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Mindelheim

29.03.2018

Die Lust auf Frankreich ist geweckt

Beim Besuch der Berufsschüler in Frankreich durfte auch ein Besuch der berühmten Brücke von Avignon nicht fehlen.
Bild: Geller

Mindelheimer Azubis kommen mit positiven Eindrücken aus Avignon zurück

Die Ersatzteile kommen aus der ganzen Welt, die Fahrer aus ganz Europa, die Herstellerfirmen sind meist internationale Konzerne. Es gibt also gute Gründe, auch die Berufsausbildung neu zu denken. Mehr Sprachkenntnisse und ein besseres Verstehen anderer Kulturen könnten solche Ziele sein.

Die Fahrzeugabteilung der Berufsschule Mindelheim ist auf diesem Feld Vorreiter. Fachbezogenes Englisch ist im Unterricht integriert. Schüler haben sogar die Möglichkeit, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Auch die Europäische Union strebt an, dass vier Prozent aller Lehrlinge im Rahmen ihrer Ausbildung ein anderes europäisches Land kennenlernen sollen.

Drei Wochen lang waren sechs Schüler und eine Schülerin der Mindelheimer Berufsschule der Fachrichtung Landmaschinen- und Nutzfahrzeugmechatronik in der französischen Partnerschule Vedène nahe Avignon.

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Schon beim Besuch der zehnköpfigen französischen Gruppe im November 2017 konnten die Mindel-heimer Schüler mit ihren Kollegen Kontakt aufnehmen, die zum Teil in ihren Betrieben untergebracht waren. In der ersten Woche eines solchen Aufenthalts lernen die Azubis die wichtigsten Begriffe in der fremden Sprache. Besonders knifflig sind die Fachbegriffe des Kfz-Bereichs, denn schließlich verbringen die Azubis die restlichen zwei Wochen in Werkstätten.

„Das war richtig cool“, betont Susanne Gerum, Landmaschinenmechatronikerin im dritten Lehrjahr. Wenn die mal merken, was du drauf hast, dann kannst Du bei denen Dinge machen, die hätte ich hier nur unter Anleitung eines Gesellen machen dürfen“, erzählt sie. Alle seien sich einig gewesen: Unser duales System ist wirklich gut! Das bestätigten auch die französischen Betriebe, die jedem der deutschen Azubis anboten, wieder kommen zu können.

Die Mindelheimer Berufsschüler waren von ihren französischen Kollegen begeistert

Liam Danner, der bei Toni Maurer in Türkheim lernt, fand die Franzosen „wirklich super freundlich und genauso drauf wie wir“. Er war in einer kleinen Werkstatt, in der noch viel mehr repariert wird als daheim. „Da lernst Du mangels Spezialwerkzeug zu improvisieren.“ Überhaupt war dieses Gefühl, die berufliche Herausforderung, noch dazu in einem fremden Land, bestanden zu haben, für alle sehr wichtig. „Ich habe jetzt keine Bedenken mehr, irgendwo hinzufahren, ich weiß, man kommt durch“, fassen es gleich mehrere der Mindelheimer Schüler in Worte.

Die beiden Lehrer und Initiatoren des Austausches, Fiorenzo Vadurro und Andreas Kurzen, ergänzten: „Man kann diese Veränderung fast mit Händen greifen: Wir schicken Jugendliche weg und junge Erwachsene kommen zurück. Der Aufenthalt ist definitiv eine Bereicherung der Ausbildung. Wir möchten damit auch unseren Betrieben helfen, ihre Ausbildungsberufe attraktiv zu halten.“

Der Austausch zwischen Mindelheim und Frankreich kommt gut an

Bei den Schülern kommt der Austausch immer besser an. „Wo kriegst Du das noch mal so günstig?“ Du sammelst jede Menge berufliche Erfahrung, du lernst ein wenig Französisch und hast ein attraktives Freizeitprogramm an den Wochenenden. „Wir haben fast jeden Abend mit den Franzosen Sport gemacht oder sind zusammengesessen – das war richtig gut! Ich würde das jederzeit wieder machen!“, fasst Liam seine Eindrücke zusammen. Und Susanne ergänzt: „Ich war mittlerweile schon wieder in Frankreich. Mein Chef hat mich auf die Landmaschinenmesse nach Paris mitgenommen.“ Abteilungsleiter Karl Geller hofft auf weitere Unterstützung in Mindelheim und Umgebung.

Gesucht werden Familien, die französische oder russische Schüler für zwei Praktikumswochen aufnehmen. „Wir möchten einen Kreis von Gastfamilien aufbauen“, betont Geller. Dafür gibt es sogar Geld von den internationalen Jugendbüros.

Wer Interesse hat, Gastfamilie zu sein, kann sich jederzeit an die Berufsschule wenden per Mail verwaltung@bsmn.de oder per Telefon unter 08261/7620-0. Nach Ostern kommen übrigens zum ersten Mal fünf russische Berufsschüler nach Mindelheim. (mz)

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