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Unterallgäu

18.07.2019

Kreisrätin Fickler will Gespräche über Klinik-Zukunft

Ingrid Fickler fordert von Landrat Hans-Joachim Weirather (Freie Wähler), den Gesprächsfaden mit der Stadt Memmingen möglichst rasch wieder aufzunehmen.

CSU-Frau setzt sich für rasche Annäherung zwischen Krankenhäusern im Unterallgäu und Memmingen ein und fordert mehr Transparenz.

CSU-Kreisrätin Ingrid Fickler ist mit dem eingeschlagenen Kurs zur Zukunft der Kreiskliniken nicht einverstanden. Sie fordert von Landrat Hans-Joachim Weirather (Freie Wähler), den Gesprächsfaden mit der Stadt Memmingen möglichst rasch wieder aufzunehmen.

Mit der vom Landkreis geplanten Fusion mit dem Klinikverbund Kempten-Oberallgäu ab November 2019 werden für die Landkreisbürger weitreichende Weichen für die Gesundheitsversorgung der nächsten Jahre – wenn nicht gar Jahrzehnte – gestellt. Insofern haben nicht nur die Kreisräte, sondern auch die Öffentlichkeit Anspruch auf größtmögliche Information und Transparenz, betont Fickler in einer öffentlichen Erklärung. Die Abkehr von Memmingen und die Hinwendung nach Kempten-Oberallgäu sei für viele überraschend gekommen. „Als wenig stichhaltige Begründung wurde nur angegeben, dass man das Thema nicht im Kommunalwahlkampf haben wolle. Sachliche Gründe wurden nicht genannt“, so die CSU-Kommunalpolitikerin und frühere Landtagsabgeordnete aus Lautrach.

Fickler: Memmingen ist ein Krankenhaus der Unterallgäuer

Sie hatte den Landrat gefragt, ab wann die Gespräche mit Memmingen wieder aufgenommen werden. Antwort: Das könne in zwei bis drei Jahren der Fall sein. Damit will sich Fickler nicht begnügen. Es werde übersehen, dass Memmingen auch ein Krankenhaus der Unterallgäuer ist, denn mehr als die Hälfte der Patienten des Klinikums Memmingen kommen aus dem Landkreis. Kürzere Wege seien sowohl für Patienten als auch für Angehörige besonders wichtig. Das wird auch von vielen Hausärzten so gesehen. Hingegen werde der Klinikverbund Kempten-Oberallgäu nach Aussage von Vorstand Franz Huber derzeit jährlich nur von rund 500 Patienten aus dem Unterallgäu aufgesucht. Ob die geplante Rückgewinnung von Patienten nach Kempten gelinge, die aus unserem Versorgungsraum vor allem nach Ulm, Augsburg oder München abwandern, müsse die Zeit zeigen.

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Memmingen sei schon wegen der räumlichen Nähe und den vielfältigen Verflechtungen mit den Kliniken Ottobeuren und Mindelheim der natürliche Partner des Landkreises und daher naheliegender Fusionspartner. Deshalb sei es unabdingbar, dass die Gespräche mit Memmingen zeitnah, das heißt ab Beginn 2020 wieder aufgenommen werden. Ziel müsse die Einbindung von Memmingen in einen allgäuweiten Klinikverbund zu fairen Bedingungen sein. Mit Memmingen hatte der Landkreis jahrelang verhandelt.

Das vom Landkreis veröffentlichte geringe Defizit 2018 von 507.000 Euro für das Kommunalunternehmen hätte ein zwei- bis dreijähriges Zuwarten für eine Fusion mit Memmingen durchaus gerechtfertigt, meint Fickler. Für einen neu zu wählenden Kreistag hätten sich damit auch andere Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. „Eine Entscheidung von solch einer Tragweite am Ende der Legislaturperiode zu treffen ist nicht nachvollziehbar.“

Fickler: Memmingen muss vor der Fusion noch Hausaufgaben erledigen

Ingrid Fickler macht noch auf einen Umstand aufmerksam: Die Rechte eines Teiles der Arbeitnehmer bei einer Übernahme in den neuen Klinikverbund seien nicht gesichert. Erstaunlich sei, welch geringes Augenmerk bisher auf das medizinische Konzept gelegt werde, das bei den Fusionsverhandlungen mit Memmingen eine entscheidende Rolle gespielt habe. Die künftige medizinische Konzeption ist derzeit laut Mitarbeiterbrief „kein Verhandlungsthema“. „Ich halte zum Beispiel wegen der fortschreitenden Alterung unserer Gesellschaft eine geriatrische Rehabilitation in unserem Raum für dringend geboten.“

Unbestritten sei, dass Memmingen vor einer Fusion mit dem Unterallgäu noch etliche „Hausaufgaben“ erledigen müsse. Zur Sicherung des Fortbestandes der beiden Kreiskliniken Mindelheim und Ottobeuren sei eine Fusion mit einem größeren Partner längerfristig notwendig. Diese dürfe aber nicht über die Köpfe der Bürger und die bestehenden gewachsenen und bewährten Strukturen hinweg erfolgen.

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