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Gemeinderat

14.02.2020

Ettringen gibt beim Flexibus Vollgas

Heute sollen die Birken am Radweg nach Siebnach gefällt werden.
Bild: ste

Einhellige Zustimmung zum Konzept des Landkreises. Aber: Bedingung ist ein Haltepunkt in Buchloe und eine Anbindung nach Schwabmünchen wird ausdrücklich gewünscht

Dass das Flexibus-Konzept auf dem flachen Land grundsätzlich ein gute Sache ist, dieser Erkenntnis verschließt sich nach erfolgreichen Pilotprojekten wie im Nachbarlandkreis Günzburg kaum jemand. Eine gewisse Skepsis hegen die mit der Entscheidung zur Einführung des Angebots befassten Gemeinderäte und Bürgermeister allerdings noch gegenüber konkreten Details.

So hing die Grundsatzentscheidung einige Zeit in der Luft bis die Bürgermeisterrunde mit Norbert Führer aus Wiedergeltingen an der Spitze durchdrücken konnte, dass der im Wertachtal geplante Flexibus auch landkreisüberschreitend die Stadt Buchloe ansteuern darf - eine Ausnahme von der ehernen Regel, die eine Wabenstrukturgliederung des Versorgungsgebiets nur innerhalb von Kreisgrenzen vorsieht.

Hintergrund ist hier, dass das neue bedarfsorientierte Verkehrsmittel nicht in Konkurrenz zu bestehenden Verbindungen des ÖPNV treten soll. Kaum zeigte die Forderung nach einer Anbindung Buchloes Chancen auf Realisierung, erklang der Ruf nach Aufnahme auch Bad Wörishofens in den Fahrplan. Doch hier ließ sich die ungewollte Konkurrenz zur etwa zwischen Buchloe und Bad Wörishofen verkehrenden Bahn nicht mehr wegdiskutieren. Eine Förderung aus Mitteln des Freistaates und des Landkreises würde es dafür also nicht geben.

Ettringen gibt beim Flexibus Vollgas

Auch in Rammingen war die Skepsis zuletzt groß, eine Anbindung nach Bad Wörishofen und Mindelheim wurde als Voraussetzung für eine finanzielle Beteiligung genannt. Ließe sich dieser Wunsch noch realisieren, wäre Rammingen wohl wieder dabei. Anders ist die Interessenlage naturgemäß in Ettringen, wo das Thema jetzt den Gemeinderat beschäftigte. Verunsichert durch die Ramminger Entscheidung und auch durch die Zurückhaltung des Türkheimer Marktrates wurde das Flexibus-Konzept in allen Einzelheiten einmal mehr aufgerollt. Mit dabei war auch der ÖPNV-Experte des Landratsamtes Helmut Höld.

Bürgermeister Robert Sturm machte sich ohne Wenn und Aber stark für die Einführung des Flexibusses im Wertachtal, weil er der Mobilität bislang benachteiligter, meist älterer Menschen ohne Auto und Führerschein diene. Man solle sich die Chance zur Infrastrukturverbesserung zu überschaubaren Kosten nicht entgehen lassen, sagte er und erinnerte an die großzügige Förderung. In der zunächst auf fünf Jahre befristeten Pilotphase wird sich der Kostenanteil der Gemeinde zu rund 50000 Euro summieren. Auch Andreas Scheitle (FWV) erklärte, dass man angesichts des geringen Risikos dem Vorhaben nur zustimmen könne. Wolfgang Sirch (WG Siebnach) fragte nach, ob tatsächlich sämtliche Ortsteile bei dem Angebot berücksichtigt würden. Robert Kugelmann (FWV) wollte von Höld schließlich noch wissen, ob Buchloe sicher im Fahrplan enthalten sei.

Helmut Höld versicherte, dass auch der abgelegenste Bauernhof erfasst würde. Und Buchloe sei wohl dabei, auch wenn es noch nichts Schriftliches gebe. Höld nahm dann zu gelegentlich aufgeworfenen Alternativvorschlägen Stellung. So würde eine reguläre halbstündliche Busverbindung zwischen Ettringen und Buchloe mit 1,5 Millionen Euro zu Buche schlagen und im Stundentakt immer noch 800.000 Euro kosten, während es beim Flexibus nur ein zu erwartendes Defizit von 177000 Euro zu refinanzieren gelte.

Am Schluss der angeregten Diskussion stimmte der Gemeinderat geschlossen für die Einführung des Flexibusses unter der Bedingung, dass Buchloe als Haltepunkt enthalten sei. Zugleich hob man Schwabmünchen als priorisiertes Wunschziel auf die Vorschlagsliste, wenn der Flexibus-Aktionsradius in Zukunft wachsen sollte.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ ging es überwiegend um Bäume, einmal um solche, die gefällt und ersetzt werden sollen und um den Baum des Jahres 2019, die Flatter-Ulme, die die Ortsgruppe des Bund Naturschutz der Gemeinde schenkt. Nach dem Wirbel, den die gefällten Kastanien in der Sudetenstraße hervorgerufen hatten, wies Bürgermeister Sturm darauf hin, dass schon am heutigen Freitag Birken entlang des Radwegs Richtung Siebnach gefällt werden. Wachstumsbedingt sollen sie durch neue Bäume ersetzt werden. Gefällt werden die großen Birken der linken Reihe, weil sie den Wuchs der kleinen Birken rechts vom Bach behindern und den Fahrradweg schädigen.

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