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Eishockey

26.10.2020

„Dem Nachwuchs bieten sich nun Chancen“

Der Fingerzeig von Cheftrainer Heiko Vogler geht vor allem auf die Disziplin seiner Mannschaft während des Spiels. Durch mehrere Strafzeiten entstanden zuletzt entscheidende Gegentore bei den Niederlagen gegen Berlin, Köln und Mannheim – das soll sich in den kommenden Partien ändern.
Bild: Annette Zoepf

Heiko Vogler trainiert die U20 des Augsburger EV. Im Interview spricht er über die Situation seines Teams in der Deutschen Nachwuchs-Liga und über Möglichkeiten, die sich seinen Spielern eröffnen könnten

Herr Vogler, am Samstag gab es gegen Köln (3:5)und Mannheim (3:6)zwei Niederlagen für die jungen Augsburger in der Deutschen Nachwuchs-Liga DNL. Wie ordnen Sie diese ein?

Vogler: Wir sind da leider an unserer eigenen Dummheit gescheitert. Auch wenn Mannschaften wie Mannheim oder Köln zu den Topteams der Liga gehören, waren sie uns spielerisch nicht unbedingt überlegen. Wir haben diese Spiele durch Undiszipliniertheiten verloren und nicht, weil die Gegner an diesen Tagen auf einem höheren Niveau waren. Unsere Strafzeiten haben uns letztendlich um einen möglichen Erfolg gebracht.

Sie haben bereits im Vorfeld Köln und Mannheim als „absolute Topteams der Liga“ bezeichnet. Beide gehören im Juniorenbereich zu den Schwergewichten. Ist es als verhältnismäßig kleiner Verein, wie es der Augsburger EV ist, schwierig, mit diesen Teams mitzuhalten?

Vogler: Dass wir mithalten können, haben wir am Wochenende bewiesen. Meine Mannschaft hat viel Potenzial und ist von der Qualität her sehr gut besetzt. Gegen solche Spitzenmannschaften können wir als Kollektiv durchaus bestehen, wenn jeder seine Bestleistung bringt. Über den Zusammenhalt können wir solche Spiele auch für uns entscheiden. Schwierig wird es, wenn es zu viele Fehler werden, wie am Wochenende. Da sind wir zweimal an uns selbst gescheitert.

Auch Sie haben bereits Erfahrungen mit Spielabsagen gemacht. Coronabedingt kam es nach den ersten beiden Spielen Ihrer Mannschaft prompt zu einer mehr als zweiwöchigen Unterbrechung. Ist Ihr Team da etwas aus dem Rhythmus gebracht worden?

Vogler: Ich bin kein Freund von großen Ausreden. Die Niederlagen, die wir zuletzt einstecken mussten, haben wir uns schon selber zuzuschreiben. Wir sind an manchen Stellen einfach noch zu unerfahren, was im Nachwuchsbereich allerdings auch normal ist. Es hat mit der aktuellen Situation rund um die Absagen aber nichts zu tun. Ich bin sehr froh, dass wir überhaupt spielen dürfen.

Durch die Absagen entsteht ein sehr verzerrtes Bild. Kaufbeuren hat beispielsweise in der DNL schon acht Spiele absolvieren dürfen, während Mannheim erst dreimal angetreten ist.

Vor Absagen ist kein Verein sicher

Vogler: Wir müssen es in der aktuellen Situation so nehmen, wie es kommt. Es kann auch uns noch mit Corona treffen, von Absagen ist derzeit kein Verein sicher. Die Liga ist in diesem Jahr aus meiner Sicht sehr ausgeglichen.

Während Ihre Mannschaft in der Deutschen Nachwuchs-Liga starten durfte, pausiert die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) seit März. Wie wirkt sich das auf Ihre Arbeit im Nachwuchs aus?

Vogler: Ich finde es in erster Linie sehr schade, dass dort der Spielbetrieb ruht. Für mich persönlich bedeutet es, dass ich mehr Zeit für den Nachwuchsbereich habe, da ich normal auch die Panther während des Spielbetriebs unterstütze. Was meine Mannschaft betrifft: Jeder Jugendspieler arbeitet im Training für sich selbst, um den nächsten Schritt gehen zu können. Und die aktuelle Situation bietet für den Nachwuchs durchaus Chancen.

Inwiefern?

Vogler: Viele Klubs müssen derzeit sparen. Das ist eine große Möglichkeit für die Jugendspieler, die wahrscheinlich im Rahmen dieser Sparmaßnahmen bei DEL-Klubs mehr gefragt sein dürften. Das habe ich auch meinen Jungs schon gesagt. Deshalb ist es für jeden Einzelnen wichtig, weiter hart an sich zu arbeiten und mit vollem Einsatz zu trainieren.

Die zweite Liga möchte Anfang November an den Start gehen. Einige DEL-Vereine stehen sich demnächst zum ersten Mal seit langer Zeit beim Magenta-Cup gegenüber. Ist das aus Ihrer Sicht der richtige Weg zurück?

Hoffnung auf einen Start in der DEL

Vogler: Den größten Punkt stellen im Eishockey momentan ohne Frage die Zuschauer dar. Die brauchen wir einfach. Daher hoffe ich sehr, dass beim Magenta-Cup unter Beweis gestellt werden kann, dass wieder mehr Menschen beim Eishockey zusehen und gleichzeitig die Hygieneregeln eingehalten werden können. Wenn dieser Wettbewerb reibungslos über die Bühne geht, hoffe ich sehr, dass auch über einen Start der DEL mit Zuschauern geredet werden kann.

Zurück zur DNL und Ihrem Team: Die U20 des Augsburger EV hat mittlerweile sechs Partien in der Liga absolviert. Es gab einen Sieg, zwei Erfolge nach Overtime und drei Niederlagen. Welches Fazit ziehen Sie aus dem bisherigen Saisonverlauf?

Vogler: Vor allem die Erkenntnis, dass wir noch jede Menge zu lernen haben. Wir müssen genau an unsere Fehler herangehen und vor allem weg von der Strafbank. In den vergangenen Partien waren wir spielerisch nicht unbedingt unterlegen, haben aber durch zahlreiche Strafzeiten die Niederlagen eingeleitet. Die Anzahl der Tore, die wir in Unterzahl kassieren, ist einfach zu hoch. Erfolg kann bei uns nur durch ein kollektives, diszipliniertes Auftreten entstehen. Der Hebel, den wir umlegen müssen, ist die Disziplin. Spielerisch müssen wir gar nicht so viel umstellen.


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