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Arla

25.08.2012

Bewährungsprobe für Milchlieferanten

Für gute Milch soll auch weiter gutes Geld fließen. Im Herbst müssen die 320 Mitglieder der Genossenschaft Milchwerke Bad Wörishofen die Lieferverträge mit Arla neu verhandeln.
Bild: Lienert

Die Lieferverträge werden neu verhandelt. Die einstigen Allgäuland-Eigner treten dabei heute als reine Liefergenossenschaft auf

Bad Wörishofen Das erste Jahr der Genossenschaft Milchwerke Bad Wörishofen als Lieferant der Arla Foods Käsereien GmbH neigt sich dem Ende zu. Gleiches gilt für das Milchwerk Bad Wörishofen, dessen Mitarbeiter ohne den Verkauf der von Insolvenz bedrohten Allgäuland-Käsereien GmbH an Arla mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Arbeitsplätze verloren hätten. Der Übernahme war im vergangenen Sommer ein wahrer Wirtschaftskrimi vorausgegangen, an dessen Ende im Herbst eine Spaltung der Bauernschaft im Allgäu drohte.

Passive Mitglieder mussten die Genossenschaft verlassen

Die Zeiten sind wieder ruhiger geworden, für die Bauern der Genossenschaft Milchwerke Bad Wörishofen hat sich seit dem Verkauf der Allgäuland-Käsereien GmbH an den skandinavischen Milchriesen aber einiges verändert. Unter anderem mussten alle Mitglieder die Genossenschaft verlassen, die keine Milch mehr liefern, etwa weil sie den Hof übergeben haben. Das sei reibungslos geschehen, berichtet deren Vorsitzender Josef Nadler. „Wir sind jetzt eine reine Milchliefergenossenschaft“, betont Nadler. Einst waren die Bauern noch die Eigentümer des Unternehmens. „Wir wollen uns dieser neuen Situation stellen“, sagt der Vorsitzende. Die Mitglieder würden mitziehen, die jüngste Versammlung habe die „Hoffnung auf ruhigere Zeiten“ transportiert, berichtet der Vorsitzende. Fast alle Lieferanten im gekündigten Zustand hätten diese Kündigung wieder zurückgezogen, sagt Nadler. „Das ist ein gutes Zeichen für die Verantwortlichen.“

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Die erste Bewährungsprobe für die Liefergenossenschaft mit ihren jetzt noch 320 Mitgliedern steht kurz bevor. Im Herbst beginnen die Verhandlungen für die neuen Lieferverträge. Vor wenigen Tagen hat Arla das Milchgeld für den Juli ausbezahlt. 30,99 Cent pro Kilogramm Standardmilch ohne Zuschläge flossen nach Arla-Angaben an die 1300 Bauern, die den Wechsel von Allgäuland mitgemacht hatten. Im Mai waren es noch 33,44 Cent. Wer ohne Gentechnik arbeitet und zudem einem Milchpartnervertrag unterzeichnet hat, kam im Juli auf 32,89 Cent. Bio-Milch mit allen Zuschlägen vergütete Arla im Juli mit 42,77 Cent pro Kilogramm.

Wie die Preise nach den Vertragsverhandlungen aussehen werden, vermag dieser Tage keiner der Partner vorherzusagen. Torben Olsen, der Geschäftsführer der Arla-Käsereien, gibt dazu keinen Kommentar ab, auch Josef Nadler hält sich bedeckt. Arla hat den Bauern jüngst mitgeteilt, dass die Milchpreise in Deutschland seit Dezember 2011 sinken. Arla beruft sich auf Angaben der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft AMI. Demnach sank der durchschnittliche Milchpreis im Juni erstmals seit zwei Jahren wieder unter die Marke von 30 Cent. Nadler ist allerdings überzeugt davon, dass die Talsohle erreicht ist. Man spüre einen Aufwärtstrend.

Produkte aus Bad Wörishofen werden nicht umbenannt

60 Millionen Liter Milch liefert seine Genossenschaft an Arla. Im Milchwerk Bad Wörishofen entsteht daraus Emmentaler, der nun das Arla-Logo trägt. Weitergehende Neubezeichnungen seien nicht geplant, sagt Olsen.

Solche hatte der Geschäftsführer für die Produkte des Milchwerks Sonthofen angekündigt, die vor allem im Ausland vermarktet werden. Diese Milchprodukte werden künftig unter dem Namen Alp-Tradition angeboten.

Olsen hat die einstigen Allgäuland-Käsereien nach der Übernahme neu aufgestellt. Unter anderem wurde der Standort Riedlingen geschlossen und auch an anderen Stellen Personal abgebaut. Von einst etwa 400 Mitarbeitern beschäftigt Olsen heute noch etwa 270. Im Milchwerk Bad Wörishofen sei die Mitarbeiterzahl stabil geblieben. Auch am Werksverkauf werde man festhalten.

Mit dem Kauf von Allgäuland sei Arla sehr zufrieden, sagt Olsen. Zahlen werde er aber erst im Februar nennen.

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