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Wiedergeltingen

20.01.2019

Wiedergeltinger Gemeinderäte gehen ins Kloster

Zum Start der Klausurtagung stellten die Wiedergeltinger Gemeinderäte Geschicklichkeit und Teamgeist unter Beweis: Passend zur wichtigsten Herausforderung für die Gemeinde in den kommenden Jahren, dem Neubau eines Kindergartens, bauten sie einen sogenannten Fröbelturm. Der echte Fröbelturm im Thüringer Wald erinnert an Friedrich Fröbel, den Begründer der Kindergärten. Die Räte absolvierten ihre Aufgabe und nach 15 Minuten stand der Turm.
Bild: Gemeinde Wiedergeltingen

Der neue Kindergarten wird mit bis zu 3,5 Millionen Euro das teuerste. Und plötzlich ist völlig unklar, ob und welche Zuschüsse fließen.

Bereits zum fünften Mal zogen sich die Wiedergeltinger Gemeinderäte zusammen mit Bürgermeister Norbert Führer ein Wochenende lang hinter die dicken Mauern des Klosters Ursberg zurück und stellten bei ihrer Klausurtagung die Weichen für die Gemeinderatsarbeit in den kommenden Monaten. MZ-Redakteur Alf Geiger sprach mit Bürgermeister Norbert Führer über die Ergebnisse der Klausurtagung.

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Herr Führer, welche Ziele hat diese Klausur und welche Vorteile bietet der Rückzugsort hinter die Klostermauern?

Das Hauptziel besteht in der Planung der im Fokus stehenden Themen für das laufende Jahr. Diese Themen können wir während der eineinhalb Tage einige Themen deutlich intensiver, konzentrierter und ausführlicher behandeln, als das in einer Gemeinderatssitzung möglich ist.

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Ganz schön viel Programm. Was waren die Kernthemen?

Im Fokus standen heute natürlich der Kindergartenneubau, das Thema Erschließungsbeitragspflicht von Bestandsstraßen, unsere geplanten Neubaugebiete und nicht zuletzt auch die komplette Finanz- und Investitionsplanung für das Jahr 2019 und die folgenden Jahre.

Es ist sicher ganz schön mühsam, bis das Programm steht. Wer kümmert sich darum?

Mit der Tagesordnung fange ich in der Regel nach der Bürgerversammlung an. Die intensive Vorbereitung ist dann geprägt vom Erstellen der einzelnen Präsentationen bis hin zur Abstimmung mit den externen Referenten.

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Sie sprechen von externen Referenten? Wer war diesmal dabei?

Also immer dabei ist natürlich der VG-Kämmerer Claus Dieter Hiemer, der eine Prognose zu den Finanzdaten des laufenden und der kommenden Jahre abgibt. In diesem Jahr war auch Architekt Ulrich Förg aus Buchloe zum Thema Kindergartenneubau dabei und vom Bauamt der VGTürkheim referierte Markus Allmang zu den Themen Vorkaufsrechtsatzung und Erschließung von Bestandsstraßen.

Kindergartenneubau, ein Millionenprojekt, das auch die Finanzkraft einer kleinen Gemeinde wie Wiedergeltingen deutlich herausfordert. Wie soll dieses Projekt finanziert werden?

Sie haben recht, wir reden hier über ein Millionenprojekt mit entsprechender Tragweite für unsere Dorfgemeinschaft. Wir müssen etwas tun: Nach den Ergebnissen der Abstimmung mit dem Kreisjugendamt reichen unsere Kita-Plätze unsere Kita-Plätze aufgrund der Entwicklung mit Innenraumverdichtung und Neubaugebieten wenigen Jahren nicht mehr aus. Aber wir tun es gerne, wir investieren damit ja in die Zukunft unserer Gemeinde.

Mit welchen Ausgaben rechnen Sie konkret und welche Fördermittel sind zu erwarten?

Nach den ersten Planzahlen müssen wir, je nach Planungsvariante, mit einem Investitionsvolumen von ca. 2,7 bis 3,5 Millionen Euro für den Neu- bzw. Erweiterungsbau der Kindertagesstätte rechnen. Die bisher größte Investition in der Geschichte unserer Gemeinde hatten wir mit dem Schulhausneubau Anfang der 1990-er Jahre. Was die Fördermittel angeht, so hatte ich im Vorfeld unserer Klausurtagung ein Gespräch mit der Bauabteilung der Diözese in Augsburg, die uns hier unterstützt bei der Berechnung der Förderquoten nach dem neuen Summenraumprogramm für Kindertagesstätten. Deren Ermittlungen zufolge können wir je nach Planungsvariante mit Zuschüssen von 1,5 bis 1,8 Millionen Euro rechnen. Allerdings wurde uns Anfang dieser Woche über das Kreisjugendamt eine im wahrsten Sinne des Wortes „Hiobsbotschaft“ von der Regierung von Schwaben weitergeleitet. (siehe eigener Artikel oben)

Welche Investitionsmaßnahmen – neben dem Kindergartenneubau – stehen in Wiedergeltingen in nächster Zeit sonst noch an?

Das vom Gemeinderat festgelegte Investitionsprogramm sieht unter anderem vor, mit Beginn des Jahres 2019 in eine Ansparphase für ein neues Feuerwehrfahrzeug zu treten und auch finanzielle Mittel für eine Umstrukturierung der Mehrzweckhalle bereitzustellen. Je nach Umfang dieser Maßnahme müssen die Mittel aber über mehrere Haushaltsjahre verteilt werden, denn eines muss ich hierzu feststellen: Zunächst müssen die Pflichtaufgaben der Kommune finanziell gemeistert werden, wozu auch der enorme finanzielle Kraftakt „Kindergartenneubau“ zählt. Erst danach können - im Rahmen freier Finanzspannen - Ausgaben für freiwillige Leistungen, etwa einem neuen Küchen- und Schankbereich in der Mehrzweckhalle getätigt werden.

Das schreit ja nach einer Wiederholung. Ihr Fazit?

Lob und Anerkennung für die Teilnehmer für ihre Ausdauer und die sachlichen Diskussionsbeiträge! Alleine das reine Tagungsprogramm umfasste immerhin ein zeitliches Volumen von gut 13 Stunden reiner Tagungszeit. Einstimmige Meinung aller Teilnehmer: Fortsetzung im kommenden Jahr!“

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