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Aalen

08.04.2021

In Aalen soll ein großes Freizeitbad entstehen

Im Hirschbachtal in Aalen soll ein neues Kombibad entstehen. Der Gemeinderat hat als finanzielle Obergrenze 44,8 Millionen Euro genannt.
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Im Hirschbachtal in Aalen soll ein neues Kombibad entstehen. Der Gemeinderat hat als finanzielle Obergrenze 44,8 Millionen Euro genannt.

Plus Beschluss im Aalener Stadtrat wird als historisch bezeichnet: Die Kosten sollen bei 44,8 Millionen Euro liegen

Es ist zweifellos ein historischer Akt gewesen: Nach Jahren der Vorarbeit, der Planung und der Diskussionen hat der Aalener Gemeinderat den Baubeschluss für das neue Kombibad im Hirschbachtal gefasst. Am Ende applaudierten sich die Ratsmitglieder selbst zu dieser seit Jahrzehnten größten öffentlichen Investition in Aalen. Deren finanzielle Obergrenze ist wegen der zehn Bahnen bei nunmehr 44,8 Millionen Euro festgezurrt worden.

Nur acht Bahnen oder doch zehn?

Leicht haben es sich die Gemeinderatsmitglieder auf den letzten Metern nicht gemacht. Zwei Fragen waren am Ende noch offen: Soll das Hallenschwimmbecken nur acht Bahnen erhalten, wie von der Verwaltung aus finanziellen Gründen vorgeschlagen, oder doch zehn, wie CDU und Grüne auf die Einhaltung der seitherigen Beschlusslage pochten? Und wie geht man mit den Einwänden für eine bessere Barrierefreiheit des künftigen Bades um?

Oberbürgermeister Thilo Rentschler machte sich noch einmal für eine Reduzierung auf acht Schwimmbahnen innen stark. Man dürfe sich angesichts der durch die Corona-Pandemie verschlechterten finanziellen Lage nicht schon von Anfang an ein finanzielles Problem einhandeln, das man später nicht mehr einfangen könne. Bäderexperte Stefan Studer vom Schweizer Planungs- und Beratungsunternehmen Kannewischer zeigte einmal mehr den aus seiner Sicht immensen Gewinn an Kapazitäten für alle drei Benutzergruppen – Schulen, Vereine und Öffentlichkeit – auf. „Auch mit acht Bahnen bekommen Sie viel, viel mehr als bisher“, sagte Studer. Hans Ulrich Tillmanns vom Stuttgarter Büro 4a Architekten verwies zum Thema Barrierefreiheit darauf, dass man die geplanten Rampen von den vorgeschriebenen 1,5 auf nun 1,8 Meter Breite erweitern werde. Den Aufbau eines weiteren Aufzuges, um von der höheren äußeren Ebene in die Schwimmhalle zu gelangen, hielt er aber aus baulichen wie finanziellen Gründen (Mehrkosten bis zu 300000 Euro) für nicht möglich. Man wolle alternativ mehr Fläche in der WC-Anlage behindertengerecht ausbauen.

CDU und Grüne bestehen auf zehn Bahnen

Die Sprecher der Fraktionen verdeutlichten noch einmal ihre Positionen, die sie schon in der vorigen Gemeinderatssitzung dargelegt hatten. Man bestehe auf zehn Innenbahnen, weil man vertragstreu in den Zusagen an die Vereine und Schulen sein wolle, sagte Thomas Wagenblast (CDU). Die Mehrkosten könne man aus dem Verkauf des Parkplatzgeländes neben der ehemaligen Musikschule an der Hegelstraße finanzieren. Auch Michael Fleischer (Grüne) hielt an den zehn Bahnen in der Schwimmhalle fest. Sie seien das Herzstück des ganzen Bades, sagte er. Die Mehrkosten von 480000 Euro hielt Fleischer für eine überschaubare Größe im Vergleich zu dem, „was wir sonst noch alles bewegen wollen“, etwa die Rathaussanierung.

Ja zum Bad, aber nicht um jeden Preis

SPD, Freie Wähler und AfD waren genau anderer Auffassung. Die Nutzung und Auslastung des Kombibads sei vor allem eine Frage des Zeitmanagements, sagte Hermann Schludi (SPD). Er plädierte für die Reduzierung auf acht Bahnen. „Wir wollen das Bad, aber nicht um jeden Preis“ so Schludi. Claus Albrecht (Freie Wähler) hielt eine eventuelle Verschiebung der Rathaussanierung zugunsten von zwei weiteren Schwimmbahnen für eine Milchmädchenrechnung. Er mahnte, die Finger von solchen Gegenfinanzierungen zu lassen. Die Wahrheit sei vielmehr, dass man 14,50 Euro als Subvention für jeden künftigen Badbesucher ausgeben werde.

Nach fast drei Stunden finaler Debatte stimmten schließlich 28 Ratsmitglieder für das Kombibad mit zehn Schwimmbahnen in der Halle bei einer finanziellen Obergrenze von dann 44,8 Millionen Euro und einem städtischen Anteil daran von 11,4 Millionen. 14 Ratsmitglieder stimmten gegen diese Variante.

Die Gegenfinanzierung soll durch den Verkauf des Parkplatzgeländes an der alten Musikschule erfolgen. Die Aufzug-Vorschläge der Linken wurden zur weiteren Erörterung in den Bäderbeirat verwiesen. Alle notwendigen weiteren Teile des Beschlussantrags der Verwaltung zum Kombibad wurden jeweils mit deutlicher Mehrheit gefasst. Das Kombibad zählt zu den größten Investitionen der vergangenen Jahrzehnte, wenn man die Stadtwerke als Tochterunternehmen und den eigentlichen Investor mit einrechnet. Es ist sogar von einem Jahrhundertprojekt der Stadt die Rede.

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