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Bad Wörishofen

20.11.2018

Friedhof: CSU fordert einen Ethikbeirat

Mittlerweile ist die neue Urnengrabanlage auf dem Friedhof von Bad Wörishofen fertig. Die Kunststoffrohre aus dem Rohrleitungsbau sind nicht mehr zu sehen.
Bild: Markus Heinrich

Die Diskussion um die Urnengrabanlage geht weiter. Die CSU will, dass nachgebessert wird. Der FW-Sprecher sieht das anders.

Das neue Grabfeld für Urnenbeisetzungen auf dem Friedhof von Bad Wörishofen sorgt weiter für Diskussionen. „Wo bleiben Pietät und Optik der Urnen-Grabanlage?“ fragt nun die CSU-Stadtratsfraktion. Wolfgang Hützler wiederum, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Stadtrat, spricht von „einem Sturm im Wasserglas“ und mein damit die Kritik von Bad Wörishofens Pfarrer Andreas Hartmann. Dieser hatte von einer „Beerdigung im Abwasserrohr“ gesprochen und damit auf die Elemente aus dem Rohrleitungsbau angespielt, in denen die Urnen künftig in den Erdboden versenkt werden. Die CSU stellt sich nun an Hartmanns Seite. „Wir teilen ausdrücklich die Einschätzung von Stadtpfarrer Andreas Hartmann, dass es sicher pietätvollere Lösungen der Umsetzung gegeben hätte“, betont der Fraktionsvorsitzende Stefan Welzel. „Die CSU-Stadtratsfraktion zeigt sich überrascht von der Art der Umsetzung des Ratsbeschlusses zur Einrichtung einer nichtanonymen Urnengräberanlage.“ Fraktionsmitglieder seien schon von vielen Bürgern auf das neue System angesprochen worden. Auch bei Facebook wurde die neue Grabanlage diskutiert. Die Aussagen reichen dort von strikter Ablehnung bis Unverständnis über die Aufregung.

Die CSU blickt skeptisch auf die Gestaltung des Grabfeldes in Bad Wörishofen

Mittlerweile ist die Urnenanlage fertig. Die Röhren seien nun zwar nicht mehr sichtbar, sagt Welzel. „Dafür macht sich ein Schotterfeld breit, das sofort Fragen mit Blick auf die städtische Gestaltungssatzung für Grabanlagen aufwirft.“ Zudem sei die Grabanlage nicht in einer Flucht gebaut worden, sondern „ragt nun geschwungen in den Fußweg“.

Welzel sagt, ein Blick ins Internet zeige, dass schon vor Jahren in anderen Kommunen vergleichbare Diskussionen geführt wurden. Auch in diesen Fällen habe sich die Begeisterung über diese Farb- und Materialwahl in Grenzen gehalten. „Müssen wir uns dies wirklich antun?“, fragt Stefan Welzel daher und ist überzeugt, dass mit etwas Fingerspitzengefühl die für den Arbeitsaufwand vielleicht gut gemeinte Variante auch anders hätte verwirklicht werden können.

Die CSU-Stadtratsfraktion appelliert daher „an den gesunden Menschenverstand und gleichzeitig an die Verwaltung, kurzfristig und unbürokratisch Abhilfe zu schaffen“. Sofern es keine kurzfristige Lösung gebe, solle sich der Stadtrat mit der Angelegenheit befassen, findet Welzel. „Ein entsprechender Antrag ist auf dem Weg“, kündigt der Fraktionssprecher an. Darin soll geklärt werden, ob und „was an der bestehenden Anlage geheilt oder verbessert werden kann.“ Außerdem, so Welzel, sollte eine solche Diskussion „zukünftig durch eine pietätvollere Umsetzung von Haus aus vermieden werden“. Zudem regt die CSU einen Gestaltungs- und Ethikbeirat für die Friedhöfe an, dem die Vertreter der kirchlichen Religionsgemeinschaften angehören sollten.

„Auf einem Friedhof, auf dem Pfarrer Sebastian Kneipp bestattet ist, sollte für die Gesamtanlage eine würdevolle, ansehnliche Gestaltung – oberirdisch wie unterirdisch – eine Selbstverständlichkeit sein“, heißt es im Antrag der CSU.

Die Stadt hatte die Urnenlösung nach der Kritik des Stadtpfarrers verteidigt.

FW-Fraktionssprecher Wolfgang Hützler wiederum hat an der neuen Grabanlage nichts zu kritisieren. „Das Urnenfeld halte ich für gelungen“, teilt er mit. (mit mz)

Hier lesen Sie den Kommentar von Markus Heinrich zu diesem Thema.

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