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Radtour

18.05.2015

Der „Alte Fritz“ und die „Dicke Berta“

Wahre Baumriesen (Fichte) mit einem Durchmesser von rund 1,35 Meter kommen heute noch im Gebiet des Denklinger Rotwaldes vor. Der Waldexperte des LBV Landsberg, Fritz Weiß (mit heller Mütze), erklärte den Teilnehmern der ADFC-Radtour viel Wissenswertes um das ökologisch bedeutsame Waldgebiet.
Bild: Gertrud Hirschauer-Kuisel

ADFC verbindet gemeinsame Ausfahrt mit dem LBV mit einem Waldbegang im Denklinger Rotwald

Bereits vor dem offiziellen „Anradeln“ gab es beim ADFC Landsberg eine gemeinsame Radtour mit der LBV-Kreisgruppe. Die Anfahrt der naturkundlichen Tour führte über das Fuchstal in den Weiler Aschthal. Die Einöde liegt am Rande des Denklinger Rotwaldes, ein historisch, forstwirtschaftlich sowie ökologisch bedeutsames Waldgebiet im bayerischen Voralpenland.

Die ADFC-Tourenleiter Sigi und Gertrud Kuisel freuten sich, den Waldexperten des LBV, Fritz Weiß, mit dabei zu haben. In einer Scheune in Aschthal war als Erstes eine Baumscheibe des „Alten Fritz“ zu bestaunen. Diese Baumscheibe stammt von einer 250-jährigen Riesenfichte. Die Holzhauer von Aschthal-Rain gaben diesem mächtigen Baum einst den Namen „Alter Fritz“.

Im Jahre 1916 wurde die Fichte gefällt. Sie hatte eine Höhe von 48 Metern und brachte 32 Festmeter Holzertrag. Zum Gedenken an diesen beeindruckenden Baum schnitt man im damaligen Sägewerk eine Baumscheibe ab. Die zu besichtigende Scheibe stammte aus der Baumhöhe von elf Metern.

Fritz Weiß hatte früher selbst in diesem Wald gearbeitet und wusste viele Geschichten von der damals harten Arbeit zu erzählen. Mit seinen Kollegen habe er 1967 ebenfalls eine Riesenfichte gefällt, die den Namen „Dicke Berta“ erhielt. Deren immer noch gewaltiger Wurzelstock sowie der langsam verrottende Stamm wurden von der Radgruppe fast ehrfürchtig bestaunt.

Das Zählen der Jahresringe hatte damals ergeben, dass die Fichte wahrscheinlich kurz nach dem 30-jährigen Krieg um 1650 angewachsen war. Im Naturdenkmal bei den Baumriesen gibt es noch viele weitere, eigentlich tote Bäume, die aber trotzdem höchst lebendig sind. Als Baumhotel dienen die Fichten und Buchen verschiedenen Nützlingen als Zuhause sowie auch Fledermäusen und Spechtarten als Quartier.

Der Waldexperte führte die Radgruppe über eine Lichtung und erzählte von den Pflanzgärten, die früher hier beheimatet waren. Die kleinen Setzlinge wurden akribisch gezogen und erzogen – vergleichbar zu Kindergarten und Grundschule. Heute werden die Setzlinge von professionellen Baumschulen zugekauft.

Bedeutsam sind im Denklinger Rotwald auch die eingestreuten Bachtäler und Hänge mit Quellaustritten, moorigen Feuchtgebieten und Magerrasen. (lt)

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