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Verkehr

06.04.2016

Eine energiegeladene Rallye durchs Unterallgäu

Lisa Steber und Thomas Scharpf fahren mit ihren Elektroautos bei der Elektro-Rallye durchs Unterallgäu mit.
Bild: Melanie Lippl

Eine Tour durch den Landkreis soll die Menschen für Elektrofahrzeuge begeistern. Gemeinsam mit dem Veranstalter verlosen wir drei Plätze am Steuer eines E-Autos.

Wäre Lisa Steber im November 2014 nicht in die Therme gefahren, wäre alles gar nicht erst soweit gekommen. Die Firmenchefin von Öko-Haus in Weiler besaß damals schon zwei Jahre lang ihr Elektroauto und beschloss, gemeinsam mit einer Freundin zum Baden nach Bad Wörishofen zu fahren.

Sie rief vorher noch an, um sicherzugehen, dass es vor Ort auch eine Ladestation für ihren Wagen gibt. Doch als sie dort ankam, war der Ladeplatz besetzt. „Ein dickes, fettes Auto ist dort gestanden“, erzählt sie. „Und da saß auch noch jemand drin!“ Verärgert, aber höflich wies sie den Fahrer darauf hin, dass dies ein Parkplatz für Elektroautos sei und sie nun ihres gerne laden würde. Die Antwort des Mannes: „Ich lade auch!“ Thomas Scharpf war mit seinem Tesla vorgefahren – der von außen nach viel aussieht, aber nicht nach einem E-Mobil. Lisa Steber war baff – und machte „als Friedensangebot“ den Vorschlag zu einem Stammtisch.

Die Interessengemeinschaft zur Förderung der Elektromobilität im Unterallgäu – kurz: I-Feu – war geboren. Inzwischen haben sich mehr als 60 Besitzer von Elektrofahrzeugen dem losen Zusammenschluss angeschlossen, zwischen 25 und 35 kommen zu den Stammtischen. Viele, die anfangs „nur“ interessiert waren, haben sich inzwischen ein E-Auto gekauft oder ein Hybridfahrzeug, das Elektro- und Verbrennungsmotor vereint.

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Was macht die Faszination Elektroauto aus? „Man fährt wesentlich entspannter“, findet Thomas Scharpf. „Und man achtet unbewusst darauf, wie viel Energie man verbraucht.“ Fast schon wie ein Sport ist es für ihn, seinen Tesla, der bis zu 236 km/h schnell sein kann, energiesparend zu fahren. Denn wer einfach dem Fuß vom Gas nimmt statt auf die Bremse zu treten, lädt seine Batterie wieder auf.

Das häufig genannte Vorurteil, die Reichweite sei ein Problem, können Scharpf und das Ehepaar Steber nicht bestätigen. Für Gerhard Steber ist das Elektromobil deshalb ein „vollwertiger Zweitwagen“. Rund 150 Kilometer Reichweite schafft sein Renault Zoe im Sommer, zwischen 100 und 120 im Winter. Schließlich seien 98 Prozent aller Fahrten auf Strecken unter 100 Kilometern. Mit ihrem Benziner sei sie zuletzt 5000 Kilometer gefahren, berichtet Lisa Steber. Mit ihrem E-Mobil im gleichen Zeitraum 20000.

263 Elektroautos waren Ende März im Landkreis Unterallgäu zugelassen – davon 201 Hybrid-Fahrzeuge und 62 reine E-Mobile. Das könnten mehr sein, finden die Mitglieder von I-Feu. „Die Städte hätten mit einem Mal ihr Feinstaubproblem im Griff“, sagt Steber. Die I-Feu-Mitglieder wollen zeigen, dass Elektroautos alltagstauglich sind und setzen sich für flächendeckende und einheitlich geregelte Lademöglichkeiten ein. „Die Infrastruktur ist ein Witz“, findet Gerhard Steber. Rund eine Stunde dauert es, bis die fast leere Batterie bei seinem Wagen wieder voll ist. Der Tesla, für den es sogar ein eigenes Ladenetz gibt, ist binnen 40 Minuten zu 80 Prozent „vollgetankt“.

Nicht zuletzt wollen die Mitglieder der I-Feu auch Interessierte beraten – und zwar markenunabhängig. Deshalb haben sie sich nun auch eine ganz besondere Veranstaltung ausgedacht: Am Sonntag, 24. April, findet eine Fahrt durchs Unterallgäu statt – vom Eppishauser Ortsteil Weiler über Mindelheim, Bad Wörishofen bis nach Rammingen. Die 55 bis 60 Kilometer lange Tour liegt innerhalb jedes Reichweitenlimits. Auch Fahrer von Pedelecs, E-Bikes oder E-Lkws dürfen mitmachen – es geht nicht um Schnelligkeit. Preise werden dennoch verliehen: für die weiteste Anreise, die sparsamste Fahrt und den „größten“ Teilnehmer.

Bei Veranstaltungen der E-Mobil-Tour auf dem Mindelheimer Marienplatz (11 bis 12.15 Uhr) und (von 12.30 bis 13.15 Uhr) am Busbahnhof in Bad Wörishofen können sich Interessierte die zur Tour angemeldeten Elektroautos ansehen und sich bei deren Besitzern über die Fahrzeuge informieren. Fragen wie „Wie weit kommt man mit dem Auto?“ oder „Wie viel kostet einmal Laden?“ sind ausdrücklich erwünscht.

Zudem gibt es ein Rahmenprogramm rund ums Thema Elektromobilität. Schirmherren der Fahrt sind Landrat Hans-Joachim Weirather sowie die Bürgermeister der Orte Eppishausen, Mindelheim, Bad Wörishofen und Rammingen.

Die Mindelheimer Zeitung nimmt ebenfalls mit ihrem Elektroauto an der Rallye teil. Für alle interessierten Leser gibt es aber noch einen besonderen Bonus: Wer möchte, darf selbst ein Elektroauto testen. Die LEW stellen einen E-Golf und einen Renault Twizy zur Verfügung, Renault Sirch einen Renault Zoe. Wenn Sie selbst einmal kostenlos Elektroauto fahren wollen, schreiben Sie uns in ein bis zwei Sätzen, warum. Senden Sie Ihre Antwort sowie Ihren Namen, Ihre Adresse und eine Kontakt-Telefonnummer entweder per E-Mail an redaktion@mindelheimer-zeitung.de (Betreff: „E-Mobil-Tour“), per Fax an die Nummer 08261/9913-27 oder per Post an Mindelheimer Zeitung, Dreerstraße 6, 87719 Mindelheim. Einsendeschluss für die Verlosung ist Freitag, 15. April, 12 Uhr.

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