche in München vorgestellt, Ziel sei es, individuelle Talente und Begabungen frühzeitig zu entdecken und anschließend zu fördern. Die Potenziale können dabei in verschiedensten Bereichen liegen, von musischen oder sozialen Fähigkeiten, bis hin zu technischem oder handwerklichem Können – alles werde unterstützt.

Auf die Frage hin, ob sich nun zukünftig Vieles ändern wird an den Mittelschulen in Fuchstal und Rott, antwortet Fuchstals Schuldirektor und Leiter des Verbunds Thomas Herbst zunächst mit einem „Nein“. „Wir stellen in unserem Schulverbund schon lange Zeit ein breites Spektrum von Angeboten und Kursen bereit“, betont Herbst. „Mit dem Förderprogramm haben wir jedoch nun die Möglichkeit, dieses Konzept zu vertiefen, die Kurse auszuweiten und gezielt Schüler in Kleinstgruppen zu fördern“, ergänzt er.

Durch das Projekt bekommt die Schule zusätzliche Mittel und Stunden für die Kurse. Somit können Jugendliche noch gezielter unterstützt werden – zum Beispiel durch Kletterkurse oder auch Taekwondostunden, die fortgehend angeboten werden und individuelle Potenziale sowie soziale Kompetenzen intensiv fördern sollen, sagt Herbst. Durch das Klettern etwa würden Jugendliche lernen, Ehrgeiz zu entwickeln und sich beim gegenseitigen Sichern zu vertrauen.

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„Es ist schon ein Privileg, Teil dieses Schulversuchs zu sein“, sagt Herbst. „Wir haben die Ausschreibung gesehen und uns anschließend umgehend beworben. Nur eine begrenzte Anzahl an Schulen bekommt nun diese Möglichkeit.“ Insgesamt elf Mittelschulverbünd mit 24 Mittelschulen nehmen bayernweit an dem Modell „Taff“ teil, das auch Ganztagsangebote einbeziehen und zukünftig etablieren will. „Es ist schön, dass sich das Schulprofil, das wir schon längere Zeit verfolgen, ausgezahlt hat“, sagt Herbst.

Den genauen Ablauf und die exakte Organisation der Zusammenarbeit mit den Schulpraktikern und den Experten wird er dabei selbst erst in den kommenden Wochen erfahren. „Die genauen Abläufe des Modellversuchs kennen wir auch noch nicht“, erzählt er. Am 23. April soll die Auftaktveranstaltung im Schloss Fürstenried stattfinden und nähere Informationen geben. „Wir sind schon sehr gespannt und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagt er.

Auch Alex Dorow, Lantagsabgeordneter für den Landkreis, begrüßt den Modellversuch. „Viele Talente der einzelnen Schüler bleiben im bisherigen Schulalltag auf den ersten Blick oft unentdeckt“, schreibt er in einer Pressemitteilung. „Die Förderung kräftigt auch das Selbstbewusstsein der Jugendlichen und somit auch deren Motivation sich anzustrengen.“

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