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Pürgen

04.06.2019

Wilfried Lechler will Bürgermeister von Pürgen werden

Agrarbetriebswirt Wilfried Lechler aus Stoffen möchte neuer Bürgermeister von Pürgen werden. Der bisherige Amtsinhaber Klaus Flüß tritt bei der Kommunalwahl im März 2020 nicht wieder an.
Bild: Thorsten Jordan

Der Agrarbetriebswirt hat als erster Bewerber seine Kandidatur öffentlich gemacht. Welche Projekte der 47-Jährige anstoßen und fortführen möchte.

Wilfried Lechler möchte im kommenden Jahr Bürgermeister von Pürgen werden. Das hat er in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend bekannt gegeben. Der 47-Jährige will Klaus Flüß beerben, der nach 18 Jahren nicht wieder antreten wird. Lechler ist der erste Kandidat, der Interesse bekundet, und in der Gemeindepolitik kein Unbekannter ist. Seit dem Jahr 2002 sitzt er für die Dorfgemeinschaft Stoffen im Gemeinderat und ist zudem Vorsitzender der Pöringer Wassergruppe.

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Er sei schon immer politisch interessiert gewesen und familiär vorbelastet, sagt Lechler auf die Frage, warum er Bürgermeister werden will. „Mein Großvater Josef Arnold war in Stadl Bürgermeister und mein Vater Franz Lechler Zweiter Bürgermeister in Pürgen. Ich weiß also, was mich da erwartet.“ Er würde die Aufgabe allerdings haupt- und nicht ehrenamtlich ausüben. Bereits der amtierende Bürgermeister Klaus Flüß hat die Aufgabe in seiner zweiten und der derzeitigen dritten Amtszeit hauptberuflich ausgeübt. „Anders ist es auch gar nicht mehr zu schaffen, wenn man es vernünftig machen will“, glaubt der Stoffener Agrarbetriebswirt. Er betreibt einen eigenen Hof und ist bei einem Lohnunternehmer in der Landwirtschaft tätig. Bestärkt fühlt er sich durch Bürger und andere Gemeinderäte, die auf ihn zugekommen seien und eine Kandidatur angeregt hätten. Auch mit dem Amtsinhaber habe es dazu Gespräche gegeben.

Die Ortsumgehung Lengenfeld ist das wichtigste Thema

Das wichtigste Thema in Pürgen ist aus Lechlers Sicht die Ortsumgehung Lengenfeld. Das Projekt ist bereits angestoßen. Mit einer mehr als drei Kilometer langen Neubaustrecke soll der zweitgrößte Pürgener Ortsteil vom Verkehr entlastet werden. Es handelt sich um die vielgenutzte Verbindung zwischen Landsberg und Weilheim. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Weiter vorantreiben wolle er auch die Erweiterung der Gewerbegebiete in Pürgen und Lengenfeld sowie den Ausbau des Kindergartens, sagt Lechler, der mit seiner Partnerin seit zwölf Jahren zusammenlebt und keine Kinder hat.

Wilfried Lechler will Bürgermeister von Pürgen werden

Baugebiete für Einheimische

Auf die Agenda gehöre in der kommenden Legislaturperiode auch die Ausweisung von Baugebieten, so der Agrarbetriebswirt. „Da passiert aktuell nichts. Ich will, dass in allen vier Ortsteilen Bauplätze ausgewiesen werden. Es geht mir aber nicht um große neue Flächen, sondern darum, den Bedarf zu decken, der bei den Bürgern in den Ortsteilen besteht.“ Lechler geht zudem davon aus, dass die Gemeinde auch beim Thema sozialer Wohnungsbau in den kommenden Jahren gefordert sein wird. „Wir haben in der Region ein Mietniveau, das sich nicht mehr alle leisten können, und das Problem wird wahrscheinlich noch größer.“ Angegangen werden müsste aus Gründen der innerörtlichen Attraktivität und des Naturschutzes zudem die Frage der Nachverdichtung bei der Bebauung, so der Stoffener, der auch acht Jahre Pfarrgemeinderatsvorsitzender gewesen ist. Geht es nach Lechler, soll sich die Gemeinde zukünftig auch mehr Gedanken machen, welchen Beitrag sie zum Umweltschutz leisten kann. Dabei gehe es beispielsweise um Blühwiesen oder Randstreifen, die seltener abgemäht werden.

Straßennamen sollen geändert werden

Bei einem Thema, „das der nächste Gemeinderat dringend angehen muss“, rechnet Lechler mit viel Widerstand. Es geht um die Umbenennung von Straßen. In Pürgen und den Ortsteilen gibt es unter anderem die Weilheimer-, Landsberger- und Pitzlinger Straße mehrfach. „Für die Paketdienste und Rettungskräfte ist das ein Problem, weil sie teils in den falschen Ortsteil fahren. Hier hätte man eigentlich bei der Umstellung der Postleitzahlen Anfang der 90er-Jahre schon handeln müssen.“

Lechler ist zuversichtlich, dass er nicht nur von den Stoffenern gewählt wird. Das „Ortsteildenken“ habe in Pürgen „zum Glück vor Jahren schon aufgehört“. Sollte er im März 2020 bei der Kommunalwahl gewählt werden, gibt er seine bisherige Tätigkeit auf. Der Hof ginge dann an seine Neffen über.

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