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Bad Wörishofen

14.01.2020

Bürgermeister Gruschka beschwört die Gemeinsamkeit

Rund 150 geladene Gäste lauschten aufmerksam dem Grußwort von Bad Wörishofens Bürgermeister Paul Gruschka (rechts) beim Neujahrsempfang der Stadt und der Kirchengemeinden im Pfarrzentrum St. Ulrich in der Gartenstadt.
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Rund 150 geladene Gäste lauschten aufmerksam dem Grußwort von Bad Wörishofens Bürgermeister Paul Gruschka (rechts) beim Neujahrsempfang der Stadt und der Kirchengemeinden im Pfarrzentrum St. Ulrich in der Gartenstadt.
Bild: Alf Geiger

Plus Der Bad Wörishofer Bürgermeister Paul Gruschka weist beim Neujahrsempfang auch auf die Erfolge seiner ersten Amtszeit als Rathauschef hin.

Rückblick und Ausblick – der Neujahrsempfang im Pfarrzentrum St. Ulrich in der Gartenstadt war geprägt von Selbstbewusstsein und Stolz auf das Erreichte und einem zuversichtlichen Blick in die Zukunft der Kneippstadt.

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Für Bürgermeister Paul Gruschka (FW) war der Neujahrsempfang, zu dem die Stadt Bad Wörishofen gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde und den katholischen Pfarrgemeinden St. Justina, Mariä Heimsuchung, St. Martin, St. Michael, St. Stephan und St. Ulrich in Pfarrheim in der Gartenstadt eingeladen hatte, eine willkommene Gelegenheit, den Start ins Wahljahr 2020 zu einem Blick auf die Erfolge seiner ersten Amtsperiode als Rathauschef zu nutzen.

Beim Neujahrsempfang der Stadt Bad Wörishofen blickt Bürgermeister Gruschka mit Optimismus in die Zukunft

Bei aller „Wahlkampfdämmerung“ in Anwesenheit seiner Herausforderer Stephan Welzel (CSU) und Doris Hofer (Grüne) blieb das Grußwort Gruschkas aber auf angenehme Art zurückhaltend und wenig (wahl-)kämpferisch – vielmehr beschwörte Gruschka geradezu die Gemeinsamkeit, sprach ausdrücklich von „unserem Stadtrat“ und von den „gemeinsamen Erfolgen“ der vergangenen Jahre.

Bürgermeister Gruschka beschwört die Gemeinsamkeit

Schon bei seiner Begrüßung hatte der Amtsinhaber ganz bewusst auf eine persönliche Begrüßung der zahlreich anwesenden Kommunalpolitiker und denen, die es werden wollen, verzichtet und beließ es bei der lockeren Formulierung „alle Kandidatinnen und Kandidaten der Kommunalwahl 2020“. Die drei anwesenden Landratskandidaten Rainer Schaal (CSU), Alex Eder (FW) und der Bad Wörishofer Stadtrat Daniel Pflügl (Grüne) nahmen dies ebenso schmunzelnd zur Kenntnis wie die Gruschka-Herausforderer Welzel und Hofer.

„Wo stehen wir – und was kommt auf uns zu?“, fragte Gruschka in die Runde der gut 150 geladenen Gäste, um die Antwort darauf gleich mitzuliefern: „Ich glaube, die Stadt Bad Wörishofen hat eine gute Basis für das neue Jahr“. Seinen Optimismus schöpft der Amtsinhaber auch aus den Zahlen der vergangenen Jahre, allem voran der „Haushaltskonsolidierung“, wie es Gruschka nannte.

So habe der Schuldenstand von Stadt und Stadtwerken zum Jahreswechsel auf rund 19,6 Millionen Euro gesenkt werden können. Nur ein ganz klein wenig Wahlkampf-Dämmerung, als Gruschka nicht ohne Stolz darauf verwies, dass in den vergangenen sechs Jahren – also genau in seiner ersten Amtszeit als Rathauschef – die Schulden von 23,8 Millionen Euro im Jahr 2013 um rund 4,2 Millionen Euro abgebaut werden konnten.

Erfreulich für Gruschka war daher auch, dass die Steuerquellen stärker sprudeln als geplant und die Einnahmen aus der Gewerbesteuer im vergangenen Jahr rund 11,1 Millionen Euro betragen hatten. Das habe dann dazu geführt, dass die für 2019 geplanten Darlehen in Höhe von zwei Millionen Euro gar nicht erst aufgenommen werden mussten. Und damit nicht genug: „Erstmals mindert die Tilgung von 974.000 Euro auch tatsächlich die Schulden der Stadt“, rechnete Gruschka vor.

Er sprach immer wieder von „Wir“ und stellte damit demonstrativ die Gemeinsamkeit in den Mittelpunkt: „Wir haben und werden trotz Haushaltskonsolidierung weiterhin investieren“, so Gruschka, und: „Bei den Jahresabschlüssen haben wir gewaltig aufgeholt“.

So schließe der seit November „systemtechnisch vorliegende“ Abschluss für 2017 mit einem Überschuss von mehr als einer halben Million Euro ab – geplant waren gerade mal 1700 Euro. „Unser Stadtrat hat permanent das Ziel der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Auge“, machte Gruschka deutlich, und wich dabei sogar von seinem Redemanuskript ab, in dem statt „unser Stadtrat“ noch „der Stadtrat“ stand.

