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Landsberg

29.11.2020

Wer bezahlt die Sanierung des Landsberger Inselbads?

Das Landsberger Inselbad soll saniert werden. Aber wer kommt für die Sanierung in Höhe von rund neun Millionen Euro auf?
Foto: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Die Stadtwerke Landsberg informieren über ihre Projekte, die im Jahr 2021 anstehen. Der Technische Leiter lässt mit einer Aussage zur Sanierung des Inselbads aufhorchen.

Die Stadtwerke Landsberg haben in den nächsten Jahren viel vor. Für einige der Investitionen wie die Sanierung des Inselbads, die Erschließung des neuen Stadtviertels „Urbanes Leben am Papierbach“ und den Bau eines Horizontalbrunnens für die Wasserversorgung im Westen der Stadt fallen bereits im nächsten Jahr Kosten an. Der Wirtschaftsplan des Jahres 2021 sieht dennoch eine schwarze Null vor, wie der Kaufmännische Leiter Christof Lange und der Technische Leiter Gerald Nübel im Gespräch mit unserer Zeitung sagen.

Der Wirtschaftsplan des aktuellen Jahres sieht einen Jahresverlust von 136.800 Euro vor. Vor allem die coronabedingt geringeren Einnahmen bei Parkgaragen und Inselbad sorgen dafür, wie Christof Lange sagt. Im kommenden Jahr rechnet er mit deutlich mehr Umsatzerlösen und anderen Erträgen (40,8 statt 35,8 Millionen Euro). Gleichzeitig werde aber auch deutlich mehr investiert als 2020. Und so werde 2021 beim Jahresergebnis mit einem Gewinn von 7800 Euro geplant. Die wichtigsten Daten und Fakten:

Inselbad: Im Inselbad stehen vor dem Saisonstart im Mai Sanierungs- und Reparaturarbeiten an. Kosten in Höhe von rund 100.000 Euro planen die Stadtwerke laut Gerald Nübel dafür ein. Die Umsatzerlöse seien nach dem langjährigen Durchschnitt (85.000 Besucher) geplant. „Abweichungen können sich nicht nur wetterbedingt, sondern auch aufgrund der Corona-Pandemie ergeben“, sagt Nübel. Diesbezüglich sieht er die Stadtwerke gut vorbereitet. Das Hygienekonzept habe sich bewährt, und man wolle auch mit mehr Personal arbeiten.

Jetzt wird geplant, wie die Sanierung des Inselbads ablaufen soll

Auch über die Zukunft des Bads informierte Gerald Nübel. Die Ausschreibung eines Generalplaners für die Sanierung sei erfolgreich beendet worden. Er rechnet mit einer Planung Anfang nächsten Jahres. Für die Sanierung sei ein Kostenvolumen von rund neun Millionen Euro zugrundgelegt worden. Über ein von der Stadt beantragtes Förderprogramm seien bis zu drei Millionen Euro zu erwarten. Und wer trägt die Kosten? Die Stadt oder die Stadtwerke? „Wir haben den Betrieb und damit nicht die Aufgabe, das Band zu sanieren“, sagt Nübel. Wie auch Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) bestätigt, soll über die genaue Kostenaufteilung Anfang des nächsten Jahres verhandelt werden, wenn Landsbergs neuer Kämmerer eingearbeitet ist.

Die Stadtwerke investieren in den nächsten Jahren in die Erschließung des neuen Stadtviertels am Papierbach, die Trinkwasserversorgung in der Teufelsküche und in das Inselbad.
Foto: Julian Leitenstorfer

Strom & Gas: Die Erträge aus der Erzeugung von Strom (Wasserkraftanlagen und Fotovoltaikanlagen) sollen nächstes Jahr knapp 62.000 Euro betragen. Über den Stromvertrieb hoffen die Stadtwerke, rund 35000 Euro Gewinn zu machen. Aktuell habe man rund 9000 Stromkunden. Es könnten durchaus mehr werden, auch wenn Christof Lange wegen der Corona-Pandemie eher konservativ plant. Gleiches gelte für den Gasvertrieb. Auch in diesem Bereich konnten heuer Kunden gewonnen werden – der Plangewinn für das kommende Jahr wird auf 36.000 Euro geschätzt.

Bei den Wassergebühren wird sich in Landsberg etwas ändern

Wasserversorgung: Nach der turnusmäßigen Neukalkulation der Wassergebühren müssen die Landsberger in den nächsten vier Jahren etwas weniger bezahlen (LT berichtete). Wohl aufgrund der Trockenheit und des Bevölkerungszuwachses ist der Wasserverbrauch in Landsberg zuletzt angestiegen. Im nächsten Jahr rechnen die Stadtwerke bei der Wasserversorgung mit einem Gewinn von 397.300 Euro, bei der Entwässerung mit 326.700 Euro.

Parkgaragen: Die wichtigsten Sanierungen in den von den Stadtwerken betriebenen Parkgaragen sind abgeschlossen. „Wir gehen von einem normalen Jahr aus“, sagt Christof Lange. Das heißt: ein Planverlust in Höhe von rund 300.000 Euro.

Investitionen: Im nächsten Jahr möchten die Stadtwerke rund sieben Millionen Euro investieren. Dazu zählt unter anderem die Erweiterung des Strom- und Wassernetzes als auch der Entwässerung. Diese erfolge vor allem in den neuen Baugebieten. Dazu zähle das neue Stadtviertel „Urbanes Leben am Papierbach“. Die Arbeiten im Bereich des Spöttinger Kreisverkehrs haben bereits begonnen. Dort wird unter anderem ein neuer Kanal verlegt. Ein weiteres Projekt ist der Bau eines neuen Horizontalbrunnens westlich des Klinikums. Gerald Nübel spricht von einem idealen Standort. Über zwei oder drei horizontale Sonden könne auch dann Wasser gewonnen werden, wenn der Grundwasserstand niedrig sei. In den Bereich Investitionen fallen auch die Kosten für die Inselbad-Planungen.

In der Teufelsküche sind bald wieder Baufahrzeuge unterwegs

Teufelsküche: Bereis ab dem heutigen Montag verlegen die Stadtwerke bei Pitzling im Fußweg zwischen der Gaststätte „Teufelsküche“ und dem Stausee eine neue Wasserleitung bis zur Quellfassung Nord. Bei dieser Gelegenheit werde auch eine neue Stromleitung bis zur Stauanlage Teufelsküche gelegt. Die rund 300 Meter lange Stromleitung sei für später geplante Instandsetzungs- und Unterhaltarbeiten erforderlich.

„Wir arbeiten so schnell wie möglich, damit die Einschränkungen möglichst kurz sind“, sagt Markus Katzmeier, Oberbauleiter der Stadtwerke. Es würden Hinweisschilder aufgestellt. Die Uferstraße am Lech werde während dieser Zeit von Baufahrzeugen befahren. In einem zweiten Schritt, voraussichtlich im ersten Quartal des nächsten Jahres, soll der Hang an der Quellfassung Süd gesichert und ein Wirtschaftsweg gebaut werden.

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