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Reichling

03.11.2017

Wo man künftig einkaufen kann

Das Kramerladen Knappich in Reichling hat geschlossen. Über die Gründe informieren die Betreiber auf einem Zettel im Schaufenster.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Gemischtwarenladen der Familie Knappich in Reichling schließt. Andere Geschäfte im Dorf wollen sein Angebot übernehmen. Konkurrenz gibt es in den Nachbarorten.

Ludenhausen und Rott sind die nächsten Dörfer im Landkreis, an deren Ortsrand ein Supermarkt entsteht. Während in Ludenhausen schon Ende 2009 der Kramerladen von Anneliese und Georg Ringmayr aus Altersgründen geschlossen wurde, zieht die Familie Welzmiller von der Rotter Dorfmitte an den Ortsrand. In Reichling hat jetzt die Familie Knappich ihren Gemischtwarenladen aufgegeben. Die Lücke in der Grundversorgung soll auf eine besondere Art und Weise geschlossen werden.

Nach fast 100 Jahren ist das Aus für Gemischtwaren Knappich in Reichling gekommen. Theresa Knappich stand viele Jahrzehnte im Geschäft und bediente ihre Kunden. Gemeinsam mit Tochter Brigitte Dusch führte sie das Traditionsgeschäft. Von A wie Ananasdosen bis Z wie Zeitschriften hatte sie fast alle Produkte des täglichen Bedarfs im Angebot. Gerade für Menschen, die nicht mobil sind, war „d´Knappich“ sehr wichtig. Gesundheitliche Einschränkungen der 85-jährigen Seniorchefin und die Berufstätigkeit der Tochter waren der Grund für die Schließung Ende Oktober.

Die Bürgermeisterin hatte die Idee

Ab November wäre nun eine große Grundversorgungs-Lücke entstanden, doch Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler setzte sich dafür ein, neue Wege zu beschreiten. Sie hatte die Idee, dass sich die im Ort verbliebenen Geschäfte untereinander austauschen und das Sortiment absprechen. Das Angebot des Gemischtwarenladens soll auf die anderen Geschäfte verteilt werden. Dazu trafen sich Franziska Lindner (Bäckerei), Norbert und Sabine Schappele (Metzgerei) und Conny Berktold (Hofladen Löwenzahn) im Rathaus und setzten sich mit der Bürgermeisterin und Brigitte Dusch an den Tisch. Sie alle waren im „sozialen Miteinander“ bereit, ihre bisherigen Waren so aufzustocken, dass die Reichlinger weiterhin Sortimente des täglichen Grundbedarfs bekommen. Fast alles wurde auf die Geschäfte aufgeteilt.

Margit Horner-Spindler dankt Brigitte Dusch für die jahrzehntelange Arbeit und hebt das gute Miteinander der Geschäftsleute hervor, das im Vordergrund stehe. „Ich bin so froh und sehe es als ein Riesenglück, dass man sich nicht als Konkurrenz untereinander sieht, sondern miteinander schaut, dass es an nichts mangelt. Wir wollen das, was wir haben, erhalten und freuen uns, dass wir im Ort noch so viel bekommen.“ Ein Wunsch aller ist es nun, dass dieses „Probemodell“ auch bei den Bürgern ankommt.

Die Wünsche der Kunden ernst nehmen

Alle Geschäftsleute wollen die Kundenwünsche ernst nehmen. Sie hoffen, dass die Kunden ohne Scheu in den Geschäften ihren Bedarf anmelden und nachfragen, ob bestehende Artikel gelistet werden können. So könnten auch die Sortimente aufgestockt und angepasst werden. Nach ein paar Monaten werde sich zeigen, ob das Modell des „Nahversorgungsnetzes“ ein Chance hat. So soll bei einem weiteren Treffen, zu dem auch alle anderen Einzelhandelsgeschäfte des Ortes mit ins Boot genommen werden, ein Resümee gezogen und über mögliche Versorgungslücken diskutiert werden. „Der Erfolg liegt in den Händen der Verbraucher“, meint Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler.

Eine Konkurrenz für das Reichlinger Modell dürften die in Ludenhausen und Rott im Bau befindlichen Supermärkte werden. Wie berichtet, entsteht derzeit am nördlichen Ende von Ludenhausen ein Penny-Markt. Als der Reichlinger Gemeinderat Anfang Februar der dafür notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans zugestimmt hatte, bezeichnete Margit Horner-Spindler die Entscheidung als „enorm wichtig für die Gemeinde“. Schließlich könne der Supermarkt wegen des geplanten Cafés für die Bürger einen Treffpunkt bieten.

In Rott wird am nördlichen Ortseingang ein Edeka-Supermarkt gebaut. „Das ist ein Markt von Rott für Rott“, sagte Bürgermeister Quirin Krötz beim Richtfest Mitte Juli. Dass der bisherige Laden von der Dorfmitte an die Peripherie verlagert wird, stieß im Ort auf Kritik. Ein Bürgerbegehren wurde dagegen initiiert, das an einem Formfehler scheiterte.

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