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Unterallgäu

21.02.2018

So schön kann Arbeit im Unterallgäu sein

Der Ausflug mit allen Auszubildenden gehört bei Holzmann Medien in Bad Wörishofen inzwischen schon zur Tradition. Dieses Mal ging es unter anderem in den Europapark.
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Der Ausflug mit allen Auszubildenden gehört bei Holzmann Medien in Bad Wörishofen inzwischen schon zur Tradition. Dieses Mal ging es unter anderem in den Europapark.
Bild: Hofbauer

Was Unternehmen in der Region bieten, um Fachkräfte zu finden – und zu behalten

Immer häufiger klagen Unternehmen über Fachkräftemangel und Nachwuchsprobleme – doch immer häufiger tun sie auch konkret etwas dagegen. Denn im Konkurrenzkampf um (die besten) Mitarbeiter kommt es eben nicht nur auf das Gehalt oder die Arbeitszeiten an, sondern auch darauf, dass sich Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen und dass sie gerne dorthin gehen. „Was bieten Sie Ihren Mitarbeitern?“, fragte die Mindelheimer Zeitung und hat sich dabei an einige größere Unternehmen in der Region gewandt. Doch was sie tun, lässt sich auch von kleineren Firmen umsetzen.

Stets auf der Suche nach neuen Mitarbeitern ist derzeit die Firma Grob in Mindelheim. „Heutzutage ist es schwer, Fachkräfte zu finden und vor allem langfristig zu halten. Aus diesem Grund legen wir sehr viel Wert darauf, uns als Arbeitgeber auf dem Markt attraktiv zu präsentieren“, sagt German Wankmiller, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Neben monetären Anreizen ist es uns vor allem auch wichtig, das Umfeld und die sogenannten soft facts für jeden einzelnen Mitarbeiter im Arbeitsalltag ansprechend zu gestalten.“

Mitarbeiter der Firma Grob in Mindelheim können sich bei Auslandsaufenthalten weiterbilden

Mitarbeiter können bei Grob ihr Einkommen durch Engagement erhöhen und erhalten beispielsweise auch Geld für eingereichte, erfolgreiche Verbesserungsvorschläge. Neben modernen Arbeitsplätzen, Weiterbildungen und einem Ausbildungszentrum auf 5000 Quadratmetern gehören auch Betriebsführungen für Familienangehörige zum Motivationsprogramm bei Grob. Wenn von betrieblicher Seite alle Voraussetzungen gegeben sind, organisiert die Firma einen Personalaustausch mit den Werken in Bluffton ( USA), São Paulo (Brasilien) oder Dalian ( China). Auslandsaufenthalte sind bereits während der Ausbildung beziehungsweise des dualen Studiums möglich.

Zwei Ärzte, mehrere Arzthelferinnen und eine Physiotherapeutin kümmern sich in Vollzeit um die gesundheitlichen Belange der Mitarbeiter. Dazu gibt es kostenfreie Kurse und Workshops im eigenen Übungsraum – wie Yoga, Pilates, Faszien-Training, Zumba, Drums Alive, Power Body Workout – und in der Natur (zum Beispiel Nordic Walking, After Work Outdoor Fitness). Zudem veranstaltet Grob einen Firmenlauf und unterstützt die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“. Nicht zuletzt sollen auch die Kantinen mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung zum Wohlbefinden der Mitarbeiter beitragen.

Drei Mal hat das Bad Wörishofer Unternehmen Holzmann Medien seine Mitarbeiter zum Gesundheitstag eingeladen: Neben kostenlosen Massagen und anderen Anwendungen konnten sich die Angestellten bei Vorträgen informieren, sich „durchchecken“ lassen oder einfach frische Smoothies genießen. Der Nachwuchs bekommt bei Holzmann eine besondere Einführungswoche. Die Lehrlinge werden geschult, beispielsweise zum richtigen Telefonieren, damit sie sich sicherer fühlen. Besonders beliebt ist ein zweitägiger Ausflug, gemeinsam mit den anderen Auszubildenden der Firma. Zuletzt ging es in den Europapark und in einen Escape-Room, aus dem die Lehrlinge gemeinsam einen Weg heraus finden mussten. Vier Mal waren die Azubis bereits unterwegs – und die Aktion ist von Erfolg gekrönt, wie Ausbildungsleiterin Alexandra Hofbauer findet. Die Auszubildenden bekämen so mehr Verständnis für die anderen Berufe, könnten sich untereinander austauschen, seien motivierter und bauten mehr Vertrauen zu ihr auf, so die Erfahrung der Ausbildungsleiterin. Sie legt Wert darauf, dass sich durch das Programm keiner ausgeschlossen fühlt. Ein Hochseilgarten käme deshalb für sie zum Beispiel nicht infrage.

Stressfrei durch den Tag - ein Programmpunkt für bei Salamander Industrie-Produkte in Türkheim

Zum dritten Mal in Folge hat Salamander Industrie-Produkte die Gesundheitswoche „Stressfrei durch den Tag“ veranstaltet. Für die über 230 Teilnehmer am Hauptstandort in Türkheim bot Salamander ein Programm zur Stressreduktion an. Dabei gab unter anderem ein Cardioscan namens „Stresspilot“ Aufschluss über den persönlichen Gesundheitszustand anhand der Herzkreislaufsituation. Im gleichen Schritt lernten die Mitarbeiter, wie man mit schnellen Übungen den Stress ganz einfach „weg atmen“ kann. Anschließend ging es um körperliche Entspannung, bei der die Wahl zwischen Gesichts- oder Fußreflexzonenmassage schwer fiel. Nach einer 20-minütigen Heusack-Anwendung wurde das Programm durch ein Beratungsgespräch mit der Betriebsärztin abgerundet. „Mit den Gesundheitstagen möchten wir die Möglichkeit schaffen, die Lebensqualität unserer Arbeitskräfte zu verbessern. Das Wohlbefinden und eine gute gesundheitliche Verfassung stehen an erster Stelle, um auch weiterhin leistungsstark und erfolgsorientiert auftreten zu können“, sagt Götz Schmiedeknecht, CEO und geschäftsführender Gesellschafter bei Salamander. Wer sich fithalten will, kann sich zudem der Salamander-Laufgruppe anschließen. Ab April wird es auch ein E-Bike-Leasing für die Angestellten geben. Ein finanzielles „Zuckerl“ gibt es für Mitarbeiter, die andere werben: 1000 Euro Prämie.

Die Bad Wörishofer Firma Tricor Packaging & Logistics hat vor Kurzem drei Auszubildenden aus dem zweiten Lehrjahr ermöglicht, an der Ausbildung zum internationalen Industriekaufmann/-frau in London teilzunehmen. Den dreiwöchigen Aufenthalt am „European College of Business & Management“ hat die Berufsschule Kaufbeuren organisiert. Leonie Singer, Lisa Zingerle und Annalena Zott besuchten dabei nicht nur das College, sondern lernten bei Ausflügen und im Alltag in der Gastfamilie die englische Kultur und Sprache besser kennen. Zudem organisierten die Lehrer der Berufsschule Ausflüge, beispielsweise ins Musical, zum London Eye oder der Tower Bridge. So etwas kann natürlich nicht jeder Betrieb leisten – aber vielleicht tut es ja auch mal ein Ausflug nach Neuschwanstein.

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