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Polizeireport

07.03.2018

Was trieb den 39-jährigen Türkheimer nur zu dieser Verzweiflungstat?

Brand einer Dachgeschoßwohnung in Türkheim
Bild: Alf Geiger

Als er seine Wohnung räumen sollte, legte er Feuer und stürzte sich drei Meter tief vom Dach. Die Kripo sucht nach einem Motiv, doch der Mann ist noch nicht vernehmungsfähig

Ganz Türkheim rätselt, was den 39-jährigen Vater eines zwölfjährigen Sohnes nur dazu getrieben haben könnte, seine Wohnung anzuzünden und sich aus drei Metern vom Dach des Mehrfamilienhauses zu stürzen. Der Mann erlitt schwere Verletzungen und Brandwunden, die jetzt in einer Spezialklinik behandelt werden. Auch die Kriminalpolizei sucht ein mögliches Motiv, doch solange der Mann nicht vernehmungsfähig ist, müssen sich die Ermittler gedulden. Auch wird geprüft, ob der Mann anschließend in eine psychiatrische Einrichtung gebracht werden muss.

Fest steht derzeit nur, dass der 39-jährige Türkheimer am Montag in den Mittagsstunden offenbar aus Angst vor einer Zwangsräumung „völlig rot gesehen hat“, wie es eine Angehörige gegenüber der MZ beschrieb. Statt wie angeordnet die Dachgeschosswohnung in der Karlsbader Straße beim Eintreffen der Gerichtsvollzieherin zu räumen, schloss sich der Mann gegen 11 Uhr in der Wohnung ein. Er soll hier mit seinem Sohn (12) gewohnt haben.

Die Gerichtsvollzieherin forderte daher bei der Polizeiinspektion Bad Wörishofen die Unterstützung einer Streife an, doch auch die Beamten konnten nichts ausrichten. Der 39-Jährige weigerte sich nach wie vor, die Tür zu öffnen und die Wohnung zu verlassen. Auch nachdem die Wohnungstür durch einen Schlüsseldienst geöffnet werden konnte, konnten die Beamten die Wohnung nicht betreten: Die Tür war mit Einrichtungsgegenständen verbarrikadiert.

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Dann eskalierte die Situation noch weiter: In der Wohnung war ein Feuer ausgebrochen, das der Mann offenbar selbst gelegt hatte. Der verzweifelte 39-Jährige stieg über ein Fenster seiner Dachwohnung auf das Dach des Mehrfamilienhauses und stürzte sich von dort gut drei Meter in die Tiefe auf das Dach eines Nebengebäudes. Erst dort konnte die Feuerwehr den schwer verletzten Mann bergen und dem Rettungsdienst übergeben. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Das Gebäude wurde geräumt. Bei Brandausbruch befanden sich noch drei Personen in ihren Wohnungen. Sie konnten das Haus unverletzt verlassen. Die Wohnung des Verletzten ist ausgebrannt. Es entstand nach ersten Schätzungen ein Sachschaden in Höhe von rund 100000 Euro. (alf)

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