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Salgen

21.08.2019

Carina Bichler aus Salgen ist Bayerns Bio-Königin

Carina Bichler aus Salgen ist bayerische Bio-Königin.
Bild: Ralf Lienert

Carina Bichler aus Salgen ist Botschafterin der Bio-Branche. Sie steht für achtsamen Umgang mit der Natur und erklärt, was man schon im Kleinen tun kann.

Vom Dasein als Prinzessin träumt so manches Mädchen. Das Leben als Majestät kann indes ganz schön anstrengend sein, vor allem, wenn man nebenher noch einen Brotberuf hat. Carina Bichler ist sogar Bayerns Bio-Königin. Sie bringt das alles charmant unter einen Hut. Authentisch setzt sich die 28-Jährige ein für den ökologischen Landbau, für Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft wie im privaten Leben. Auf der Allgäuer Festwoche war die Unterallgäuerin jetzt hundertfach fotografierte Botschafterin.

„Ich bin quasi schon bio auf die Welt gekommen“, sagt die Repräsentantin. 1987 hatte ihr Vater den ehedem konventionellen Hof im Unterallgäuer Salgen umgestellt. Klein-Carina wuchs also hinein in den achtsamen Umgang mit Lebensmitteln, in die Wertschätzung der Natur.

Die Salgenerin vereint Studium und ihr Leben als Königin

Zu Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln bringt sie Fachwissen mit aus ihrem Studium, das sie mit einem Master-Grad im Fach Agricultural Economics abschloss. Zurzeit arbeitet sie im deutschlandweiten „Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne“ mit. Das Projekt verfolgt das Ziel, den Anbau von Eiweißpflanzen voranzubringen. Ihren Hals schmückt oft eine Kette aus getrockneten, seltenen Bohnensorten.

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Als „leidenschaftliche Köchin“ setzt sie auch am eigenen Augsburger Herd auf frische Bio-Produkte, die zur Saison passen und aus dem nahen Umkreis kommen. Vergangene Woche erntete sie die erste Gurke des Jahres vom großen Balkon ihrer „Berufstätigen-Wohngemeinschaft“.

Fleisch kommt dort auch auf den Tisch, aber meist nur einmal in der Woche oder seltener. Und dann aus geprüfter Herkunft. „Regional ist kein geschützter Begriff“, erklärt sie gern den Verbrauchern. Erst in Kombination mit einem Bio-Siegel erhalte man Lebensmittel, die keinen langen Transportweg hinter sich haben. Gleichzeitig stütze man die Wertschöpfungskette in der Umgebung. Hofläden seien besonders interessante Adressen.

Die Bio-Königin setzt selbst auf Nachhaltigkeit

Dort funktioniere auch der Austausch zwischen Verbrauchern und Erzeugern. Auf gegenseitiges Verständnis setzt Bichler auch zwischen Landwirten und Handel. Bio bedeute nicht automatisch teuer. „Preis-wert ist das richtige Wort, die Produkte sind ihren Preis wert. Sie leisten auch einen Mehrwert für Mensch, Natur und Umwelt.“

Sparen lasse sich am einfachsten, wenn nur die Menge eingekauft wird, die benötigt wird. Carina I. wünscht sich vor allem, dass die Leute hinterfragen, wie sie mit Ressourcen umgehen. Deswegen legt sie Wert auf nachhaltige Kleidung und Transportmittel. Zu einem ihrer Königinnengewänder trägt sie regelmäßig ein Top, das eine Freundin schon von deren Schwester übernommen hatte. „Aus dritter Hand geht genauso wie aus zweiter“, ist sie überzeugt.

Die Salgenerin fährt viel Rad und reist mit der Bahn

Eine andere Tracht stammt aus Upcycling-Material – Stoffe, die sonst weggeworfen würden. Schuhe und Tasche sind aus Bio-Leder aus dem Allgäu. Aufs Auto verzichtet sie, fährt viel Rad. Zu ihren Terminen etwa in Berlin oder Nürnberg reist sie per Bahn. Wandern ist eines der Hobbys der umtriebigen Hoheit und nach den Auftritten zum Beispiel beim Bio-Erlebnistag auf der Festwoche, ging es in den Urlaub in den Norden Spaniens. Mit dem Flieger? „Ach was, da gibt es doch gute Zugverbindungen.“ (se)

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