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Unterallgäu

03.06.2020

So wirkt sich das Coronavirus auf den Allgäuer Arbeitsmarkt aus

9000 Anträge auf Kurzarbeit sind bei der Arbeitsagentur seit Beginn der Coronakrise bewilligt worden.

Plus Corona prägt auch den Allgäuer Arbeitsmarkt. 39 Millionen Euro Kurzarbeitergeld wurden bereits an Betriebe gezahlt. Es gibt weniger freie Stellen und die Arbeitslosigkeit steigt.

Corona verändert alles: Normalerweise sinkt die Arbeitslosenquote im Allgäu im Frühling stetig, dieses Jahr jedoch nahm die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen erneut zu. Im Vergleich zum April stieg die Arbeitslosenzahl im Mai um 6,5 Prozent auf 13.475 Personen. Die gute Nachricht: Während zwischen März und April noch gut 2700 Allgäuer arbeitslos wurden, waren es zwischen April und Mai „nur“ noch 820 Menschen. Die Arbeitslosenquote für das Allgäu im Mai lag bei 3,5 Prozent – das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Im Mai 2019 war die Quote mit 2,3 Prozent deutlich niedriger.

„Trotz erster Erleichterungen hat das Coronavirus auch im Mai den Arbeitsmarkt weiter stark beeinträchtigt“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Allgäuer Agentur für Arbeit. „Mit raschen Zahlungen von Kurzarbeitergeld haben wir zahlreiche Beschäftigungsverhältnisse in vielen Betrieben stabilisiert.“ Bis Ende Mai wurden mehr als 39 Millionen Euro an Betriebe im Allgäu gezahlt. Inzwischen konnten manche Unternehmen wieder verstärkt ihre Arbeit aufnehmen.

Seit der Corona-Krise gibt es weniger freie Stellen im Allgäu

Allerdings hatten die Firmen – wie schon im April – weniger Bedarf nach Arbeitskräften als in den Vormonaten. 640 Jobs kamen neu zur Besetzung herein, 70 mehr als im April. Im Mai 2019 waren es noch 1350 neue Stellenangebote. Insgesamt gibt es derzeit 4200 freie Stellen im Allgäu, die der Agentur gemeldet wurden. Vor der Corona-Krise waren es noch mehr als 6100. Für zahlreiche Branchen ist die weitere wirtschaftliche Entwicklung unsicher. Dennoch zeigen die neuen Stellenangebote, dass der Arbeitsmarkt in Bewegung bleibt, heißt es vonseiten der Arbeitsagentur. So sucht etwa das Baugewerbe Maurer, Zimmerer und Baugeräteführer. Daneben gibt es Angebote in der Lebensmittelproduktion, der wiedereröffneten Hotellerie/Gastronomie sowie für Berufskraftfahrer und Lagerfachkräfte. In Arzt- und Zahnarztpraxen sowie in Kindertagesstätten gab es ebenfalls zusätzliche Arbeitsangebote.

So wirkt sich das Coronavirus auf den Allgäuer Arbeitsmarkt aus

Der Raum Mindelheim schneidet im allgäuweiten Vergleich am besten ab

Gerade in den Tourismusregionen des Allgäus ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Bezogen auf den Landkreis Unterallgäu lag die Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent, sie ist damit um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. 2176 Unterallgäuer haben derzeit keinen Job. Von allen 71 Landkreisen und 25 kreisfreien Städten in Bayern hat das Unterallgäu die sechstniedrigste Arbeitslosenquote. Im Raum Mindelheim stieg die Quote auf 2,9 Prozent – dennoch schneidet die Region im allgäuweiten Vergleich am besten ab.

Kurzarbeit ist für viele Firmen weiterhin ein wichtiges Thema: Auch im Mai zeigten viele Allgäuer Betriebe Kurzarbeit aufgrund der Corona-Pandemie an. Mit 667 geprüften Anzeigen für maximal 9200 Beschäftigte wurde der Höchststand aus den Monaten März/April jedoch weit unterschritten. Von Mitte März bis Ende April hatten insgesamt 6954 Betriebe für maximal 90.000 Mitarbeitende eine Verkürzung der Arbeitszeit gemeldet. Wie viel (oder wenig) tatsächlich gearbeitet wurde, steht aber erst in einigen Wochen fest, da Kurzarbeit auch vorsorglich und für mehr Beschäftigte angezeigt werden kann.

9000 Anträge auf Kurzarbeitergeld wurden bewilligt

Seit Beginn der Coronakrise wurden bereits mehr als 9000 Anträge auf Zahlung von Kurzarbeitergeld bewilligt. Die Zahlung von Kurzarbeitergeld erfolgt in der Regel monatlich nachträglich. Nahezu alle Branchen spüren durch Corona betriebliche Einschränkungen. Eine Reihe von Unternehmen konnte aber die Kurzarbeit teils wieder beenden.

Wie geht es nun weiter? Die Arbeitsagentur bleibt in ihrer Prognose vorsichtig: „Auch nach den bisher eingeräumten Lockerungen bleiben in Wirtschaft und Gesellschaft Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklung der Pandemie bestehen“, heißt es darin. Dies beeinflusse auch das Geschehen auf dem Arbeitsmarkt in den kommenden Wochen und Monaten.

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