Dass das Versammlungsrecht ein hohes Gut sei, damit werden die Forderungen des Bürgerforums nach schärferen Auflagen für die Montagsdemos in Landsberg immer wieder abgetan. Doch reizen Polizei, Landratsamt und Stadt ihre Möglichkeiten wirklich aus?
Hupende Fahrzeuge, Lautsprecherdurchsagen, laufende Motoren: Ist das wirklich zumutbar? Jeden Montag, in den engen Straßen der Landsberger Altstadt? Die Antwort lautet Nein. Der Druck, den das Bürgerforum mit seinen Aktionen ausübt, die öffentliche Meinung und die Kritik von Passanten und Anwohnenden vor Ort haben wohl so manchen Teilnehmenden der Montagsdemos nachdenken lassen. Mittlerweile sind deutlich weniger Fahrzeuge und Teilnehmende dabei.
Lärm und Dieselgestank könnten wieder nach Landsberg zurückkehren
Dennoch, das Blatt kann sich schnell wieder wenden, und dann kehren Lärm und Dieselgestank wieder in die Altstadt zurück. Polizei, Landratsamt und Stadt sollten sich daher eine Strategie zurechtlegen, wie sie das verhindern können. Dezibelgrenzen, Verbote von Hupen und Fanfaren sind möglich. Müssen sie wirklich strikt kontrolliert werden? In der U-Bahn wird auch nur stichprobenartig kontrolliert, ob jeder einen Fahrschein hat. Allein die Aussicht auf ein Bußgeld reicht doch, aufs Hupen zu verzichten.
Aktuell entsteht der Eindruck, Landratsamt und Stadt nehmen die Sorgen der Anwohnenden in der Altstadt nicht ernst. Das schildern zumindest Alexandra Högner und ihre Mitstreitenden vom Bürgerforum. Den Mut, den sie bewiesen haben, sollten sich Landratsamt und Stadt als Beispiel nehmen und ebenso mutig gegen Demonstrationen vorgehen, die immer weniger auf Inhalt, dafür aber auf größtmögliche Störung des öffentlichen Lebens setzen.