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Markt Wald

14.12.2018

Unbekannter Mann: Polizei nimmt Sorgen der Eltern ernst

Ein Unbekannter soll mindestens zwei Schülerinnen der Christoph-Scheiner-Schule in Markt Wald und zwei weitere Mädchen angesprochen haben.
Bild: Sandra Baumberger

Der Verfasser des Facebook-Eintrags bleibt dabei, dass seine Töchter von einem Unbekannten angesprochen wurden. Die Polizei zeigt derweil Präsenz in Markt Wald.

Gibt es in Markt Wald einen Unbekannten, der Kinder anspricht und mit Bonbons lockt, oder nicht? Ein entsprechender Facebook-Eintrag hatte am Montag wie berichtet für Aufregung gesorgt (Lesen Sie dazu: Spricht ein unbekannter Mann in Markt Wald Kinder an?). Darin war unter anderem davon die Rede, dass sich ein dunkel gekleideter Mann Zutritt zur Schule verschafft habe und von Lehrern bemerkt wurde – was nach Aussage der Polizei und der Schule aber nicht stimmt. Viele Markt Walder sind deshalb überzeugt, dass der ominöse Unbekannte ein Fantasieprodukt ist.

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Der Verfasser des Facebook-Eintrags glaubt seinen Töchtern, dass sie in Markt Wald von einem Unbekannten angesprochen wurden

Andere glauben dem Vater, der den Facebook-Eintrag verfasst hat. Er bleibt dabei: Seine drei Töchter und eine Klassenkameradin seien im Laufe der vergangenen Wochen von einem dunkel gekleideten Mann angesprochen worden. Eines der Mädchen habe der Unbekannte morgens an der Bushaltestelle gefragt, wo es wohne und wohin es fahre. Die Mädchen hätten auch erzählt, dass der Mann sie beobachtet habe. „Meine Kinder haben keinen Grund, sich das auszudenken. Die erzählen, was sie gesehen haben. Ich glaube ihnen zu 100 Prozent“, sagt er und ist fassungslos, dass sie in der Schule gehänselt und als Lügnerinnen dargestellt werden.

Die Passage, die sich letztlich als falsch herausstellte, nämlich dass der Unbekannte sich Zutritt zur Schule verschafft habe und vor dem Eintreffen der Polizei fliehen konnte, habe er nicht erfunden. Kinder hätten ihm den Vorfall so geschildert. „Als ich das gehört habe, war ich sehr emotional und aufgebracht. Ich hatte einfach Angst um meine Kinder“, rechtfertigt sich der 38-Jährige. Deshalb habe er andere Eltern auf Facebook vor dem Unbekannten warnen wollen. „Aber ich wollte keine Menschenjagd machen“, betont er.

Unbekannter Mann: Polizei nimmt Sorgen der Eltern ernst

Die Polizei hat in den vergangenen Tagen mehrfach in Markt Wald Präsenz gezeigt

Als Vater sei er „sehr, sehr enttäuscht“ von der Polizei, die im Grunde nichts unternommen habe und die Erlebnisse der Kinder wohl nicht ernst nehme. „Meine Kinder werden von der Polizei im Stich gelassen“, findet er. Allerdings weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Polizei in den vergangenen Tagen mehrfach in Markt Wald Präsenz gezeigt und nach einem verdächtigen Mann Ausschau gehalten hat, weil sie die Sorgen der Bürger laut einem Polizeisprecher durchaus ernst nimmt. Dieser betont aber auch, dass es für die Kontrollen keinen konkreten Anlass gebe. Es seien weder weitere Kinder angesprochen noch ein verdächtiger Mann gesehen worden.

Auch der 38-Jährige, der sich nach den Erzählungen seiner Töchter selbst auf die Lauer gelegt hat, hat den Mann nicht gesehen. Er schicke seine Kinder jedoch mit gemischten Gefühlen zur Schule. Um auf Nummer sicher zu gehen, versuche er nun, sie und ihren Schulweg im Auge zu behalten. Außerdem habe er sich mit anderen Eltern abgesprochen, die ebenfalls ein ungutes Gefühl hätten. Seinen beiden ältesten Töchtern hat er Pfeffersprays gekauft, damit sie sich wehren können, falls der dunkel gekleidete Mann noch einmal auftauchen sollte.

Einen Kommentar zu dem Thema finden Sie hier: Vorsicht ist geboten

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