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Justiz

12.05.2017

Mädchen im Freibad sexuell missbraucht

Urteil gegen einen jungen Flüchtling. Der Fall nahm eine überraschende Wendung

Überraschende Wende in einem Fall, der vor fast einem Jahr Aufsehen erregte: Das Jugendschöffengericht Memmingen hat einen damals 17-jährigen Flüchtling aus dem Unterallgäu wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Bad Wörishofen verurteilt. Nachdem der Fall nach der bislang letzten Auskunft der Staatsanwaltschaft eigentlich vor der Einstellung stand, hat die Behörde den jungen Mann stattdessen nun angeklagt. Oberstaatsanwalt Christoph Ebert sagte dazu auf Nachfrage, der Jugendliche habe sich bis zuletzt „zur Sache nicht eingelassen“. Deshalb sei „auch zur tatsächlichen Klärung eine Hauptverhandlung notwendig“ geworden und die Staatsanwaltschaft habe sich zur Anklage entschieden.

Verhandelt wurde unter dem Vorsitz von Richter Markus Veit hinter verschlossenen Türen, wie es im Jugendstrafrecht üblich ist.

Gerichtssprecher Florian Förschner sagte unserer Zeitung am Donnerstag, das Gericht sei zu der Überzeugung gelangt, dass der junge Mann am 24. Juni 2016 im Freibad Bad Wörishofen ein neunjähriges Mädchen im Genitalbereich berührt habe. Der Vorfall hat sich damals im Nichtschwimmerbecken des städtischen Freibades im Sonnenbüchl ereignet, teilte die Polizei im Sommer 2016 mit.

Grundlegend für das Urteil sei die Aussage des Mädchens gewesen, so Förschner. Das Gericht sprach eine Verwarnung aus, zudem muss der nun Verurteilte 100 Stunden allgemeinnützige Arbeit leisten.

Die Verwarnung gehört im Jugendstrafrecht zu den mittleren Sanktionen, erläutert Förschner. Im Erwachsenenstrafrecht ist der Ermessensspielraum nicht so groß. Hier gebe es in diesem Fall Geld- oder Haftstrafen.

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe hatten im Sommer 2016 die Staatsanwaltschaft Memmingen und das zuständige Fachkommissariat der Memminger Kriminalpolizei die Ermittlungen geführt. Der damaligen Darstellung zufolge hatte der junge Mann das Mädchen im Freibad kennengelernt. Aus informiertem Kreis war damals zu hören, dass der Jugendliche mit dem Mädchen Schwimm- oder Tauchübungen gemacht habe.

Dabei soll es zum Übergriff gekommen sein. Die Eltern des Mädchens hatten die Polizei eingeschaltet.

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