Bad Wörishofens Bürgermeister Gruschka betont: "Wir sind die Profis in Sachen Kneippkur seit 130 Jahren!"

„Hervorragend“ hätten die Stadtwerke gewirtschaftet, der Flexibus werde eingeführt, der Trinkwasserpreis sei mit 0,67 Euro pro Kubikmeter vergleichsweise günstig, die Erhöhung des Strompreises durch die Stadtwerke um 1,19 Cent auf jetzt 26,78 Cent pro Kilowattstunde sei „überaus maßvoll“ und auch die Arbeit des Kur- und Tourismusbüros sei – trotz der schmerzhaften Schließung namhafter Kurbetriebe wie dem Kneippianum und dem damit verbundenen Verlust von 358 Betten „durchaus erfolgreich“, so Gruschka: „Wir in Bad Wörishofen sind die Profis in Sachen Kneippkur seit 130 Jahren! Und wir können auch Genußurlaub“, warb Gruschka für die Kneippstadt: „Die Zufriedenheit unserer Gäste ist nachweislich hoch. Dass der Rückgang der Übernachtungen von 2001 bis 2010 stärker war, als in den Jahren 2011 bis 2018 ist nicht selbstverständlich, sondern das Ergebnis der Arbeit unseres Kur- und Tourismusbetriebes“. Kurdirektorin Petra Nocker hörte das offensichtlich gerne und nahm dieses Lob mit einem zustimmenden Kopfnicken zur Kenntnis.

Wie wichtig der Tourismus nicht nur für das Selbstverständnis der Kneippstadt, sondern auch für den wirtschaftlichen Erfolg ist, stellte Gruschka deutlich heraus: „Die Stadt Bad Wörishofen ist geprägt durch ihre rund 117 Beherbergungsbetriebe, mit gut 2000 Arbeitsplätzen, die einen Bruttoumsatz von ca. 111 Millionen Euro schaffen“.

Sein Fazit und gleichzeitig auch ein Hinweis an alle Kritiker: „Das Geld, das Bad Wörishofen in seinen Kur- und Tourismusbetrieb investiert, ist gut angelegt.“ Auch die Zukunft braucht laut Gruschka den Willen zur Gemeinsamkeit – und hier sieht der Rathauschef durchaus gute Anzeichen: „In unserer Stadt Bad Wörishofen arbeiten Wirtschaft und Politik in vielen Fragen gut zusammen. Gute und gesetzlich zulässige Rahmenbedingungen schöpfen wir aus und sorgen damit für ein gutes Investitionsklima“. Und Gruschka ging sogar noch weiter: „Ich bin sicher, dass wir gemeinsam die Herausforderungen meistern und auch 2020 erfolgreich zusammenarbeiten werden.“

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Zu tun gebe es ja noch genug, meinte Gruschka augenzwinkernd und listete die Herausforderungen für die nächsten Jahre auf: Schaffung neuer Baugebiete, Erweiterung der Kläranlage, der Bau der Kindertagesstätte und des Horts, der Hochwasserschutz der Stadt, Erhalt von Straßen und Gehwegen, die Weiterentwicklung des Sebastian-Kneipp-Museums, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Zukunft des Dominikanerinnenklosters, das neue Feuerwehrhaus, die Erweiterung des Kreisseniorenheimes, das „Rössle“ in Schlingen, das Regenüberlaufbecken Stockheim und der Kanalbau in Kirchdorf, die Dorferneuerung Stockheims und vieles mehr“.

Mit einem grundsätzlichen Aufruf, am 15. März an die Wahlurnen zu gehen und dem Satz „Ich bin immer noch sehr gerne ihr Bürgermeister“, beschloss Gruschka sein Grußwort und lenkte damit den Blick auch wieder auf die bevorstehende Entscheidung, wer nach der Wahl die Kommandos im Bad Wörishofer Rathaus geben wird. Gruschka selbst hatte als erster von inzwischen sechs Kandidaten seinen Antritt zur Wahl erklärt.

Mit einem gemeinsamen Imbiss und persönlichen Gesprächen endete der Neujahrsempfang, der mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Ulrich begonnen hatte.

Die evangelische Pfarrerin Andrea Diederich und ihr katholischer Amtskollege Pfarrer Andreas Hartmann hatten mit nachdenklichen Worten auf die individuelle Verantwortung jedes Einzelnen hingewiesen.

In beiden Ansprachen stand – wohl kaum ein Zufall – auch das Gemeinsame im Mittelpunkt.

Apropos gemeinsam: Die Pfarrgemeinde St. Michael aus Stockheim hatte aufgrund des eingeschränkten Platzangebotes im Stockheimer Pfarrheim gerne die Einladung ins Pfarrheim St. Ulrich in der Gartenstadt angenommen.

Bei der Bewirtung der geladenen Gäste legten sich die Stockheimer und die Gartenstädter gemeinsam mächtig ins Zeug, und der Musikverein Stockheim sorgte für stimmungsvolle Unterhaltung vor und während der Veranstaltung, sodass der Neujahrsempfang auch in dieser Hinsicht zu einem gemeinsamen Erfolg wurde.

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