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Bürgerversammlung

29.09.2014

Die Angst vor dem nächsten Unfall

Was aus der geforderten Halbschranke für den Bahnübergang wird, wollten die Nassenbeurer bei der Bürgerversammlung im Schützenheim von Bürgermeister Stephan Winter wissen.
Bild: Johann Stoll

Nassenbeurer fordern Halbschranke am Bahnübergang. Stadt will bei Verkehrsunternehmen nachfassen. Auch der 49 Meter hohe Grob-Büroturm ist ein Thema

Welch ein Unterschied: Vorige Woche Bürgerversammlung im Mindelheimer Stadttheater. Gerade einmal 25 Interessierte fanden sich aus der Kernstadt ein. Eine Woche später im Landhaus Schützenheim Nassenbeuren ein völlig anderes Bild: rund 50 Nassenbeurer waren gekommen, um sich aus erster Hand über die Entwicklungen in der Kreisstadt zu informieren. Einige von ihnen hatten auch wichtige Anliegen.

Stadtrat, Bürgermeister und Ortssprecher als Team

Gastgeber des Abends war Wolfgang Streitel, Ortssprecher von Nassenbeuren. Er betonte ebenso wie die weiteren anwesenden Ortssprecher Andreas Schedel (Westernach), Manfred Salger (Oberauerbach) und Christian Träger (Mindelau) das konstruktive Verhältnis unter den Sprechern. Alle unterstützten sich im Interesse der Ortsteile. Bürgermeister Stephan Winter beschrieb den ganzen Stadtrat als Team. „Denn im Streit passiert meistens gar nichts“.

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Die Harmonie unterstrich auch Roland Ahne, SPD. Der Dritte Bürgermeister sprach von einem „sehr guten Miteinander“ mit seinem Kollegen Hans-Georg Wawra von den Freien, der seit Mai Vizebürgermeister ist. Alle riefen die Nassenbeurer auf, mit Anliegen zu ihnen zu kommen. „Wir bemühen uns, eine gute Lösung zu finden“, sagte der stellvertretende Stadtrat Fritz Birkle, ein Nassenbeurer.

856 Einwohner zählt Nassenbeuren derzeit, berichtete Bürgermeister Stephan Winter. Neben seinem Überblick über die Geschehnisse in Mindelheim (wir berichteten) ging er besonders auf Nassenbeuren ein. Der Bebauungsplan Nummer 15 für das Gebiet südliches Nassenbeuren unweit der Bahnlinie ist auf den Weg gebracht. Gebaut werden können in dem Gebiet acht Einzelhäuser. Hinzu kommt eine Erschließungsstraße mit Wendehammer.

Noch gehört der Stadt der Grund nicht. „Wir sind uns aber mit dem Eigentümer einig“, sagte Winter. Jetzt würden die Träger öffentlicher Belange, also etwa Behörden und Verbände, befragt, ob sie Einwände haben. Knackpunkt könnte die Bahnlinie mit ihrem Lärm sein. Der Bürgermeister betonte allerdings, „wir stehen nicht vor unüberwindbaren Schwierigkeiten“.

Winter erinnerte an die folgende Ereignisse in Nassenbeuren: 30 Jahre Bockenauer Dorfmusikanten, 60 Jahre Schützenverein Edelweiß, Pfarrfest, Feuerwehrhauptübung bei Landtechnik Stadler. Besonders erwähnte er Hermann Geisler, der vier Feldkreuze restauriert hat.

Thema war auch das Mindelheimer Stadtbild. Zur 49-Meter hohen Bürozentrale der Firma Grob, in der auch die Kantine untergebracht wird, sagte Winter. „Wir sind der Meinung, das Gebäude passt gut ins Gewerbegebiet“.

Die Stadt sei stolz, dass die Firma ihre Konzernzentrale nicht nach China oder Amerika verlegt hat, sondern nach Mindelheim. Die Bürger sprachen an: Verkehrskontrollen, die als zu streng empfunden werden, den Schlaucherbach, der nicht ausreichend ausgeräumt sei und deshalb eine Gefahr bei Hochwasser darstelle, den Bahnübergang, schnelles Internet und asphaltierte Feldwege.

Richard Preckle übte Kritik an Absperrungen für die alte Mattsieser Straße. Landwirte dürfen dort mit ihren Traktoren fahren. Viele Autofahrer hätten sich an das Durchfahrtsverbot nicht gehalten. Deshalb habe die Stadt handeln müssen.

Josef Wörz hakte beim Bahnübergang nach, an dem es im Oktober vorigen Jahres zu einem Zusammenstoß zwischen Pkw und Zug gekommen war. Ein Mensch war schwer verletzt worden. Er habe schon vor Jahren Grund abgetreten, um eine Halbschranke errichten zu können.

Alles sei im Sand verlaufen. Der frühere Ortssprecher Herbert Kugler sagte, Stadt, Landkreis und Bahn wären bereit, jeweils ein Drittel der Kosten zu übernehmen. „Wir hatten das Problem, Grund zu bekommen“. Dem widersprach ein weiterer Nassenbeurer. Auch er habe abgetreten. Seit acht Jahren gebe es einen fertigen Plan. Bürgermeister Winter will noch einmal bei der Bahn nachhaken.

Franz Gegl forderte mit einem weiteren Bürger die Stadt auf, den Schlaucherbach konsequent auszuräumen, um so die Hochwassergefahr zu bannen. Winter sagte mit Verweis auf das Tiefbauamt der Stadt, der Hochwasserschutz sei ausreichend, insbesondere mit dem Rückhaltebecken. Umwelt- und Naturschutz müssten auch berücksichtigt werden. Wirklich einig wurden sie sich nicht.

Einige Feldwege sollen asphaltiert werden

Thema Internet: Hier will die Stadt das Förderprogramm der Staatsregierung nutzen und den Ausbau voranbringen.

Ob Feldwege asphaltiert werden, müsse der Stadtrat für den Haushalt 2015 entscheiden. Diverse Wege in Nassenbeuren sollen auf Wunsch der Dorfgemeinschaft hergerichtet werden. Gesamtkosten laut Bürgermeister: 120 000 Euro.

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