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Allgäu

19.02.2021

Einsatz gegen Corona: Bald fährt im Allgäu der erste Impfbus

Die Malteser sind in Memmingen und im Unterallgäu ab März mit einem Impfbus unterwegs.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand

Plus Nicht-mobile Bürger sollen im Oberallgäu mit dem Impfbus versorgt werden. Auch in Memmingen, im Unter- und im Ostallgäu laufen Vorbereitungen. Warum die Stadt Kempten dagegen ausschert.

Für viele Menschen hat die Corona-Impfung hohe Priorität. Doch gerade für einige ältere Menschen ist es nahezu unmöglich, zu ihrem Impfzentrum zu gelangen, sei es, weil sie selbst kaum mobil sind, oder weil sie niemanden haben, der sie zum Impfzentrum fährt. Ein Problem, dem sich auch die Verantwortlichen im Allgäu bewusst sind. Im Oberallgäu soll deshalb ab dieser Woche ein Impfbus unterwegs sein, der gerade in abgelegeneren Orten Halt machen wird. „Wir lassen niemanden allein“, sagte dieser Tage Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) bei der Einweihung des Gefährts in Sonthofen. Aber nicht alle Landkreise und kreisfreien Städte setzen auf Impfbusse.

Zum Beispiel in Kempten: Oberbürgermeister Thomas Kiechle sieht in einem Impfbus „keine geeignete Lösung“. Anders als im Landkreis Oberallgäu habe man in Kempten eine ganz andere Struktur, die Entfernungen seien bei Weitem nicht so groß. Das Impfzentrum liege für die meisten Kemptener verkehrstechnisch optimal. Doch wenn in Zukunft mal so viel Impfstoff vorhanden sein sollte, dass im Zentrum gar nicht mehr alles verimpft werden könnte, „wollen wir die Stadtteile versorgen. Dann richten wir zusätzliche Impfzentren zum Beispiel in Gemeindesälen ein“, kündigt Kiechle an. Jedoch könne das noch etwas dauern.

In Memmingen und im Unterallgäu wird ab März ein Impfbus unterwegs sein

Da der Impfstoff von Biontech/Pfizer höchste Transportanforderungen stellt, sei dieser auch nicht geeignet, um ihn an Hausärzte zu verteilen, die dann zur Impfung bei nicht mobilen Bürgern vorbeikommen. „Das ist organisatorisch nicht lösbar“, sagt Kiechle. Der Stoff muss bei minus 70 Grad gekühlt, darf nicht geschüttelt und muss innerhalb von sechs Stunden verarbeitet werden.

In Memmingen und im Unterallgäu wird ab März ein Impfbus der Malteser unterwegs sein. Das sagte Bruno Ollech, Diözesanreferent der Memminger Malteser, auf Anfrage unserer Zeitung. Der Bus werde derzeit noch eingerichtet und sei in etwa zwei Wochen einsatzbereit. „Das Landratsamt fragt schon bei den Gemeinden an, wo wir mit dem Bus Halt machen können“, sagt Ollech. Am besten sei es, wenn der Impfbus in der Nähe einer Einrichtung stehen könnte, in der die Impflinge warten, wo das Aufklärungsgespräch mit dem Arzt und auch die Nachsorge stattfinden könnte. „Dann könnten wir sicher 150 Menschen am Tag impfen“, sagt Ollech. Erst wenn klar ist, wo überall Halt gemacht werden kann, könnten die Malteser die genaue Route planen. Aber auch im Unterallgäu und in Memmingen müsse zunächst ausreichend Impfstoff vorhanden sein.

Ostallgäu und Landkreis Lindau: Letzte Fragen zum Transport werden geklärt

Im Landkreis Ostallgäu ist vorgesehen, dass die Mobilen Impfteams, die derzeit noch in Seniorenheimen und anderen Einrichtungen die Impfdosen verteilen, unmittelbar vor Ort impfen. Auch hier müsse aber zunächst auf genügend Impfstoff gewartet und „letzte Fragen zum Transport geklärt“ werden, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts. Zudem sollen Impfungen zukünftig auch über die Hausärzte möglich sein.

Im Landkreis Lindau wird derzeit noch geplant, wie nicht mobile Menschen zu einer Impfung gelangen können. Konkrete Ideen sind aber noch nicht zu vermelden, sagt Sibylle Ehreiser vom Landratsamt Lindau. „Das hängt auch stark davon ab, wie viel und welcher Impfstoff zur Verfügung steht“, ergänzt Ehreiser.

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