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Rammingen

25.01.2020

Paukenschlag in der Ramminger Kommunalpolitik

Angeführt von Bürgermeisterkandidatin Ulrike Degenhart (3. von rechts) schickt die Bürgerliste Rammingen neun Kandidatinnen und Kandidaten in die Kommunalwahl. Auf dem Foto (von links): Sigmund Kott, Georg Rauch, Thomas Kerler, Thomas Scharpf, Andreas Nett, Ulrike Degenhart, Alfred Waltenberger und Sandra Lamprecht. Nicht auf dem Foto ist Thomas Kerler jun.
Foto: alf

Plus Die Bürgerliste Rammingen hat ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl nominiert. Dabei gab es einige Überraschungen.

Neun Kandidatinnen und Kandidaten schickt die Bürgerliste Rammingen in die Kommunalwahl am 15. März – darunter fünf aktive Gemeinderäte, von denen freilich zwei erstmals bei der Bürgerliste kandidieren. Ulrike Degenhart und Thomas Kerler hatten bei der Wahl vor sechs Jahren noch auf der Liste der FWG Rammingen kandidiert und waren von den Rammingern in den Gemeinderat gewählt worden.

Paukenschlag im Ramminger Kommunalwahlkampf: Ulrike Degenhart (55) hat auf der Nominierungsversammlung der Bürgerliste Rammingen überraschend ihre Kandidatur um das Amt des Ramminger Bürgermeisters bekannt gegeben. Mit 51 von 54 Stimmen wurde sie mit einer satten Mehrheit ausgestattet und will am 15. März gegen Amtsinhaber Anton Schwele antreten – und gewinnen, wie sie vor rund 150 Interessierten im Braustadel deutlich machte: „Ich wäre gerne ihre Bürgermeisterin“, sagte Degenhart kämpferisch und schrieb sich gleich einen engagierten „Kampf für Demokratie und Gerechtigkeit“ auf die Fahnen.

Anhaltende Querelen im Ramminger Gemeinderat zwischen Bürgerliste und FWG/UWG

Dass nun beide nicht mehr bei der FWG/UWG Rammingen antreten, sondern zur Bürgerliste wechselten, lag an den anhaltenden Unstimmigkeiten zwischen Degenhart und Kerler mit den anderen FWG-Ratsmitgliedern. Vor allem um den Bau und die tatsächlichen Kosten für das neue Gemeindehaus war es zum Bruch gekommen und schon kurz nach der letzten Wahl bildeten Degenhart und Kerler eine Art „Opposition“ gemeinsam mit den Bürgerliste-Gemeinderäten Thomas Scharpf, Georg Rauch und Alfred Waltenberger.

Schon bei der Nominierungsversammlung der FWG/UWG hatte Ulrike Degenhart ihrem Ärger darüber lautstark Luft gemacht, dass sie von gar nicht mehr gefragt worden sei, ob sie und Kerler noch einmal auf der FWG/UWG-Liste kandidieren wollten.

Die Nominierungsversammlung der FWG/UWG stand kurz vor einem Eklat: Turbulente Nominierung mit Geschrei und Geschubse

Dabei kam es beinahe zu einem Eklat, als sich Degenhart gegen den massiven Widerstand von FWG-Wahleiter Georg Schmid und FWG-Rat Hans Schindele energisch durchsetzte und eine weitere Abstimmung erzwang, die ihr eine erneute Kandidatur ermöglicht hätte. Doch davon wollten die FWG/UWG-Anhänger nichts wissen – und in ihrer ersten Enttäuschung hatte die 55-Jährige dann schon von einem Ende ihrer kommunalpolitischen Laufbahn gesprochen.

Umso überraschender war es daher, dass Ulrike Degenhart genauso wie Thomas Kerler nun am 15. März bei der Bürgerliste um das Vertrauen der Ramminger Wählerinnen und Wähler werben. Die neun Kandidaten der Bürgerliste in der Reihenfolge ihrer Nominierung: 1. Alfred Waltenberger, 2. Ulrike Degenhart, 3. Andreas Nett, 4. Thomas Kerler, 5. Thomas Scharpf, 6. Georg Rauch, 7. Thomas Kerler jun., 8. Sandra Lamprecht, 9. Sigmund Kott. Die drei ersten Listenkandidaten werden doppelt geführt, da zwölf Gemeinderatsmandate zur Wahl stehen.

In der Ramminger Kommunalpolitik geht's manchmal beinahe zu wie bei einem Boxkampf: Let’s get ready to ... Rammingen

Mit 109 Stimmen lag Ulrike Degenhart nur knapp hinter Alfred Waltenberger (114), aber überraschend deutlich vor Bürgerliste-Sprecher Thomas Scharpf (50).

Nicht Scharpf, nicht Rauch: Ulrike Degenhart steigt für die Bürgerliste in den Ring

Die vielleicht dickste Überraschung war dann aber die Wahl eines Bürgermeisterkandidaten, zu der Versammlungsleiter Sigmund Kott die Anwesenden aufrief: Nicht – wie viele vielleicht erwartet hätten – Bürgerliste-Sprecher Thomas Scharpf warf seinen Hut in den Ring und auch nicht Georg Rauch, der bei der letzten Wahl mit 33,3 Prozent immerhin einen Achtungserfolg gegen Amtsinhaber Anton Schwele verzeichnen konnte.

Ulrike Degenhart will als Kandidatin der Bürgerliste das Ramminger Rathaus erobern – und das habe vor allem mit dem „Vorfall am vergangenen Dienstag“ zu tun, wie sie deutlich machte und dabei auf ihren Zwist mit der FWG/UWG anspielte. Dennoch habe sie erst etwas gezögert als sie von Alfred Waltenberger und Thomas Scharpf zu einer Kandidatur ermuntert wurde. Erst nach Rücksprache mir der Familie habe sie sich dann entschlossen, als Kandidatin in den Ring zu steigen.

Von diesem Zögern war aber bei ihrem Auftritt im Braustadel nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Kämpferisch, energisch und selbstbewusst trat die 55-Jährige vor die Ramminger und machte deutlich, dass sie sich vor allem einen neuen Führungsstil im Ramminger Rathaus einsetzen werde. Ohne den Namen von Bürgermeister Schwele in den Mund zu nehmen, wusste doch jeder im Saal, an wen sich Degenharts Kritik richtet, wenn sie sagt, dass unter ihrer Führung „niemand im Gemeinderat ausgeschlossen, respektlos behandelt, geächtet oder persönlich verurteilt“ werde, nur weil er eine andere Meinung vertritt. Sie stehe „mitten im Leben“ und fühle sich voller Tatendrang und Motivation, um die „vielen Projekte zum Wohle der Bürger“ zu verwirklichen. Als Beispiele nannte Degenhart eine Weitsprungbahn an der Schule, bezahlbare Wohnungen und die Unterstützung der Vereinsarbeit.

Im Gemeinderat will sie dann „wieder für Werte wie Toleranz, Herzlichkeit und Respekt“ einstehen und sich „zum Wohle für uns Bürger und unser Dorf“ einsetzen, denn: „Nur wer sich einmischt, kann etwas verändern“, ist Degenhart überzeugt.

Und dafür muss Ulrike Degenhart auch keine Unterschriften mehr von Unterstützern sammeln – da sie bereits als Gemeinderätin aktiv ist, braucht es gar keine solche Unterschriftenaktion mehr, wurde sie vom Rathaus informiert.

In der Ramminger Kommunalpolitik fliegen weiter die Fetzen

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