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Die EU darf sich mit den US-Strafzöllen nicht abfinden

Die EU darf sich mit den US-Strafzöllen nicht abfinden
Kommentar Von Detlef Drewes
13.08.2020

America first: Die USA belegen Europa mit Strafzöllen. Die EU darf sich mit den Zöllen nicht abfinden, meint unser Autor.

In Brüssel ist man bescheiden geworden. Die Europäische Kommission, die die Handelsgespräche mit den USA führt, ist schon froh, wenn die Strafzölle für europäische Produkte nicht erhöht, sondern „nur“ umverteilt werden. Warum man damit zufrieden sein sollte, wird allerdings nicht erkennbar.

Dieser Mechanismus ist besonders perfide, weil er die Konzerne in großer Unsicherheit hält. Denn niemand weiß, ob er mit seinen Produkten beim nächsten Mal auf die US-Liste gerät. Das Ärgernis ist nicht nur die bewusste Absicht, mit der Washington europäische Betriebe beschädigt, sondern generell, dass diese Liste existiert.

Trump halt Deutschland vor, sich in die Abhängigkeit Russlands zu begeben

Doch wenn US-Präsident Donald Trump die Europäer beschädigen kann, tut er es. Das gilt auch für die Pipeline Nord Stream 2, wo Trump Deutschland vorhält, sich in die Abhängigkeit Russlands zu begeben.

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Das ökonomische Weltbild des US-Präsidenten ist einfach gestrickt: America first. Dass diese Politik in der Praxis auch Risiken, wenn nicht sogar große Gefahren für seine eigenen Betriebe beinhaltet, ignoriert Trump und macht weiter. Bis zu dem Tag, an dem er – was in Brüssel niemand offen sagt – hoffentlich abgewählt wird.

Lesen Sie dazu auch: Bis zur Marmelade: USA bestrafen Deutschland mit Zöllen

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14.08.2020

Trump will das beste für sein Land - wie übrigens vor ihm jeder amerikanische Präsident. Er artikuliert es nur offener. Das sit übrigens in großen Teilen der EU nicht anders. Die "grande nation" z.B. denkt und handelt ähnlich. Nur Deutschland zahlt und zahlt ... . Den Beweis, daß Deutschland von der EU so groß profitiert ist man bis heute schuldig geblieben.

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14.08.2020

Man kann von Trump halten was man will aber er posaunt offen heraus was er macht. Anders seine Vorgänger.

Beispielhaft: Obama ließ seine Freundin Angela Merkel dreist abhören.

Bush hat im Kampf gegen den Terror Afghanistan mit der Begründung angegriffen, daß es für 9/11 verantwortlich sei. Das stimmte aber gar nicht, wie sich später herausstellte. Genau das gleiche mit dem Irak. Eine Lüge des secretary of state vor dem UN Sicherheitsrat war Auslöser eines Krieges mit hunderttausenden Toten.

Lieber ein Unsympath, der offen sagt was er macht als "gute Freunde", die lügen und betrügen.

Die Sanktionen sollten mit Augenmaß beantwortet werden.

Die EU muss sich emanzipieren. Das bedeutet, eine eigene Position einnehmen und weder der Wurmfortsatz von den USA noch Russland oder China zu sein. Man kann durchaus Partner aller Fraktionen sein. Aber nur, wenn man genug Mumm hat, eine eigene Position einzunehmen.

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14.08.2020

EINE Position in der EU wird es vielleicht beim Abschöpfen der Bürger geben. :-) Ansonsten sind es eben 27 Staaten mit z.T. 27 unterschiedlichen Interessen. Un der kleinste gemeinsame Nenner ist manchmal 0 - das heißt kein Ergebnis.

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