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Oberrieden

03.03.2019

In Oberrieden ist die Arbeit von Karin Boos unverzichtbar

Unter Anleitung von Karin Boos trainieren die „Crazy Kids“ ihre verschiedenen Tanznummern ein. Nicht nur im Fasching sorgen sie bei ihren Auftritten für Furore.
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Unter Anleitung von Karin Boos trainieren die „Crazy Kids“ ihre verschiedenen Tanznummern ein. Nicht nur im Fasching sorgen sie bei ihren Auftritten für Furore.
Bild: Karin Boos

Karin Boos ist eine Seele von Mensch - und hat mit ihrem Angebot sportbegeisterte Mädchen für sich gewonnen.

Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Wer aber sind diese Menschen, die sich für ihren Ort selbstlos einsetzen und jede Menge Freizeit für andere opfern? Die Mindelheimer Zeitung stellt in einer losen Reihe solche Vorbilder vor.

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Die Jungs haben den Fußball, die Mädchen Karin Boos. So ist das in Oberrieden. Während sich die Buben auf dem Sportplatz austoben können, gab es lange Zeit kein Freizeitangebot für die sportbegeisterten Mädchen von Oberrieden. Seit drei Jahren ist das anders. Karin Boos hat die „Crazy Kids“ aufgebaut, eine Showtanzgruppe für Acht- bis 13-Jährige, die allen unglaublich viel Spaß macht.

Auf rund zehn Auftritte kommen die 15 Mädchen pro Saison. In Kammlach und Westernach haben sie heuer schon an Kinderbällen teilgenommen. Einmal die Woche wird in der Sporthalle trainiert, meist am Freitagnachmittag, manchmal auch am Samstag. Diesmal hat Karin Boos eine Choreografie zum Thema Sommerwetter einstudiert. Da darf es mal regnen, da blitzt und donnert es und natürlich scheint dann wieder die Sonne. Das Ganze setzen die Kinder tänzerisch um.

In Oberrieden ist die Arbeit von Karin Boos unverzichtbar

Die Mädels sind der Oberriedenerin ans Herz gewachsen

Dazu gehören auch Kostüme, deren Kosten zur Hälfte der Sportverein übernimmt, unter dessen Dach die Crazy Kids geschlüpft sind. Karin Boos ist dabei wichtig, dass die Eltern nicht zu viel zahlen müssen. Sie schneidert übrigens selbst.

Karin Boos ist Hausfrau und Mutter von zwei Buben. Damit ist klar: Vom Einsatz für die Oberriedener Mädchen profitieren ihre eigenen Kinder nicht. Ihren Kindern zuliebe hat sie ihren erlernten Beruf als technische Zeichnerin vorerst aufgegeben.

Ihre Mädels sind der 41-Jährigen ans Herz gewachsen. Und sie bekommt auch viel zurück. „Dia Mädla himmlat mi a“, sagt sie auf Schwäbisch. Für Jugendliche gab es in Oberrieden ja schon länger eine Tanzgruppe. Weil aber auch die Jüngeren immer mehr das Faschingsfieber gepackt hat, war Karin Boos gefragt. Dazu muss man wissen: Ihre Kindheit hat sie in Fürbuch verbracht und war jahrelang in der Faschingshochburg Breitenbrunn aktiv. Die legendäre Geli Huber gehört zu ihren besten Freundinnen. Über Jahre war Karin Boos die Präsidentin des Breitenbrunner Faschingsvereins.

Fasching ist die große Leidenschaft von Karin Boos

„Ich mache das einfach sehr gerne“, erzählt sie. Fasching ist ihre große Leidenschaft – im Unterschied zu ihrem Mann, der damit eher weniger anfangen kann. Noch als Jugendliche hat sie gedacht, wie kann man sich im Fasching als Mädchen nur so begaffen lassen.

Mit 20 war dann alles anders. Eine Freundin hatte sie mitgenommen, und von da an fand Karin Boos den Fasching großartig. Und weil sie auch Musik liebt und in ihrer Kindheit auch Akkordeon gespielt hat, ist ihr die Tanzgruppe geradezu auf den Leib geschnitten. Der Fasching war ihr aber auch noch aus einem anderen Grund wichtig. Das war positiver Stress. Das konnte sie abschalten. Zuhause hatte sich Karin Boos über Jahre um ihre schwer kranke Mutter gekümmert, was sie sehr belastet hat.

Auch in Pfaffenhausen und Kirchhaslach ist die 41-Jährige aktiv

Neben ihrem Engagement für die Oberriedener Mädchen ist Karin Boos auch in Pfaffenhausen aktiv. Dort kümmert sie sich mit zwei weiteren Frauen um das gesunde Pausenbrot an der Grund- und Mittelschule. Weil ein paar Mütter aufgehört haben, ist sie eingesprungen, „weil ich das einfach wichtig finde für die Kinder.“

Aber es gibt noch etwas, was sie leidenschaftlich betreibt. Als sie für ein paar Jahre in Kirchhaslach gewohnt hat, kam sie in Kontakt mit dem Theaterverein. Alle zwei Jahre ist sie dabei, wenn die Gruppe ein neues Stück einstudiert. Diesmal war sie eine Bürgermeisterin, die sich modisch verwirklichen wollte.

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