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Tradition in Apfeltrach

06.11.2017

Eine Namenstagsfeier hoch zu Ross

Kaplan Thomas Kleinle (links) und Pater Geesan Ponthempilly segneten die Rösser und ihre Reiter, darunter zahlreiche Kinder mit ihren Ponys.
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Kaplan Thomas Kleinle (links) und Pater Geesan Ponthempilly segneten die Rösser und ihre Reiter, darunter zahlreiche Kinder mit ihren Ponys.
Bild: Franz Issing

Leonhardiritt in Apfeltrach waren nicht nur Pferde und Reiter zu bestaunen.

Reiter haben bei Petrus offenbar einen Stein im Brett. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass er ihnen nahezu jedes Jahr zum Apfeltracher Leonhardiritt strahlenden Sonnenschein und milde Temperaturen beschert. Für die Gemeinde ist der Leonhardiritt nach Allerheiligen und Allerseelen ein festlicher Höhepunkt im Kirchenjahr.

Auch Nicole Schöllhorn aus Heimenegg hat sich den vierten November rot im Kalender angestrichen. Sie ist mit zwei Ponys angetrabt und verrät, dass sie viel von Brauchtum und Traditionen hält. Miriam Singer aus Kammlach möchte den Segen Gottes für ihr Pony und Hündchen „Fuchsi“ ebenfalls nicht missen. Alle Jahre wieder freut sie sich auf das Treffen mit Gleichgesinnten.

Etwa 50 Rösser und Reiter pflegten in diesem Jahr den guten Draht zum heiligen Leonhard und erwiesen ihm an seinem Namenstag mit viel Blumen- und Fahnenschmuck die Ehre. Die Zaungäste am Straßenrand sahen prächtig herausgeputzte Pferde und einen festlich geschmückten Erntedank-Wagen. Echter Hingucker im Zug war auch ein mit frischem Grün dekoriertes Gefährt mit dem Modell der Waldkapelle. Von den Gespannen und Wagen winkten neben stolzen Reitern auch Ministranten sowie große und kleine Trachtler. Auch Pater Geesan Ponthempilly und Kaplan Thomas Kleinle ließen sich durch Apfeltrach kutschieren.

Eine Namenstagsfeier hoch zu Ross

200 Hufe klapperten einen wilden Rhythmus auf das Pflaster, während die Apfeltracher Musikanten zünftig aufspielten und die Gläubigen in den Sätteln und Kutschen still um den Beistand des Schutzpatrones beteten. Zwei mal zuckelte der Tross mit Rössern und Ponys durch das Dorf und machte nur kurz Station an der Leonhardskirche, wo die beiden Geistlichen Geesan und Kleinle Pferde und Reiter segneten und Bürgermeisterin Karin Schmalholz die Teilnehmer mit grünen Schärpen dekorierte.

Fürbitten an den Schutzpatron schickten die Apfeltracher schon am Samstagmorgen während eines festlichen Gottesdienstes zum Himmel. Der Leonhardiritt habe nichts mit Folklore zu tun, die Segnung der Pferde drücke vielmehr die Wertschätzung gegenüber der Schöpfung und besonders den Tieren aus, machte Kaplan Kleinle in seiner Predigt deutlich.

Nachdem die Rösser für ihren großen Auftritt mit einem Zuckerle belohnt und versorgt waren, feierte die Dorfgemeinschaft mit Besuchern aus der Region rund um den „Briechle-Hof“ den einstigen Einsiedler-Abt Sankt Leonhard. Vorsorglich hatte man auch ein paar Liter Glühwein aufgewärmt, der aber angesichts frühlingshafter Temperaturen nicht sonderlich gefragt war.

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