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Kaufering: DGB-Podiumsdiskussion: Die Ablehnung der AfD eint die Teilnehmenden

Kaufering

DGB-Podiumsdiskussion: Die Ablehnung der AfD eint die Teilnehmenden

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    Eine Podiumsdiskussion des DGB-Kreisverbands Landsberg fand im "Bei Dimi" in Kaufering statt.
    Eine Podiumsdiskussion des DGB-Kreisverbands Landsberg fand im "Bei Dimi" in Kaufering statt. Foto: Christian Rudnik

    Der Kreisvorstand des DGB Landsberg hatte zur Podiumsdiskussion die Landtagskandidatinnen und Landtagskandidaten von sechs Parteien in die Gaststätte „Beim Dimi“ in Kaufering eingeladen. Vor dem Einstieg in eine lebhafte Diskussion, beantworteten die Kandidaten Fragen fairen Löhne, Arbeitsplätzen, primär im Pflegebereich, den demografischen Wandel, Wohnungsnot, Arbeitszeiten und Mindestlohn. Die Fragen stellte das Moderatorenteam Natascha Almer und Moritz Greil vom DGB. Zusammen mit dem Kreisvorstand Roman Filgershofer, betonten sie zu Beginn, dass die AfD in einer weltoffenen, toleranten Gesellschaft und auf ihren Veranstaltungen keinen Platz fände, was von den knapp 30 Besuchern mit großem Beifall quittiert wurde. 

    Über Applaus nach seiner Vorstellung freute sich auch Andreas Deiner: „Heute habe ich schon viel geschafft, vorher wurde bei der FDP nie geklatscht.“ Der Feuerwehrmann und Notfallsanitäter, der sich in der Freizeit um seine Bienen und Apfelbäume kümmert, überraschte mit eigenen klaren Positionen, die oft konträr zu denen der FDP stehen und verlangte konkrete Konzepte der Politik. Er scheue sich auch nicht davor mit einem AfD-Kandidaten über dessen Beweggründe zu diskutieren. 

    Grüne und SPD wollen eine umfangreiche Krankenhausreform

    Der Kreisvorsitzende der Jungen Union aus Fürstenfeldbruck, Mathias Hausmann, wurde an das Wahlversprechen der CSU bezüglich der Wohnungen erinnert. Er wolle realistisch bleiben, jedoch das Thema richtig anpacken, Projekte nach vorn treiben und mehr Praxis in den Landtag bringen. Die Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel möchte, wenn ihre Grünen an die Regierung kommen, eine umfangreiche Krankenhausreform angehen. „Wir sind es den Menschen schuldig, dass sie in einer Notfallsituation in 30 Minuten ein Krankenhaus erreichen“. Auch Amur Sahuric von der SPD ist für eine grundlegende Reform des Gesundheitswesens und die Abschaffung der privaten Krankenversicherung. „Klassendenken hat in der Patientenversorgung nichts verloren“. 

    Podiumsdiskussion des DGB Kreisverbands mit (von links) Andreas Deiner (FDP), Gabriele Triebel (Bündnis 90 / Die Grünen), Florian Lichtenstern (FW), Matthias Hausmann (CSU), Simone Ketterl (Die Linke) und Amir Sahuric (SPD).
    Podiumsdiskussion des DGB Kreisverbands mit (von links) Andreas Deiner (FDP), Gabriele Triebel (Bündnis 90 / Die Grünen), Florian Lichtenstern (FW), Matthias Hausmann (CSU), Simone Ketterl (Die Linke) und Amir Sahuric (SPD). Foto: Christian Rudnik

    Für Florian Lichtenstern von den Freien Wählern ist die Mobilität ein großes Thema: „Wie kommen Menschen, die wie er, auf dem Land wohnen von A nach B?“ Für Busfahrer müsse bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Simone Ketterl (Die Linke) steht für die umweltfreundliche Gestaltung des Verkehrs, eine Reduzierung der privaten Pkws und die Reaktivierung der Fuchstalbahn. „Jahrzehntelang wurde nur geredet und nichts ist passiert“. 

    Die Kandidatinnen und Kandidaten versprachen sich in allen Bereichen für Verbesserungen starkzumachen. Ein Besucher hatte sich drei Punkte notiert, die er verknüpfte. „Warum werden keine Werkswohnungen mehr gebaut, das trüge zur Entlastung des Verkehrs bei und warum gibt es keine Gemeindeschwestern mehr?“ Ein Unternehmer meinte, Werkswohnungen wären der Untergang der mittelständischen Betriebe, weil alle nur noch in die großen Firmen wollten. Viele machten sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel. Sie sprachen den derzeit Regierenden die Fähigkeit ab, Probleme zu lösen. 

    Deutliche Kritik in Kaufering an FW-Chef Hubert Aiwanger

    Die Umfragewerte der AfD fanden einige beängstigend. Es würden ständig nur Nebensächlichkeiten diskutiert. Ein Anwalt stellte empört die Frage, ob Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ein Demokrat sei und hielt mit seiner Meinung über den stellvertretenden Ministerpräsidenten nicht hinterm Berg. Es gäbe mittlerweile zwei Parteien rechts von der CSU. Von Florian Lichtenstern wollte er wissen, warum er für die Freien Wähler kandidiere. „Nicht wegen Aiwanger, sondern wegen eines guten Parteiprogramms“, konterte der.

    Wohlmeinende Stimmen aus dem Saal plädierten für einen Schulterschluss aller demokratischen Parteien und deshalb lautete die letzte Frage der Moderatoren: „Wenn sie Alle in den Landtag gewählt werden, wären Sie für einen Schulterschluss?“ In den Schlussplädoyers ließen die Kandidaten durchaus Gemeinsamkeiten in allen wichtigen Fragen erkennen und zeigten einen Abend lang, dass ein respektvoller, fairer Umgang miteinander möglich ist. 

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