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Bad Wörishofen

26.06.2019

Fußgängerzone: Die Polizei greift durch

Die Fußgängerzone von Bad Wörishofen.
Bild: Markus Heinrich

Kontrolloffensive nach Unfall mit Bub. Auch der Einsatzzug und die Sicherheitswacht sollen helfen. Bürger dokumentieren illegales Einfahren.

Die Polizei Bad Wörishofen erhöht den Kontrolldruck in der Fußgängerzone von Bad Wörishofen. Dort wurde vor wenigen Tagen ein drei Jahre alter Bub von einem Auto angefahren (wir berichteten). Der Unfall passierte, als die Debatte um zu viel Fahrzeugverkehr in der Fußgängerzone in vollem Gange war.

Bad Wörishofens Polizeichef Thomas Maier sagte unserer Zeitung am Dienstag, der Unfallfahrer sei ein Anwohner der Fußgängerzone gewesen, der allerdings keine Ausnahmegenehmigung zum Befahren der Fußgängerzone hatte. „Er hätte aufgrund der Lage der Wohnung auch keine bekommen“, sagte Maier. „Er ist quer durchgefahren und wollte offenbar abkürzen“, sagt Maier.

Der Unfall passierte just an dem Tag, an dem zuvor zwei Stunden lang die Bereitschaftspolizei in der Fußgängerzone Fahrzeuge kontrolliert hatte. Diese Kontrollen wird Maier nun verstärken. Er hat dazu sogar den Einsatzzug der Polizei angefordert, auch die Sicherheitswacht wird mithelfen, das illegale Befahren der Fußgängerzone zu unterbinden. Auch Bürger nehmen sich der Sache offenbar an. Nachdem die Mindelheimer Zeitung über die Problematik berichtet hatte, gehen immer mehr Hinweise bei der Polizei ein, berichtet Maier.

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„Bürger schicken uns Fotos von Kennzeichen, darunter sind auch Lieferfahrzeuge, die außerhalb der erlaubten Zeiten in die Fußgängerzone fahren“, berichtet Maier. „Wir gehen dem konsequent nach“, sagt der Polizeichef. „Wir werden auch Ausnahmegenehmigungen einkassieren, wenn diese ihre Gültigkeit verloren haben, etwa weil sich das Kennzeichen geändert hat“, kündigt Maier an.

Verwunderung bei der Polizei über fehlende Statistik

Dass es bei der Stadt Bad Wörishofen keine Statistik darüber gibt, wie viele Ausnahmegenehmigungen überhaupt im Umlauf sind, verwundere ihn, sagt Maier.

Es gebe auch ein grundsätzliches Problem: „Wenn es so bleibt, wie es ist, muss man sich auch darüber unterhalten, ob das noch eine Fußgängerzone sein kann“, sagt Maier.

Auch im Stadtrat war das Verkehrsproblem am Montagabend Thema. Marion Böhmer-Kistler (CSU) machte erneut Druck, damit die Lage verbessert wird. „Die Situation ist schlimm, da kann man nicht hinwarten“, sagte sie. Es seien „Schritte geplant, doch es wird schwierig, denn absolute Sicherheit gibt es nur mit einer Sperrung“, sagte Bürgermeister Paul Gruschka (FW). „Sicherheit gibt es mit Pollern“, zeigte Ordnungsamtsleiter Jan Madsack eine mögliche Lösung auf. Gruschka berichtete zudem von einem Gespräch mit der Familie des verletzten Buben. Diese finde, dass eine Sperrung der Fußgängerzone nicht nötig sei, berichtete Gruschka. Es sollte aber mehr Kontrollen geben. „Auf dieser Ebene laufen auch die Gespräche“, sagte der Bürgermeister.

Der Bub wurde bei dem Unfall zum Glück nur leicht verletzt und konnte das Krankenhaus schnell wieder verlassen.

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